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Der Wettstreit um die Gunst der Gamer

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Neue Runde im Konsolenkrieg  

Der Wettstreit um die Gunst der Gamer

11.05.2006, 15:47 Uhr | jr

Microsofts Xbox 360, Sonys Playstation 3 und Nintendos Wii: Die "Next Generation"-Konsolen sorgten auf der Spielemesse E3 in Los Angeles für viel Aufregung. Die Streithähne lieferten sich ein hartes Gefecht um die Gunst der Spieler. Dank des frühen Launchs der Xbox 360 im November 2005 dominiert Microsoft das Feld in Sachen Verkäufen und rüstet sein Spiele-Portfolio mit Krachern wie Halo 3, Test Drive Unlimited und Gears of War weiter auf. Hauptkonkurrent Sony - im letzten Jahr mit zirka 70 Prozent Anteil am Konsolenmarkt der Platzhirsch der Szene - bringt seinen Hoffnungsträger Playstation 3 erst am 17. November in Europa an den Start. Sony will mit der Hightech-Ausstattung der Konsole (Cell-Prozessor, Blu-Ray-DVD-Laufwerk) Punkte machen. Der Dritte im Bunde, Nintendo, verzichtet bei seiner auf den Namen Wii getauften Konsole auf den technischen Overkill der Konkurrenz und setzt seine Chips auf das völlig neue Spielerlebnis, das der revolutionäre Fernbedienungs-Controller der Wii bieten soll.
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Microsoft will PC und Konsole zusammenbringen

Xbox-Chef Peter Moore hielt bei seiner Pressekonferenz auf der E3 den Ball zunächst flach. Das Action-Spiel Gears of War sorgte immerhin für einen leicht ansteigenden Adrenalinspiegel, genauso wie die dritte Halo-Version. Bis Weihnachten sollen 160 Games das Spiele-Portfolio der Xbox 360 zieren. Schick auch die für Casual Gamer wichtige Ankündigung, dass es in Zukunft möglich sei, Klassiker wie Frogger von der hauseigenen Online-Plattform "Xbox Live Arcade" herunterzuladen und auf der Xbox 360 zu spielen. Für leichte Schweißausbrüche bei Sony sorgte dann die Ankündigung, das der nächste Teil der Grand Theft Auto-Reihe im Oktober 2007 auch für Xbox 360 verfügbar sein soll. Die wegen ihrer Gewaltszenen umstritten, aber höchst verkaufsträchtigen Games der GTA-Reihe hatte die Playstation bisher zum Start exklusiv im Gepäck. Auch einige Hardware-Gadgets präsentierte Moore, darunter ein neues Headset, ein Funk-Lenkrad und das bereits angekündigte HD-DVD-Laufwerk.

Paukenschlag durch Bill Gates

Den wirklichen Paukenschlag hatte sich Chief Software Architect Bill Gates persönlich vorbehalten. Unter dem Projektnamen "Live Anywhere" plant Microsoft, einen alten Traum der Gamer-Szene zu verwirklichen - nämlich Konsolen- und PC-Spieler zusammenzubringen. Zumindest auf der hauseigenen Plattform, sprich auf der Basis von Windows Vista und Xbox 360. Beide Fraktionen sollen sich nach den Plänen von Gates online verabreden und gegeneinander antreten können, sofern sie über die entsprechende Versionen des gleichen Spiels verfügen. Inhalte (zum Beispiel das Design und die Abstimmung von Rennwagen) können zwischen den unterschiedlichen Plattform ausgetauscht und bearbeitet werden. Über kurz oder lang zielen diese Pläne auf die Etablierung einer Windows-basierten Online-Gemeinschaft, zu der später auch noch die Windows CE-basierten Mobiltelefon-Daddler stoßen sollen. Die Basis für das Projekt soll die Xbox 360 legen, von der Microsoft bis zum Jahresende 10 Millionen Geräte unters Volk bringen möchte.

Sonys Aufbruch zu neuen Ufern

Unter den "Next Generation"-Konsolen verfolgt Sony mit der Playstation 3 das technisch ambitionierteste Konzept. Mit dem rechenstarken Cell-Prozessor und dem integrierten Blu-Ray-DVD-Laufwerk wagt sich der japanische Hersteller auf ein bisher noch nicht beschrittenes Terrain vor. Das gilt auch für den von Sony Computer Entertaiment-Boss Ken Kutaragi stolz präsentierten Funk-Controller der PS3. Das Design unterscheidet sich auf den ersten Blick nur wenig von den legendären Dual-Shock-Bedienteilen der PS2, hat es aber unter der Plastikhülle faustdick hinter den Ohren. Zwar hat Sony die Rumble-Funktion gekickt, dafür aber sehr präzise arbeitende Bewegungssensoren eingebaut. Die messen die Bewegung im Raum und übertragen die Informationen ins Spiel, was zum Beispiel bei einem Flugzeug-Actiongame wie Warhawk den realistischen Eindruck der Luftkämpfen markant erhöht.

