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Handheld-Konsole: Sony Playstation Portable - Aufbruch zu neuen Ufern

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Sony Playstation Portable  

PSP: Aufbruch zu neuen Ufern

29.08.2005, 16:59 Uhr | Richard Löwenstein / jr

Seit Anfang September ist Sonys Handheld-Konsole Playstation Portable in Europa erhältlich. Ein Videospiel-System mit so viel Power wie stationäre Konsolen, aber so klein, dass man es in der Jackentasche mit sich tragen kann. Die PSP macht mobil gegen den etablierten "Gameboy Advance" und die Dualscreen-Konkurrenz "Nintendo DS". Sony setzt dabei erfolgreich auf den Faktor "Vorsprung durch Technik": Bis Ende März 2006 konnte Sony weltweit rund 17 Millionen Geräte an den Mann bringen; davon in Europa beachtliche 5,94 Millionen. Auch die Spiele verkaufen sich ordentlich. Insgesamt wurden rund 47 Millionen Titel absetzen. Der europäische Anteil daran betrug laut Sony 15,3 Millionen Games.

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Frischer Wind für die PSP

Um den Schwung nicht versiegen zu lassen, hat Sony für dieses Jahr die Integration weiterer wichtiger Features angekündigt. Per Firmware-Upgrade wollen die Japaner die Playstation Portable noch in diesem Jahr VoIP-fähig machen. Zum erweiterten Funktionsumfang der PSP soll auch die Unterstützung von RSS-Feeds für Video, die volle Netzwerk-Unterstützung sowie zum Jahresende das Booten von Memory-Sticks aus gehören. Schick: Auch ein Kameramodul und ein GPS-Add-On, mit dem zusammen sich die PSP dann als Navigationsgerät einsetzen lässt, werden lauf Ankündigung des Herstellers den Einsatzrahmen des Geräts erweitern.

Elegantes Äußeres

Die sensationelle Grafik-Leistung, Multimedia-Extras und Hightech-Spielspaß kosten Geld: Stolze 249 Euro werden für eine PSP im so genannten "Value Pack" fällig, inklusive Ohrhörer, Speicherkarte, Trageschlaufe und Schutztasche. Der erste Eindruck ist vom stilvollen und eleganten Design geprägt. Hochglänzende Oberfläche, schnörkellose Linienführung, hochwertige Anmutung ergänzen sich zu einem Lifestyle-Teil, mit dem man sich gerne sehen lässt. Mit sechzehn Zentimeter Breite und sieben Zentimeter Tiefe drückt die PSP allerdings beachtliche Beulen in die Hosentasche. Die Oberseite wird vom TFT/LCD-Display dominiert. Rechts davon hat Sony vier Aktionsknöpfe platziert, die den Tasten auf dem Dual-Shock-2-Controller der stationären Playstation 2 entsprechen. Links vom Display finden sich das Steuerkreuz und ein Analogstick. Die Schultertasten und Aktionsknöpfe sind digital ausgeführt, haben also keinen Hebelweg.

PSP in Aktion

Wenn die PSP gestartet wird und das Display zum Leben erwacht, kommt Begeisterung auf. Der Bildschirm bringt Farben so kontrastreich und brillant zur Geltung, dass es einem die ersten Male den Atem verschlägt. Das 16:9-Display beherbergt 480 x 272 Bildpunkte. Jeder davon kann eine von 16 Millionen Farben annehmen, das ergibt gestochen scharfe Bilder. Der 333 Megahertz schnelle Prozessor und 32 MB RAM bringen eine 3D-Grafik hervor, die an die Qualität einer Playstation 2 verflixt nahe heran kommt. Komplexe 3D-Animationen kommen auf der PSP detail- und effektreich zur Geltung.

Hau in die Tasten

Gut sehen sie aus, die ersten Spiele für PSP. Allerdings fehlen die innovativen Elemente, die einen auf Nintendos DS begeistern. Dessen zwei Bildschirme, der Touchscreen und das eingebaute Mikrofon sind Grundlage für einige äußerst reizvolle Spielideen. Vergleichbare Überraschungen sind auf der PSP vorerst nicht zu erwarten. Zwar sind bereits jetzt rund 25 Titel verfügbar, viele weitere sind in Arbeit. Aber bei fast allen handelt es sich um mehr oder weniger authentische Umsetzungen bekannter PS2-Games. Auffällig ist die Dominanz der Rennspiele. Knapp die Hälfte aller PSP-Neuerscheinungen zwingen den Spieler hinter ein Lenkrad.

Schnurlos spielen

Interessante Reize ergeben sich durch die Vernetzung von bis zu 16 PSP-Konsolen. Das klappt ganz mühelos und ohne Kabel über die integrierte Wireless-LAN-Funktion. PSP-Konsolen in der näheren Umgebung erkennen sich automatisch. Das klappt bei Entfernungen von bis zu 20 Metern. Von den ersten PSP-Spielen verfügen die meisten über Mehrspieler-Modi. Die vom Nintendo DS her bekannte "Game Sharing"-Funktion beherrscht auch die PSP. Damit können sich alle Mitspieler eine Spiele-CD teilen, denn die Grafik- und Programmdaten werden jeweils per Funknetzwerk auf die Konsolen aller Teilnehmer übertragen. Feine Sache, sofern die Software mitspielt. Zunächst wird das Feature nur vom Ende September erscheinenden Racing-Spektakel "Burnout Legends" unterstützt.

