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Wellnessurlaub: Ungarns Heilbäder

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Ungarn  

Badeurlaub in Ungarn: Es riecht nach Gesundheit

17.06.2009, 09:50 Uhr | M. Heinz, srt, srt

Wellnessurlaub: Ungarns Heilbäder. Ungarn: Zwischen Lotusblüten lässt es sich in Heviz ganz entspannt schwimmen (Foto: M. Heinz/srt)

Ungarn: Zwischen Lotusblüten lässt es sich in Heviz ganz entspannt schwimmen (Foto: M. Heinz/srt)

Nur keine Hektik! Und überhaupt keine schnelle Bewegung! Als gesitteter Badegast hüpft man nicht umher und schon gar nicht kopfüber in die Fluten. Träge, mit dem Nacken am Beckenrand verankert, schwebt man im Wasser und harrt der Gesundheit, die da kommt. Klicken Sie sich durch die ungarischen Heilbäder mit ihren heilenden Quellen in unserer Foto-Serie.

Müffelnde Brühe als Heilmittel

Wer in Bükfürdö badet, steigt nicht in ein ganz gewöhnliches Becken mit ganz gewöhnlichem Wasser. Er taucht in Thermalwasser mit hoher Konzentration von Kalzium, Magnesium, Hydrogenkarbonat, Fluor- und Kohlensäure. Kurzum: in ein hoch konzentriertes Heilmittel, dass nicht nur diverse Knochenschmerzen und Frauenleiden lindert, sondern auch - gewollt oder gefürchtet - den Kreislauf in Wallung bringt. Maximal 30 Minuten sollte man in der warmen, trüben, etwas müffelnden Brühe bleiben, angemessen ruhend. Und das höchstens zweimal pro Tag. So oder ähnlich sind die Baderegeln in den meisten ungarischen Heilbädern, denn sie können im internationalen Vergleich damit punkten, dass ihre Quellen die kostbaren Wirkstoffe in besonders hoher Konzentration aus der Tiefe der Erde empor lassen. So wie der Nutzen für die einen dadurch besonders intensiv ist, steigt natürlich auch das Risiko für die anderen.

Große Vielfalt an Badeanstalten

Wer diesbezüglich ein bisschen Herzklopfen hat, braucht dennoch nicht auf seinen Badeurlaub bei den Magyaren zu verzichten. Die meisten Thermen Ungarns bieten neben den heißen und hoch dosierten Wässern auch lauwarme Becken mit "dünnerem" Inhalt. In der Nachbarschaft gibt es außerdem oft noch eine Badelandschaft; die ist dann nicht nur familientauglich, sondern mit ganz gewöhnlichem Leitungswasser gefüllt. Und die Auswahl ist riesig. Ein türkischer Weltenbummler schrieb im Mittelalter, dass überall eine Fontäne mit Thermalwasser emporschießt, wo der Reisende in Ungarn seinen Wanderstab in den Boden sticht. Fast 70 Prozent des Landes, so weiß man heute, könnten erfolgreich angezapft werden.

1300 Quellen sprudeln in Ungarn

Derzeit sprudeln rund 1300 Thermalquellen und die Hälfte des aus diesen Quellen gewonnenen Wassers wird zum Hineinsteigen verwendet. Manche der Quellen luden schon die Römer und später die Türken zum Bade, viele jedoch erblickten erst in den vergangenen Jahrzehnten das Licht der Wellness-Welt. Oft erging es ihnen wie der Quelle von Bük im Nordwesten Ungarns. Bei Bohrungen nach Erdöl anno 1957 schoss unerwartet eine riesige Wassersäule aus einer Tiefe von 1282 Metern. Zuerst einmal badeten nur die Einwohner in dem notwendigerweise geschaufelten Abflusskanal und genossen die heilende Wirkung. Die sprach sich herum, 1962 wurde das erste Becken eingeweiht, 1972 das Hallenbad, 1997 der Rekreationspark und inzwischen ist die Anlage 13 Hektar groß. Bük, in dem eigentlich Bohrtürme hätten stehen sollen, heißt jetzt stolz Bükfördö - also Bad Bük.

Thermen-Hopping

Der Badelustige findet in Hajduszoboszlo alles, was Herz und Glieder begehren: eine Therme mit 13 verschiedenen Becken und zahllosen Therapiemöglichkeiten, daneben für dynamischere Wasserratten noch einen riesigen Aquapark und Hotels mit separaten Wellness-Anlagen. Für ein Thermen-Hopping stünden östlich der Donau neben zig kleineren 13 große Heilbäder offen, darunter Kecskemet inmitten eines Nationalparks, Szentes, die Gartenstadt auf dem größten geothermischen Feld Ungarns, die sogar all ihre Gewächshäuser mit der Wärme aus den Thermen speist, und Szeged mit dem historischen Anna-Bad. Eine ähnliche Runde könnte man auch im Westen des Landes von Bükfürdö aus unternehmen. Wer auf Fünf-Sterne-Luxus Wert legt, der bekommt alle Wünsche im kürzlich eröffneten 5-Sterne Spirit Hotel Rogner Thermal Spa in Sarvar erfüllt. Nicht ganz so tief in die Tasche greifen muss der Badelustige, wenn er nicht in die fürstlichen Anlagen des Hotels, sondern nebenan in die öffentliche Therme geht.

