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Adventure-Games: Neuer Glanz für alte Spiele

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Neuer Glanz für alte Spiele

29.05.2007, 14:18 Uhr | Tobias Zeißler, t-online.de

Day of the Tentacle (Bild: Lucas Arts)Day of the Tentacle (Bild: Lucas Arts)"Früher, da war alles besser". Dieser klischeehafte Ausspruch ist, gerade unter Spielern älterer Semester in Bezug auf die Qualität aktueller Spiele weit verbreitet. Spannender als heutige Spiele waren sie, die Kult-Games, witziger und einfallsreicher erst recht - einfach „besser“ eben. Während er noch in nostalgischen Erinnerungen schwelgt, wendet sich der reife Spieler also der heiß geliebten Game-Sammlung zu, um die alten Klassiker wie Monkey Island, Day of the Tentacle oder Sam & Max aus dem Schrank zu kramen. Voller Vorfreude auf das bevorstehende Spielerlebnis entnimmt der „Retro-Zocker“ den Datenträger der sorgsam gepflegten Original-Spielverpackung. Die Freude währt jedoch nur kurz. Schnell stellt der Spieler fest, dass sein modernes Betriebssystem vom Schlage eines Windows XP oder Windows Vista mit altem DOS-Programmcode recht wenig anzufangen weiß und das Spiel daher den eigenen Start hartnäckig verweigert. Zum Glück gibt es ScummVM. Mit der frei erhältlichen Software können die alten Kult-Games auch unter aktuellen Betriebssystemen problemlos abgespielt werden. Doch die Software kann noch weitaus mehr.

Download ScummVM
Foto-Show Spiele mit ScummVM-Support
Foto-Show Die Grafikmodi von ScummVM im Qualitätsvergleich

Kein Abschaum
ScummVM (Bild: Lucas Arts)ScummVM (Bild: Lucas Arts)Bei Scumm handelt es sich nicht etwa um das gleich klingende, englische Wort für „Abschaum“, sondern um die Abkürzung für „Script Creation Utility for Maniac Mansion“, was so viel bedeutet wie „Skripterzeugungswerkzeug für Maniac Mansion“. Die Software wurde 1987 von Ron Gilbert, dem geistigen Vater von Monkey Island, für Lucasfilm Games (heute Lucas Arts) erschaffen, um die Entwicklung von Point&Click-Adventures zu vereinfachen. Das freie ScummVM stellt eine Software dar, die Scumm-basierte Spiele wie das bereits erwähnte Monkey Island auch unter aktuellen Betriebssystemen über eine einheitliche grafische Benutzeroberfläche darstellen kann. Das Tool selbst beinhaltet keine Spiele, sondern führt lediglich Skripte aus, die zusammen mit Hintergrundbildern, Sounds, Grafiken und Figuren in den eigentlichen Spieldateien extern abgelegt sind. Kult-Game-Fans müssen daher eigene Exemplare der Spiele besitzen, um das vielseitige Werkzeug nutzen zu können.

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Der Tausendsassa
Indiana Jones and the Fate of Atlantis (Bild: Lucas Arts)Indiana Jones and the Fate of Atlantis (Bild: Lucas Arts)Beim Besuch der Projekt-Webseite „Scummvm.org“ fällt auf, dass das Tool ein echtes Multitalent in punkto Plattformunterstützung ist. Neben einer Version für alle Windows Produkte bis hin zu Windows 95 gibt es unter anderem auch Portierungen für MacOS X, Linux, Playstation 2, PSP, Nintendo DS, Symbian OS und sogar für Segas letzte eigene Konsole, der Dreamcast. Selbst auf die Konsolen Xbox und Xbox 360 wurde die Software inzwischen portiert. Diese Versionen stammen jedoch nicht direkt von den ScummVM-Machern, sondern wurden von Fans für die Microsoft-Konsolen umgesetzt. Daher werden sie auf der offiziellen Webseite weder gelistet noch als unterstützt angegeben. Auch die Liste der mit ScummVM spiebaren Games liest sich beeindruckend. Neben beinahe allen bekannten Lucas Arts Adventures werden auch Kult-Games anderer Hersteller wie beispielsweise Simon the Sorcerer, Baphomets Fluch, Kings Quest, Space Quest, Police Quest und Leisure Suite Larry 1 unterstützt. Insgesamt kann der Emulator über 80 Spiele darstellen.

Aller Anfang ist leicht
Monkey Island 2: LeChuck's Revenge (Bild: Lucas Arts)Monkey Island 2: LeChuck's Revenge (Bild: Lucas Arts)Die Bedienung von ScummVM gestaltet sich unter Microsoft Windows sehr einfach. Nachdem das etwa 2,5 MB große Installationspaket von der Projekt-Webseite herunter geladen und auf der eigenen Festplatte installiert wurde, begrüßt den User nach dem Start ein gut strukturiertes, englischsprachiges Menü. Über die Bedienfläche „Add Game“ wird zu den Verzeichnissen der Spiele-Klassiker navigiert, welche anschließend mit „Choose“ ausgewählt werden. Handelt es sich um ein von ScummVM unterstütztes Spiel erkennt die Software automatisch den Namen und die Sprachversion des Klassikers. Ein Klick auf die Bedienfläche „OK“ beendet den Selektionsprozess. Zurück im Startmenü genügt ein Doppelklick auf das jeweilige Spiel um selbiges zum Start zu bewegen.

Aus Alt mach Neu
The Curse of Monkey Island (Bild: Lucas Arts)The Curse of Monkey Island (Bild: Lucas Arts)Die Krönung der Software stellen die verschiedenen Grafikfilter dar. Sie erlauben es, die deutlich angestaubten Grafiken der Adventure-Spiele deutlich aufzuwerten. Insgesamt zwölf verschiedene Modi stehen dazu zur Auswahl. Die Filter reichen von reinen Skalierungsmodi, die lediglich die Auflösung der Kult-Games erhöhen, bis hin zu aufwendigen Filtern, welche die Auflösung der Spiele auf bis zu 960x720 Bildpunkte schrauben und gleichzeitig das Bild deutlich schärfer und homogener präsentieren. Über die Benutzeroberfläche der Software können die Filter bequem konfiguriert werden. Die Einstellungen lassen sich entweder global für alle in ScummVM eingetragenen Spiele auswählen oder individuell an jedes Spiel anpassen. Damit ist es beispielsweise problemlos möglich Monkey Island 2 in der unveränderten Originalgrafik anzuzeigen und Indiana Jones and the Fate of Atlantis mit verbesserter Grafik zu spielen, ohne dass die Einstellungen dazu bei jedem Start von ScummVM neu angepasst werden müssten. Die Anforderungen an die Hardware fallen im Übrigen sehr niedrig aus. Da fast alle mit der Skriptsprache Scumm dargestellten Spiele schon zehn Jahre oder mehr auf dem Buckel haben, genügt bereits ein betagter Rechner mit Pentium 3-Prozessor um die Kult-Games auch mit dem qualitativ hochwertigsten Grafikfilter „AdvMAME3x“ ruckelfrei anzuzeigen.

Jewel Quest 2

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