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Medizintourismus: Auf Fettweg-Safari in Südafrika

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Medizintourismus  

Schönere Nase aus Südafrika, neue Zähne aus Polen

31.03.2010, 15:11 Uhr | S. Ewald, AFP

Medizintourismus: Auf Fettweg-Safari in Südafrika. Medizintourismus (Foto: imago)

Medizintourismus (Foto: imago)

Zum Tanken über die Grenze fahren, das kennen vor allem diejenigen, die im Grenzgebiet zu Polen leben. Es gibt allerdings noch mehr Gründe, die Grenzen zu überschreiten, zum Beispiel für eine medizinische Behandlung. Der sogenannte Medizin-Tourismus gewinnt immer mehr an Bedeutung. Nach einer Studie der EU-Kommission wurden 2007 circa vier Millionen Deutsche in europäischen Nachbarländern medizinisch versorgt. Eine Zahnbehandlung in Polen oder Ungarn ist meist günstiger als zuhause, zumal manche Krankenkassen, wie beispielsweise die AOK auch Behandlungen im Ausland akzeptieren. Auch der Schönheit sind keine Grenzen gesetzt: Medizinische Pauschalangebote reichen weit über die EU-Grenzen hinaus, zum Beispiel reisen Patienten für eine Nasenoperation bis nach Südafrika. Wir haben einige Angebote unter die Lupe genommen und geben Tipps, was Sie bei medizinischen Behandlungen im Ausland beachten müssen.

Südafrika lockt Touristen mit preiswerter Schönheitschirurgie

Schönheitschirurgie mit angeschlossener Safari ist schön länger Trend im Südafrika-Tourismus. Ist das Fett abgesaugt und der Busen in Form gebracht, ziehen sich die Beauty-Touristen gerne in Luxushotels am Kap zurück. Kein Nachbar, kein Kollege sieht dort das Gesicht voller Blutergüsse oder die feuerrot leuchtenden Narben. Erst wenn die Verbände abgenommen und die Wunden verheilt sind, steigen die Patienten wieder ins Flugzeug und kehren in neuer Schönheit nach Hause zurück. "Es gibt immer mehr Medizinsafaris - dank der südafrikanischen Privatkliniken, deren Qualitätsstandard genauso hoch ist wie die anderer Krankenhäuser in Europa", sagt die Inhaberin der Agentur "Chirurgie und Safari" in Johannesburg, Lorraine Melvill. Seit Mitte der 90er Jahre hat sich Südafrika einen Ruf für preiswerte plastische Chirurgie erworben. Die auf Medizintourismus spezialisierten Agenturen freuen sich über stetigen Zulauf sowohl ausländischer als auch einheimischer Kunden. Vor der Buchung einer Operation würden die Patienten ausführlich beraten, versichert Melvill. Das Pauschalangebot enthalte dann Visum, Unterbringung sowie die Krankenhauskosten. So kostet zu Beispiel eine Nasen-OP inklusive einwöchigem Aufenthalt mit Beratung rund 5000 Euro; der Flug geht extra.

Tipps der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht bei Schönheitsoperationen im Ausland. Vor allem fehlende Sprachkenntnisse können zum Problem werden. Daniela Hubloher von der Verbraucherzentrale in Frankfurt rät, für die Anamnese und Beratung einen Arzt im Heimatland zu konsultieren. Vor allem die Beratung zu Themen wie Komplikationen oder Nebenwirkungen ist wichtig und sollte in der Muttersprache des Patienten erfolgen. Hubloher empfiehlt auch den Blick auf die Website des weltweiten Verbands für ästhetische und plastische Chirurgie (www.isaps.org). Dort finden Patienten ausschließlich Fachärzte für plastische Chirurgie. Es will sich schließlich niemand von einem Augenarzt an der Nase operieren lassen.

Stiftung Warentest testet Kliniken in Istanbul

Shoppingtour und Stadtrundfahrt in Istanbul, kombiniert mit einer Laseroperation? Kein Problem. Augenlaserzentren in der Türkei haben deutsche Medizinkunden entdeckt. Die türkischen Augenlaserzentren bieten die beidseitige Korrektur von Fehlsichtigkeit schon für rund 1000 Euro an – eine Operation, die in Deutschland das Zwei- bis Fünffache kostet und privat bezahlt werden muss. Stiftung Warentest schickte 2006 einen Augenarzt zu Untersuchungen nach Istanbul – in das "EyeStar Lasik-Institut" und in das "Istanbul cerrahi hastanesi" (Augenlaser Istanbul). Beide Zentren richteten die Voruntersuchungen vor allem danach aus, möglichst schnell alle notwendigen Informationen für eine Lasik-Operation zu gewinnen. Wichtige Teile der sonst üblichen Untersuchungen entfielen, eventuelle Risiken oder Ausschlusskriterien für eine Operation wurden nicht ermittelt. Die Aufklärung über die Risiken war völlig unzureichend. So wiesen die untersuchenden Ärzte nie von selbst auf Blendungen, reduziertes Kontrastsehen oder eventuell verbleibende Fehlsichtigkeit nach der Operation hin. Erst auf gezieltes Nachfragen gaben sie Auskunft. Dabei unterschieden sich die Zentren deutlich. Die Ärztin im "Istanbul cerrahi hastanesi" zeigte sich zunehmend genervt von den Fragen und erklärte: „Für OP alles gut. Wir können gleich operieren." Der Arzt im "EyeStar Lasik-Institut" informierte sachlich richtig über mögliche Komplikationen – wenn sie abgefragt wurden.