Alle Klarheiten beseitigt

Auch Preis und Ausstattung der Playstation 3 stehen endlich fest. Nach Aussagen von Ken Kutaragi kommt die neue Powerkonsole in zwei Varianten auf den Markt, die beide über den Cell-Prozessor, das neue Blu-Ray-Disk-Laufwerk, einen Nvidia-Grafikchip, je 256 MB XDR- und GDR3-Speicher, USB 2.0 sowie Gigabit-Ethernet und Bluetooth-Funkverbindung verfügen. Unterschiedlich ist die Größe der integrierten austauschbaren Festplatten: Das 499 Euro teure Basismodell bekommt 20 GB Speicherplatz spendiert, die 599 Euro teure Luxus-Variante der Playstation 3 bringt eine Festplatte mit 60 GB Speicherplatz mit. Zudem verfügt nur die Luxus-PS3 über einen WLAN-Anschluss (IEEE 802.11 b/g), einen Speicherkarten-Slot (Memory-Stick, SD-Card, Compact Flash) und den für das hochauflösende Filmvergnügen unverzichtbaren HDMI-Ausgang. Auslieferungsstart in Japan ist der 11. November 2006; in den USA und Europa will Sony am 17. November loslegen.

Nintendo setzt auf Spielwitz

Nintendo schickt den Gamecube-Nachfolger unter der Bezeichnung Wii ins Rennen. Während die Konkurrenz die Leistungsfähigkeit ihrer Konsolen gnadenlos nach oben schraubt, setzt der Dritte der streitbaren Konsolen-Krieger darauf, dass das Spielen mit der neuen Wii-Konsole dank des neu kreierten Bedienkonzepts viel Spaß macht. Der jüngst mit dem Ritterschlag der Queen geehrte Spiele-Guru Shigeru Miyamoto und sein Kollege Reggie Fils-Aime betonten bei ihrer E3-Präsentation, dass der revolutionäre Fernbedienungs-Controller der Wii ein in dieser Intensität vorher völlig unbekanntes Spielgefühl vermitteln würden. So wolle man auch Menschen ansprechen, die noch nie zuvor einen Gedanken an ein Videospiel verschwendet hätten. Der Release-Termin der Wii ist für Ende 2006 geplant. Bis zum 31. März 2007 sollen weltweit insgesamt rund sechs Millionen Wii-Konsolen an den Handel ausgeliefert werden. In Japan soll die Konsole nicht mehr als 25.000 Yen (rund 174 Euro) und in den USA nicht über 250 US-Dollar (rund 195 Euro) kosten. Für Europa wurden noch keine Angaben gemacht, hier gilt jedoch ebenfalls die 200-Euro-Marke als realistisch.

Download Wii: Videotrailer
Download Wii: Videotrailer zum Controller (16,8 MB)

Play together

Bei der Präsentation der Wii-Konsole auf der E3-Spielemesse in Los Angeles hatte der japanische Hersteller noch weitere Überraschungen parat. Dazu zählt der Strom sparende, durch die Abschaltung der Lüfter nahezu geräuschlose Stand-By-Modus. Dabei bleibt die Konsole über den integrierten Opera-Browser online und hält Kontakt zu Nintendos Online-Service Wii Connect 24. Der Vorteil: Die Wii-Konsole ist ohne Verzögerung durch Ladezeiten sofort spielbereit. Auch in Sachen Controller hatte Nintendo noch einen Pfeil im Köcher: Das Gerät verfügt über einen eingebauten Lautsprecher. So ist die akustische Kulisse stimmig, wenn der Spieler zum Beispiel in klassischer "Point and Shoot"-Manier einen Pfeil abschießt und man das Surren quasi direkt ans Ohr geliefert bekommt. Im Unterschied zu Sonys neuem PS3-Controller hat Nintendos Bediengerät auch eine Rumble-Funktion.

Fazit

Endlich liegen die Karten auf dem Tisch, und die Spieler können entscheiden, welche der unterschiedlichen Marschrichtungen sie folgen wollen. Die Xbox 360 hat sich im Markt etabliert und kann auf ein ansehnliches Spiele-Programm verweisen. Platzhirsch Sony hat sich für ein wagemutiges Vorgehen entschieden und legt mit der PS3 die technische Messlatte sehr hoch. Nintendo dagegen verweigert sich dem Technik-Hype und setzt bei seiner Wii auf das Prinzip Spielspaß. Bleibt die Frage, ob die inhaltliche Qualität der Spiele über die im Vergleich zu Xbox 360 und PS3 weniger anspruchsvolle Präsentation hinweg tröstet.

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