Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Ego-Shooter: "Boiling Point - Road to Hell" - Knallharter Dschungelkämpfer

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Boiling Point: Road to Hell  

Knallharter Dschungelkämpfer

30.05.2005, 16:24 Uhr | Medienagentur plassma / as, t-online.de

Die Spieleschmiede Deep Shadows hat mit Boiling Point einen Ego-Shooter entwickelt, der mit frischen Ideen aus dem Genre-Einheitsbrei hervorstechen will. Der Action-Titel bietet trotz einiger grafischen Schwächen eine spannende Handlung, abwechslungsreiche Missionen, jede Menge spielerische Freiheiten und eine gekonnte Verknüpfung mit Rollenspiel-Elementen. Außerdem sind die Dschungel-Abenteuer des Protagonisten Saul Meyers mit einer ordentlichen Prise Humor angereichert.

#
Schon gemerkt? Mit einem Doppelklick auf jedes beliebige Wort im Artikel gelangen Sie jetzt direkt zum passenden Wikipedia-Eintrag. Klicken Sie sich schlau!
#

#

Ab in den Dschungel

Saul Meyers, ein ehemaliges Mitglied der Fremdenlegion, sitzt unruhig in seinem Lieblingssessel. Seine Gedanken schweifen ständig um seine Tocher Lisa. Diese ist als Reporterin nach Südamerika geflogen, um einer großen Story nach zu gehen. Doch plötzlich riss jeder Kontakt zu ihr ab. Was ist mit ihr geschehen? Hat sich das Mädchen verlaufen? Wurde sie gar entführt? Saul Meyers fasst den Entschluss, seiner Tochter hinterher zu reisen. Doch das Vorhaben, die Verschollene aufzuspüren, gestaltet sich schwieriger als zunächst gedacht. Unwegsames Gelände und sich bekriegende Fraktionen stehen dem Vater bei seiner Suche im Weg. Schon bald merkt Saul, dass er ohne die Hilfe der verfeindeten Parteien sein Ziel niemals erreichen kann. Das Abenteuer beginnt!

Bündnis mit dem Bösen

Einer der interessantesten Aspekte von Boiling Point ist die Interaktion mit den insgesamt sieben verschiedenen Gruppierungen. Von der Drogenmafia über Latino-Banditen bis hin zu Agenten der Regierung bevölkern allerhand skurrile Gestalten den dichten Dschungel Südamerikas. Ehe sich der Spieler versieht, befindet er sich mitten in einer Schießerei zwischen zwei Fraktionen und bringt sich erst mal in Sicherheit. Anfangs sind die einzelnen Gruppen gegenüber Saul neutral eingestellt. Dies ändert sich allerdings im weiteren Spielverlauf. Neben der eigentlichen Hauptmission - das Aufspüren der Tochter - bieten die Computer-Charaktere dem Spieler immer wieder lukrative Aufträge an. Die Mafia verlangt in einer Mission beispielsweise, dass Saul eine Ladung Rauschgift durch das Territorium transportiert. Neben einigen Scheinchen bringt ihm das erfolgreiche Absolvieren dieses Jobs auch den Respekt bei den entsprechenden Leuten ein. Gleichzeitig weckt eine illegale Schmuggel-Aktion aber auch das Interesse der Regierungsagenten, die ab sofort weniger gut auf Saul zu sprechen sind.

Dynamik ist alles

Weit über 100 Nebenaufgaben findet der Spieler im Verlauf des Abenteuers. Wann und in welcher Reihenfolge man diese in Angriff nimmt, bleibt einem gänzlich selbst überlassen. Ähnlich dynamisch ist die Charakterentwicklung von Saul Meyers konzipiert. Die integrierten Rollenspiel-Elemente offenbaren sich erst nach einem gewissen Zeitraum. Läuft man etwa oft zu Fuß durch die Landschaft, steigt die Ausdauer und Kraft des Helden an. Schwingt man sich jedoch lieber hinter das Lenkrad eines Jeeps oder Hubschraubers, sinken die Ausdauer-Attribute wieder ab. Dieses Prinzip findet auch bei der Handhabung der Waffen seine Anwendung. Je öfter der Spieler mit Pistole, Schrotflinte oder Raketenwerfer agiert, desto präziser und effektiver setzt er diese zukünftig im Kampf ein.

