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"Trauma Center: Second Opinion": Die Wiimote wird zum Skalpell

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Trauma Center  

Die Wiimote wird zum Skalpell

19.09.2007, 12:45 Uhr | golem.de / vb, t-online.de

Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Vom kleinen Wehwehchen zur lebensrettenden Not-OP: Arzt spielen liegt im Trend. Immer mehr Games finden thematisch im Operationssaal statt und machen den Spieler zum Chefarzt. Während es früher oft die Regel war, dass erfolgreiche Titel auf stationären Konsolen früher oder später einen Handheld-Ableger zur Seite gestellt bekommen, geht Nintendo jetzt immer häufiger den umgekehrten Weg - was als innovative Idee auf dem DS funktioniert, erscheint etwas später auch auf Wii. Big Brain Academy war ein gelungenes Beispiel für diese Umsetzungspolitik, mit Trauma Center: Second Opinion folgt schon das nächste; und wieder ist das Ergebnis weitaus mehr als nur eine lieblose Portierung.
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Chirurgische Künste

Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Vom Beinamen des Spiels - Second Opinion - sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen; ein wirklicher zweiter Teil ist das Ganze nicht, das Gameplay ist vielmehr über weite Strecken mehr oder weniger identisch mit dem des DS-Titels Trauma Center: Under The Knife. Wieder gilt es also, in die Rolle des jungen Arztes Dr. Derek Stiles zu schlüpfen und seine Künste als Chirurg zu beweisen.

Einiges zu tun

Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Das Gameplay gestaltet sich ebenso ungewöhnlich wie fesselnd: Schritt für Schritt bekommt man als Wii-Chirurg neue OP-Aufgaben gestellt, die mit der Zeit an Komplexität und Schwierigkeit zunehmen und schon bald ein recht kundiges Umgehen mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln erfordern. Geht es zunächst noch darum, etwa mit einer Pinzette Glassplitter aus der Haut zu entfernen, müssen schon bald große Operationen wie etwa die Entfernung eines Tumors angegangen werden. Von der Vorabuntersuchung via Ultraschall bis zum klassischen Vernähen der Wunde mit Nadel und Faden gibt es somit einiges zu tun.

Aufregung dank Zeitdruck

Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Bei den ersten Aufgaben wird noch Hilfestellung geleistet, später dann gilt es, selbstständig die jeweils richtige Aktion auszuwählen - wer da zum falschen Instrument greift, muss sich nicht wundern, wenn der Gesundheitszustand des gerade vor einem liegenden Patienten rapide absinkt. Ein Zeitdruck sorgt zusätzlich für Aufregung. Fast wie im richtigen Arztleben sind da ruhige Hände und eine gewisse Stressresistenz gefragt.

Akribische Steuerung

Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Der größte Unterschied zum DS-Original liegt sicherlich in der Steuerung: Skalpell und anderes Werkzeug wird per Nunchuk ausgewählt, mit der Wiimote werden dann die medizinischen Störenfriede markiert, herausgeschnitten oder die Haut wieder zusammengeflickt; ähnlich, als würde man mit der Maus über den Bildschirm fahren. Mit der Zeit geht das immer leichter von der Hand, zahlreiche der Gesten und Bewegungen gehen schnell in Fleisch und Blut über; im Notfall kann aber auch mal in einen Zeitlupenmodus umgeschaltet werden, um die zahlreichen und oft sehr akribisch auszuführenden Behandlungsschritte etwas weniger hektisch zu gestalten.

Neue OPs und Möglichkeiten

Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Überhaupt steigert die Wii-Bedienung den Spielspaß im Vergleich zum DS-Original doch nochmals merklich, alles wirkt intuitiver und besser abgestimmt; wer als Besitzer des Handheld-Originals nach zusätzlichen Neuerungen sucht, wird zumindest mit einer Hand voll zusätzlicher Aktionsmöglichkeiten und OPs, einem neuen Schlusskapitel und einem plötzlich auftauchenden weiblichen Gegenstück für den Oberarzt geködert.

Kleinere Schwächen

Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Trauma Center: Second Opinion (Bild: Nintendo)Optisch sind die Veränderungen ebenfalls deutlich, hervorragend sieht das Spiel auf der Wii trotzdem nicht aus - der Manga-Look überdeckt aber recht geschickt die oft doch etwas enttäuschende Detailarmut. Auch akustisch wäre mehr möglich gewesen, etwa eine umfangreichere Sprachausgabe. Dem Spielspaß sind die Schwächen in der Präsentation glücklicherweise trotzdem kaum abträglich.

Fazit

Und wieder ist die Wii-Konsole um ein innovatives Produkt reicher. Trauma Center: Second Opinion mag Schwächen in der Präsentation haben und zudem über weite Strecken inhaltlich identisch mit der DS-Version sein, dank ebenso ungewöhnlichem wie unterhaltsamem Gameplay verdient der Titel trotzdem große Beachtung: Wer hätte schon gedacht, dass das virtuelle Arbeiten am OP-Tisch so viel Spaß machen kann.

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