Fehlende Sprachkenntnisse in türkischen Laserkliniken

Das größte Problem in beiden Zentren: Da die Angestellten und Ärzte entgegen den Werbeaussagen nur unzureichend Deutsch sprachen, waren die wichtigen Gespräche nur auf Englisch möglich, gespickt mit medizinischen Fachbegriffen. Selbst für ein Sprachtalent, das jedoch medizinischer Laie ist, ist ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Gespräch fast unmöglich und eine verständ­liche Aufklärung über die OP und ihre Folgen kaum zu erhalten. Zudem entfallen die üblichen regelmäßigen Nachuntersuchungen. Ein finanzieller Vorteil wird also eventuell mit höheren Risiken erkauft.

"Wichtig ist die Aufklärung vorab"

Generell ist zu empfehlen, eine Gewährleistung nach deutschem Recht zu vereinbaren. Gerade bei Zahnersatz ist es laut Hubloher empfehlenswert, dass sich Patienten einen Kooperationsarzt in Deutschland suchen. "Leider fragen viel zu wenige Patienten vorab nach und wundern sich dann später, wenn die Kasse die Behandlung nicht übernehmen will. Erster Schritt muss immer die Anfrage bei der Krankenkasse sein, welche Leistungen überhaupt übernommen werden und in welcher Höhe. Außerdem muss der Heil- und Kostenplan genehmigt werden," empfiehlt Hubloher. Auch Riyad Salhi von der AOK rät Patienten auf jeden Fall vorab mit der Krankenkasse zu sprechen. "In den letzten Jahren haben die Anfragen stark zugenommen, vor allem medizinische Behandlungen im europäischen Ausland werden start nachgefragt", so Salhi, "allerdings müssen Mitglieder der AOK bei Auslandsbehandlungen die Rechnung erst einmal vorstrecken". Die wichtigsten Fragen zum Thema Zahnbehandlungen im Ausland klärt das Informationsblatt "Auf den Zahn gefühlt – Zahnbehandlung im EU Ausland" des Europäischen Verbraucher Zentrums in Kiel.

Siegel für Qualität im Medizin-Tourismus

Etwas Licht ins Dunkel des weltweiten Medizin-Tourismus will das Unternehmen "Temos" bringen. "Temos" ist ein Zertifizierungssystem für Krankenhäuser, Zahnärzte und Zahnkliniken weltweit, die internationale Patienten behandeln und ein entsprechendes Gütesiegel erhalten möchten; zurzeit sind 30 Krankenhäuser zertifiziert. Das Siegel soll Patienten, die eine Behandlung im Ausland planen, bei ihrer Entscheidung helfen, ein qualitativ gutes Krankenhaus zu finden. Dr. Claudia Mika, Geschäftsführerin von Temos, erklärt im Gespräch mit t-online.de: "Einfach mal im Internet auf Webseiten stöbern reicht nicht, darauf sollten sich Patienten nicht verlassen. Das Temos-Siegel steht für Qualität in der medizinischen Behandlung und auch für Qualität bei nicht-medizinischen Dienstleistungen, die für internationale Patienten und deren Versicherungen essentiell sind. Dazu zählen zum Beispiel die Infrastruktur, Ausstattung, Hygiene aber auch Mehrsprachigkeit, Mahlzeiten während des Aufenthalts, Unterkunft für Begleitpersonen, Dokumentation und Berichte in unterschiedlichen Sprachen sowie Abrechnung mit der Versicherung." Die Gründe, sich im Ausland behandeln zu lassen, liegen laut Dr. Mika vor allem bei den Kosten, der Qualität und zusätzlichen Serviceleistungen. Außerdem lässt sich so auch das Angenehme mit dem nützlichen verbinden: der Urlaub und die medizinische Behandlung.

Weitere Informationen

Europäisches Verbraucherzentrum www.evz.de

Verband für ästhetische und plastische Chrirurgie: www.isaps.org

Schönheitsoperation in Südafrika www.surgeon-and-safari.co.za

Temos GmbH - Zertifizierungssystem für Krankenhäuser, Zahnärzte und Zahnkliniken weltweit www.temos-worldwide.com

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t-online.de Shop Alles rund um das Thema Mundhygiene
Ratgeber Massagearten

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