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"Mass Effect": Rollenspiel-Epos mit Next-Gen-Grafik

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Test Mass Effect  

Rollenspiel-Epos mit Next-Gen-Grafik

03.12.2007, 10:00 Uhr | Golem.de / jr, t-online.de

Mass Effect (Bild: Microsoft)Mass Effect (Bild: Microsoft)Wenn Bioware - Entwickler von Top-Games wie Star Wars: Knights Of The Old Republic - ein Spiel fertig stellt, wird das mittlerweile mit größter Spannung und Aufmerksamkeit wahrgenommen. Das gilt auch für den jüngsten Sproß, das Sci-Fi-Rollenspiel Mass Effect. Warum es sich hier um ein großartiges Spiel handelt, das im Grunde in jede Xbox 360-Sammlung gehört, wird einem bereits wenige Minuten nach Spielstart deutlich: Bioware hat es geschafft, in puncto Atmosphäre und Story Maßstäbe zu setzen. Ungeachtet deutlicher Anleihen bei Star Wars, Star Trek und Stargate haben die Entwickler ein eigenständiges Science-Fiction-Universum kreiert, dessen Entdeckung und Eroberung den ganzen Helden im Spieler fordert.

Foto-Show Mass Effect: Screenshots


Wenig zu lachen

Mass Effect (Bild: Microsoft)Mass Effect (Bild: Microsoft)Im Mittelpunkt des Geschehens steht Commander Shepard. Als Spieler hat man die Möglichkeit, den Commander nach eigenem Gutdünken zu tunen - sowohl äußerlich als auch im Hinblick auf die Stärken und Fähigkeiten. Ist das vollbracht, findet man sich bereits im eigentlichen Spiel wieder. Ein eigenständiges Tutorial gibt es nicht, die Bedienungsoptionen werden bei laufender Action erklärt. Die als Grundlage des Ganzen dienende Geschichte ist durchaus spannend. Sie handelt von einer alten, ausgestorben geglaubten Zivilisation mit unglaublicher Macht und dem Kampf diverser Völkergruppen, die sich der Waffen dieses Volkes bemächtigen wollen. Dem Spieler obliegt es hierbei nun nicht nur, früher oder später das Universum zu retten, sondern auch eine Bresche für die Menschheit zu schlagen. Die spielt zu Beginn nämlich nur eine untergeordnete Rolle, und es liegt an Shepard zu beweisen, dass man den Menschen durchaus trauen und ihnen Verantwortung übertragen kann.

Erste Gefechte

Schon bald gilt es, die ersten Gefechte zu führen. Obwohl sich Mass Effect hier im ersten Moment wie ein 3rd-Person-Shooter mit optischen Parallelen zu Halo anfühlt, spielt es sich doch komplett anders. Im Grunde muss man vor jedem Gefecht pausieren, die eigene Taktik überlegen und die richtige Waffe beziehungsweise die passende Fähigkeit auswählen - erst dann geht es in den Kampf. Übrigens bestimmt man das nicht nur für den eigenen Charakter, sondern auch für die Truppe, die einen schon bald begleitet - neben generellen Befehlen wie "Stellung halten" oder "Vorausgehen" lässt sich jedes Crew-Mitglied auch gezielt und bestimmt lenken.