Günstig sind Gästehäuser und öffentliche Thermen

Apropos Reisekasse: Wer nach Ungarn fährt, um die zu schonen, kann sich durchaus verkalkulieren. Insbesondere die Viersternehotels, die direkt an die Thermen angeschlossen sind, liegen beim Zimmerpreis nicht wesentlich niedriger als hierzulande. Preiswerter sind die kleineren Gasthäuser sowie der Eintritt in öffentliche Thermen. Der Tarif für Wellness-Behandlungen richtet sich nach dem Ort des Geschehens. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man auch da die von daheim bekannten Preise einplant. Dafür darf man auch mit der aus Deutschland oder Österreich bekannten Qualität rechnen. Lediglich bei manchen älteren Anlagen lugt - trotz aller generellen Sauberkeit - hier und da ein bisschen Rost unterm Lack hervor. Gleichzeitig wird saniert, restauriert, neu- und wiedereröffnet.

Hévíz: Größter Thermalwarmwassersee Europas

Nach altem Vorbild rekonstruiert wurden vor zweieinhalb Jahren die auf Stelzen stehenden Holzhäuser, die über dem Wasserspiegel des Sees zu schweben scheinen. Der größte Thermal-Warmwassersee Europas, dessen Temperatur selbst im Winter nicht unter 23 Grad sinkt, ist reich an Edelgasen, Schwefelwasserstoff, Kaliumsalzen und Hydrogenkarbonat, denn den Boden des Gewässers bedeckt eine mehrere Meter dicke Heilschlammschicht. Trübe Aussichten für Taucher, anrüchige für feine Nasen, aber wohlige für Heilung-Suchende. Niemand schwimmt einen schnellen Zug, niemand geht einen eiligen Schritt, niemand planscht. Strandleben in Zeitlupe. Und so hängen die meisten Badegäste an den Geländern, die wie ein Spinnennetz den Wasserspiegel überziehen. Oder sie schieben sich einen großen Schwimmring über den Kopf, klemmen den zwischen Achseln und mehr oder weniger ausladende Körperfülle und lassen sich einfach treiben. So ist Badeurlaub in Ungarn.

Heilwasser in Höhlensystem

Warmes Thermalwasser tropft aus dem Fels ins Becken. Leichter Jod-Geruch steigt in die Luft. Gedämpft sind die Stimmen von Badenden aus einer Grotte nebenan zu hören. Erst ist es schummerig, dann tauchen Scheinwerfer die Kalkhöhle in gelbes, blaues, rotes Licht. In Miskolctapolca im Norden Ungarns fließt das Heilwasser durch ein natürliches Höhlensystem. Das Bad im Berg gilt als eines der schönsten im Land der Thermalquellen. In den Grotten und der angeschlossenen Sauna- und Wellness-Welt ließe es sich tagelang relaxen. Manche Gäste kommen nur zum Kuren. Doch in der gebirgigen Region gibt es mehr zu entdecken als nur Warmwasserbecken. Das Heilbad Miskolctapolca ist ein Vorort von Miskolc. Die drittgrößte Stadt Ungarns liegt rund 180 Kilometer östlich von Budapest am Fuß des Bükk-Gebirges. Auf der anderen Seite des Gebirges lohnt die schmucke Barockstadt Eger (deutsch: Erlau) einen Besuch. In der Kur- und Bischofsstadt stehen neben Ungarns zweitgrößter Basilika auch ein Minarett und eine Wehrburg aus der Türkenzeit. Heilendes Thermalwasser - streng nach Schwefel riechend - sprudelt auch in Eger, etwa im türkischen Bad von 1610. Momentan wird das Bad neu renoviert und Anfang 2009 wiedereröffnet.

Weitere Informationen

Heilbad Miskolctapolca www.barlangfurdo.hu (deutsch)

Eger Thermalbad www.egertermal.hu (deutsch)

Thermalsee Hévíz www.heviz.hu (deutsch)

Spirit-Hotel Savar www.spirithotel.hu

Ungarisches Tourismusamt Lyoner Straße 44-48, 60528 Frankfurt, Tel. 00800/36000000 oder 069/9288460, Fax 92884613, E-Mail: frankfurt@ungarn-tourismus.de, Internet: www.ungarn-tourismus.de, www.hungary.com,

Anreise Ungarn ist problemlos per PKW und auch per Flug zu erreichen. Zahlreiche Busreiseveranstalter bieten Anreisen, in den Westen Ungarns ohne, in den Osten mit Zwischenübernachtung. Neben dem internationalen Flughafen Budapest gibt es einige Regionalflughäfen. Unter ihnen nimmt Sarmellek westlich vom Plattensee, inzwischen als Balaton-Airport bekannt, eine Vorreiterrolle ein. Im Osten liegt der Flughafen Debrecen.

Zahlt die Kasse? Eine generelle Aussage, inwieweit die deutschen Krankenkassen eine Kur in ungarischen Bädern finanzieren, kann man nicht treffen. In der Regel informieren sich die Gäste vor dem Antritt der Reise bei ihrer Kasse, zahlen vor Ort direkt und bekommen ihre Behandlungskosten - sofern vorher vereinbart - mehr oder weniger vollständig rückerstattet.

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