Lebendige Spielwelt

Doch nicht nur die Hauptfigur ist dieser Dynamik unterworfen, sondern die komplette Spielwelt. In dem rund 625 Quadratkilometer großen Areal fristen neben den verfeindeten Fraktionen zahlreiche Tiere und Naturvölker ihr Dasein. Erstere streifen gerne nachts durch das Dickicht und machen Jagd auf Beute - auch auf Saul Meyers. Die Ureinwohner zelebrieren immer wieder mal mystische Rituale. Alles steckt voller Leben. Zum Glück gibt es mehrere Städte, die nicht nur Sicherheit, sondern auch Händler mit neuer Ausrüstung und gemütliche Bars bieten. Dort darf man sich auf Wunsch das ein oder andere Bier genehmigen und mit den Bewohnern plaudern, um an heiße Informationen zu gelangen. Doch Vorsicht: Wer zu viel trinkt, wankt eine Zeit lang durch die Gegend und trifft nicht mal mehr ein Scheunentor aus zwei Metern Entfernung. Humoristische Einlagen wie diese lockern Boiling Point immer wieder auf. In welchem Spiel darf man beispielsweise mit Einmachgläsern auf den Gegner losgehen?

Optische Schwächen

Spiele wie Doom 3 oder Far Cry bestechen mit imposanten Effekten und setzten diesbezüglich neue Maßstäbe. Die Optik von Boiling Point kann da nicht ganz mithalten. Gerade die Figuren wirken stellenweise etwas kantig und weniger detailreich als bei der Konkurrenz. Als Ausgleich ergötzt man sich an riesigen Außenarealen samt tollem Weitblick. Auch die Waffen sehen allesamt recht ordentlich aus. Für die Zwischensequenzen holten sich die Entwickler Verstärkung aus Hollywood an Bord. Arnold Vosloo, Darsteller in den Kinofilmen Die Mumie und Die Rückkehr der Mumie, leiht in den kurzen Zwischensequenzen dem Helden Saul Meyers sein Konterfei. Die Soundkulisse schneidet insgesamt positiv ab. Die Waffeneffekte klingen allesamt realistisch, und auch die deutsche Sprachausgabe gibt wenig Grund zur Beanstandung.

Fazit

Boiling Point: Road to Hell steckt voller Ideen. Da machen manche Entwickler zwei Spiele draus. Die Handlungs- und Bewegungsfreiheit ist enorm, die Abhängigkeitsmechanismen der verschiedenen Fraktionen sorgen für frischen Wind. Auch die von Rollenspielen inspirierte Charakterentwicklung ist eine willkommene Abwechslung. Allerdings vermisst man des Öfteren eine helfende Hand, die den Spieler etwas energischer durch das Geschehen führt – die Schattenseite der spielerischen Freiheit. Zudem muss man bei der Grafik teils deutliche Abstriche in Kaufen nehmen, da hat die Konkurrenz mehr zu bieten. Dennoch ist Boiling Point mehr als nur einen flüchtigen Blick wert und hebt sich angenehm aus dem Shooter-Einheitsbrei ab.

Titel: Boiling Point - Road to Hell
Genre: Ego-Shooter
Wertung: Gut
System: Windows-PC mit 1,6-GHz-Prozessor, 512 MB Arbeitsspeicher, 3D-Grafikkarte mit mindestens 64 MB Videospeicher
Hersteller: Deep Shadows
Publisher: Atari
Preis: ab 40 Euro
USK-Freigabe: Ab 16
Release-Termin: Erhältlich

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal