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Videospiele: Nintendo verkauft Spielekonsole Wii zum Kampfpreis

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Nintendo Wii  

Start frei für die Wii-Wunderkiste (Teil 3)

26.05.2006, 11:21 Uhr | Golem.de / kro / jr, t-online.de

Nintendo Wii Classic Controller (Bild: Nintendo)Nintendo Wii Classic Controller (Bild: Nintendo)Auch alte Nintendo-Klassiker sollen nach dem Willen des japanischen Herstellers nicht dem Vergessen anheim fallen. NES- sowie SNES- sowie N64- und Sega Mega Drive-Games sind über die "Virtual Console" (einen speziellen Download-Bereich für Casual Games und ältere Konsolenspiele) der Wii spielbar. Alle dafür vorgesehenen Games sollen originalgetreue Umsetzungen ohne zusätzlich Inhalte wie zum Beispiel einen Online-Modus sein. Auch Bugs oder Grafikfehler der online herunterladbaren Klassiker werden laut Nintendo nicht verbessert. Die Downloadgrößen der Spiele fallen je nach Vorlage unterschiedlich aus und liegen zwischen 1 (NES), 5 (SNES) und 32 MB (N64-Games). Auch die Tastenbelegung ist von Spiel zu Spiel unterschiedlich; Infos darüber gibt es in einer mit dem Download mitgelieferten Anleitung. Preislich liegt das Ganze zwischen drei und sieben Euro pro Spiel. Empfehlenswert für diese Spiele ist der optional erhältliche Classic Controller mit zwei Analog-Sticks, Steuerkreuz, ABXY-Knöpfen und zwei Schultertasten. Zum Launch sind 31 Spiele erhältlich; bezahlt wird mit Wii Points (1 Wii-Punkt entspricht ungefähr einem Cent). Die "Währung" von Nintendo kann man über einen eigenen Shop-Kanal der Konsole mit Kreditkarte online kaufen; auch der Erwerb von Prepaid-Karten ist möglich.

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Online geht die Post ab

Ein starkes Standbein sollen ab dem zweiten Quartal 2007 auch die für die Wii konzipierten Online-Spiele darstellen. Nintendo plant, auf eine monatliche Abo-Gebühr zu verzichten. Allerdings werden nicht alle angebotenen Online-Spiele online kostenlos spielbar sein. Das gilt vor allem für die über Abonnements finanzierten Online-Rollenspiele. "Unser Fokus ist es, möglichst vielen Kunden eine unterhaltsame Online-Erfahrung zu bieten", begründet Nintendos US-Chef Reggie Fils-Aime die Firmenpolitik. Die Online-Plattform soll nach seinen Vorstellungen aber auch dazu da sein, das Spielerlebnis zu vertiefen. "Wenn man zu einer bestimmten Stelle im Spiel gelangt, könnten wir neue Inhalte liefern; etwa einen neuen Bosskampf, ein Artefakt oder eine neue Waffe." Laut Fils-Aime ist es geplant, ab dem zweiten Quartal 2007 auch direkte Online-Duelle in Wii-Spielen zu ermöglichen. Selbstverständlich können auf der Wii auch Demos online herunter geladen und wahlweise im internen 512-MB-Flash-Speicher oder auf SD-Speicherkarten abgelegt werden.

Download Wii: Videotrailer
Download Wii: Videotrailer zum Controller (16,8 MB)

Info-Kanäle auf der Wii

Zum Start der Konsole bringt Nintendo den Wii-Connect-24-Onlinedienst mit einem auf mehrere Kanäle verteilten Informationsangebot. So soll der Austausch von Nachrichten-, Wetter- und Bildinformationen möglich sein. Dank eines Strom sparenden, durch die Abschaltung der Lüfter nahezu geräuschlosen Stand-By-Modus kann die Konsole auch bei abgeschalteten Lüftern online bleiben und wird über einen Push-Service mit Updates und Spielen versorgt. Der daraus resultierende Vorteil liegt auf der Hand: Die Wii-Konsole ist ohne Verzögerung durch Ladezeiten sofort spielbereit. Zudem kann man per Opera-Browser im Internet surfen oder Freunden auf der Wii-Pinwand online Bilder und Nachrichten übermitteln.

Technische Leckerbissen

Schick ist aber auch die kabellose Sprachkommunikation. Viele der von Nintendo für ein jüngeres Zielpublikum entwickelten "First Party"-Videospiele werden eine "Voice-to-text"-Funktion enthalten. Die zugrunde liegende Technik ist in der Lage, den Abstand der Stimme zum Mikrofon und die Lautstärke des Gesprochenen zu analysieren. Wer zum Beispiel engagiert bei der Sache ist und die Action auf dem Bildschirm lautstark begleitet, der bekommt seinen Kommandotext in Großbuchstaben auf dem Bildschirm angezeigt.

Mit "High Definition" nichts am Hut

Im Gegensatz zur Konkurrenz PS3 und Xbox 360 hat Nintendo mit dem heiß diskutierten Thema "High Definition" nichts am Hut: Nur ein kleiner Teil der Haushalte besitze einen HDTV-Fernseher, zudem würden auf herkömmlichen TV-Geräten HD-Spiele nicht besonders gut aussehen, heißt es als Begründung. "Nintendo hält die Zeit für hoch auflösendes Fernsehen noch nicht für reif", argumentierte Bernd Fakesch auf der GC 06. Zudem sei es sehr teuer, HDTV-Spiele zu produzieren. Dagegen hätten bei der Wii-Konsole auch kleinere Spiele-Hersteller mit kreativen Konzepten die Chance, ein erfolgreiches Game auf den Markt zu bringen.

Fazit

Nintendo schlägt mit seiner neuen Wii-Konsole einen höchst interessanten Kurs ein. Statt altbekannte Spiele mit noch mehr Hardware-Power optisch und akustisch aufzublasen, setzen die Japaner auf ein innovatives Bedienkonzept, das letztendlich dem Spielerlebnis an sich eine andere Wertigkeit verleiht. Der "Das will ich jetzt mal ausprobieren"-Reiz ist schier unwiderstehlich. Zudem sollen nicht nur große Software-Projekte eine Chance haben, auf der Wii zu landen, sondern auch unabhängige Entwickler mit pfiffigen Ideen. Und mit der Möglichkeit, altbekannte Spiele-Klassiker zu spielen, wird auch die große Gemeinde der Retro-Games-Fans bedient. Bezüglich der Preisgestaltung muss Nintendo aber achtgeben: Nicht jeder Neueinsteiger und Casual-Spieler - also genau die Zielgruppe auf die man besonders zielt - ist bereit, für ein Wii-Vollpreis-Spiel 50 Euro und mehr auf den Tisch zu legen. Auch der günstige Preis von 250 Euro für die Konsole relativiert sich etwas, wenn man an die für den Spielspaß zu zweit notwendige Vollausstattung denkt: Für eine Wiimote-Fernbedienung und ein Nunchuk-Controller darf man noch einmal knapp 60 Euro anlegen, das YUV-Komponenten-Kabel für ein besseres Bild kostete 30 Euro - und so ist man ruckzuck über der 300 Euro-Schwelle angekommen.

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