Viel zu tun

Mass Effect (Bild: Microsoft)Mass Effect (Bild: Microsoft)Mass Effect bietet einen guten Mix aus Action, Charakterentwicklung, Erkundungsgängen und Fahrten mit dem eigenen Jeep und vielen Multiple-Choice-Gesprächen. Je nachdem, ob man sich eher freundlich-kommunikativ oder abweisend-aggressiv verhält, verändert sich auch der Spielablauf; die eigenen Aktionen und Aussagen nehmen also deutlichen Einfluss auf den Spielablauf und auch auf den Ausgang der Geschichte. Das Multiple-Choice-System ist allerdings vor allem zu Beginn etwas verwirrend - es wird nicht die eigentliche Aussage ausgewählt, sondern kurze Stichworte, die andeuten, was Shepard danach von sich gibt. Im Gegensatz zu Biowares Star Wars-Titeln schlägt man sich hier allerdings nicht komplett auf die gute oder böse Seite; vielmehr gibt es diverse Abstufungen und die Möglichkeit, immer wieder neu zu entscheiden. Trotz der Menge an Gesprächen lässt die Spannung im Verlauf kaum nach – was natürlich auch an der herausragenden Präsentation liegt. Die zahllosen Cutscenes sind filmreif inszeniert, der Wechsel von Spiel- und Zwischensequenzen erfolgt immer fließend. Beeindruckend ist die technische Perfektion, mit der vor allem die Charaktere designt wurden

Held nach Maß

Mass Effect (Bild: Microsoft)Mass Effect (Bild: Microsoft)Im Spielverlauf werden diverse neue Planeten und Systeme bereist, wobei sich hier allerdings bald eines der kleineren Probleme von Mass Effect abzeichnet: Der Ablauf ähnelt sich doch immer wieder stark. Bei jeder ersten Landung kommt es zunächst zu einer Erkundungsfahrt mit dem Mako Rover, der sich leider nicht ganz so problemlos steuert, wie man es sich wünschen würde. Vor allem die Bedienung der Feuerwaffen des Fahrzeugs hätte etwas besser abgestimmt sein können, was vor allem in den gelegentlichen Kämpfen mit den riesigen Sandwürmern offensichtlich wird. Ebenfalls schade: Angesichts der Zeit, die man mit dem Mako verbringt, wäre es durchaus angebracht gewesen, das Fahrzeug auch aufrüsten und verbessern zu können; leider fehlt dazu die Möglichkeit. Dafür wird eifrig an den eigenen Fähigkeiten gestrickt. Wer sich mit Derartigem nicht gerne beschäftigt, lässt seine Spielfigur automatisch verbessern - ansonsten dürfen Punkte munter zwischen Stärken und Klassen verteilt werden.

Schattenseiten

Mass Effect (Bild: Microsoft)Mass Effect (Bild: Microsoft)Trotz aller gerechtfertigter Begeisterung über Mass Effect: Perfekt ist das Spiel bei weitem nicht. Zwar sind es immer nur kleinere Dinge, die einem negativ auffallen - zusammen genommen sorgen sie aber doch dafür, dass es schwer fällt, dem Spiel den Adelstitel "Meilenstein" zu verpassen. Das beginnt bei der teils etwas unübersichtlichen Menü-Bedienung, geht über gelegentliche Ruckler und führt bis hin zur Tatsache, dass man am Ende einfach das Gefühl hat, nicht alles gesehen zu haben, was einem versprochen wurde. Die Story vermittelt einem gleich zu Beginn den Eindruck unglaublicher Größe: Nachdem die Citadel, die Hauptstadt des Universums, komplett erkundet und auf diversen neuen Planeten gelandet wurde, stellt sich heraus, dass das Universum von Mass Effect eben doch nicht so ungeheuer komplex und abwechslungsreich ist, wie einem zunächst glaubhaft gemacht wurde.


Fazit

Mass Effect ist technisch beeindruckend, wartet mit einer großartigen Story und einer glaubwürdigen Welt auf, kurz: Es ist das beste Rollenspiel des Jahres 2007. Vollkommen und rundum perfekt ist der Titel allerdings nicht. Eine Pflichtanschaffung für Xbox 360-Besitzer stellt der Titel trotzdem dar. Insgesamt wird man mit Mass Effect etwa 30 Stunden verbringen. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, lässt aber Raum für weitere Entwicklungen - was auch durchaus gewünscht ist: Bioware will eine Trilogie entwickeln, auch Spielerweiterungen über Xbox Live wurden bereits erwähnt.

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