Multimediale Begabung

Die PSP macht sich auch prima als Multimedia-Unterhalter. Sie gibt Musik, Digitalfotos und Videos wieder. Fotos müssen im "JPEG2"-Format und Musikdateien als MP3-Datei vorliegen, Filme in einem die enormen Datenmengen effizient komprimierenden "MPEG4"-Spezialformat. Um die Daten auf die PSP zu kopieren, wird ein USB-Kabel nebst passendem PC benötigt. Klar, dass weder das eine noch das andere im Lieferumfang enthalten sind. Während die Übertragung von Bildern und Musik problemlos von der Hand geht, verlangen Videos noch nach etwas Handarbeit. Sie müssen auf das spezielle Displayformat der PSP umkodiert werden. Die notwendige Software namens "Image Converter 2 Plus" will Sony in einigen Wochen über die PSP-Homepage.

Teurer Speicher

Im Lieferumfang der PSP ist nur eine 32 MB fassende "Memory Stick Duo"-Speicherkarte enthalten. Das reicht locker für jede Menge Spielstände, aber nur für sechs bis acht Musikstücke und vielleicht zwei Minuten Video. Wer mehr will, kommt um den Kauf eines weiteren Datenbunkers nicht herum. Die PSP akzeptiert leider keine USB-Speicherstifte oder Sonys Standard-Memory-Sticks, sondern nur die weniger verbreitete Duo-Variante. Kein billiges Vergnügen: Die Duo-Memory-Sticks mit 512 MB Speicher kosten um die 60, mit einem Gigabyte etwa 100 und mit zwei Gigabyte etwa 220 Euro.

Es geht auch anders

Als Datenträger verwendet die PSP ein neues DVD-Format. Die so genannte "Universal Media Disk" oder kurz UMD misst knapp nur 6 Zentimeter im Durchmesser, speichert auf seinen zwei Dual-Layer-Ebenen trotzdem 1,8 Gigabyte an Daten. Genug für Spiele, genug aber auch für Filme. Sony Pictures veröffentlicht zum Start der PSP sechzehn Kinostreifen auf UMD, darunter "Hellboy", "XXX: The Next Level", "Hitch - Der Date Doktor" und "Es war einmal in Mexiko". Das Angebot soll stetig ausgebaut werden, auch um Musikvideos. Aufnahmen von Iron Maiden, Bob Marley und INXS sind bereits verfügbar. Movie- und Musik-UMDs kosten um die 20 Euro. Wer gratis "Spider-Man 2" gucken will, muss schnell sein. Sony verschenkt eine limitierte Auflage an alle PSP-Käufer, die sich online auf www.yourpsp.com als Kunden registrieren.

Viel Licht, aber auch Schatten

Der Allround-Unterhalter PSP hat allerdings auch mit Macken zu kämpfen. Beispielsweise macht der Akku schon nach fünf bis sechs Stunden schlapp und muss dann wieder für vier Stunden zum Aufladen ans Netz. Problematisch ist auch die Verarbeitung des Steuerkreuzes. Es sitzt etwas zu locker in der Verschalung. Diese zwei Millimeter Spiel können in kritischen Spielsituationen Heldenleben kosten. Zudem sind Steuerkreuz und Quadrat-Aktionsknopf sehr nah am Display platziert. Dadurch sind unschöne Fingerabdrücke unvermeidbar. Sony wird wohl wissen, weshalb sie der PSP ein Poliertuch beilegen. Außerdem lässt die filigrane Verarbeitung des Ein/Aus-Schalters, der zwei Lautstärke-Taster und des Laufwerks Zweifel an der Langlebigkeit im mobilen Betrieb aufkommen.

Störende Ladepausen

In Japan, wo die PSP schon gut ein Jahr im Handel ist, beklagen viele Kunden Ausfälle der Aktionsknöpfe. In der deutschen Version der PSP seien die Probleme behoben, sagt Sony. An anderen Problemzonen wird sich aber vorerst wenig ändern. An den Ladezeiten etwa. Bei "DTM Race Driver 2“ vergehen beim Wechsel zwischen den Rennstrecken gut und gerne 15 Sekunden. Klingt nach wenig, stört aber, wenn man beim Warten auf die U-Bahn nur eben mal ein paar Minuten überbrücken will. Problematisch ist auch das Daddeln unter freiem Himmel. Das Display spiegelt stark, dadurch ist bei direkter Sonneneinstrahlung darauf kaum noch etwas zu erkennen. PSP-Zocker sollten sich ein schattiges Eckchen suchen und die schicken Ohrhörer einstöpseln, um den vollen Sound genießen zu können. Die eingebauten Lautsprecher geben den 1A-Ton der PSP leider nur unvollkommen wieder.

Fazit

Edles Design, fantastische Grafik, vielseitige Einsatzmöglichkeiten: Die PSP ist momentan ganz klar das technisch beste Videospiel-System für unterwegs, und ein tolles Style-Gadget dazu. Wer sich auf Reisen mit Games, Musik und Videos unterhalten will, kommt um Sonys Mini-Maschine kaum herum. Man muss allerdings eine handvoll Kinderkrankheiten verschmerzen können und darf sich auch keine originellen Spiele-Konzepte erwarten. PSP, das ist der Spaß einer Playstation 2, geschrumpft auf Hosentaschenformat - nicht mehr und nicht weniger.

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