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Racing-Action: "187 Ride or Die" - Mit Karre und Knarre

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Preview 187 Ride or Die  

Mit Karre und Knarre

27.07.2005, 16:33 Uhr | Richard Löwenstein / as, t-online.de

Böse Buben, schnelle Autos und heiße Girls: In 187 Ride or Die soll zusammen kommen, was ein Bestseller-Game heutzutage offenbar braucht. Und das sind Hochgeschwindigkeits-Wettfahrten á la Burnout und Schießereien ähnlich denen aus Grand Theft Auto: San Andreas - inklusive jeder Menge Gewalt, wie die Zahl 187 im Titel andeutet. Denn wenn US-Cops die Meldung über einen Mordfall in den Streifenwagen gefunkt bekommen, dann kriegen sie diese Zahl und ein Wort zu hören: "187 Homicide" ist in den Staaten das Polizeikürzel für Mord und Totschlag. Bevorzugt zu hören in den Ghettos von Los Angeles, so will es das Klischée. Und 187 Ride or Die steckt voller Klischées.

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Hiphop-Gangstertum

Im Mittelpunkt des rasenden Gangster-Wettlaufs steht ein Typ namens Buck. Er führt das Leben eines bösen Buben, mit schnellen Autos und schönen Frauen und der Gefahr als ständigem Begleiter. Bucks Dienstherr nennt sich Dupree, er ist der König in den Schwarzen-Ghettos von Los Angeles. Kopfschmerzen bereitet den beiden ein übler Bursche namens Cortez. Er und seine Gang wollen die Kontrolle über die Straßen an sich reißen. Also schnappt sich Buck Karre und Knarre und eröffnet den Bandenkrieg. Eine ziemlich stereotype Story, die sich Hollywood-Autor Matty Rich für seine erste Videospiel-Arbeit ausgedacht hat. Bleibt zu hoffen, dass die für den späteren Spielverlauf angekündigten Überraschungen tatsächlich überraschen.

Jede Menge Grafikeffekte

Gut sehen sie jedenfalls aus, die turbobeschleunigten Straßenschlachten. Wenn der Spieler das Gaspedal durchtritt und Cortez´ Autos vom Asphalt rempelt, dann fliegen die Kulissen mit einem Affenzahn vorbei, garniert von Funkenflug und Patronenhülsen. Wieso Patronenhülsen? Weil der Fahrer fährt und der Beifahrer sich aus dem Seitenfenster hängt und schießt. Also Drive-by-Shooting, ganz ähnlich wie in einigen Szenen bei Grand Theft Auto: San Andreas. Alles sehr schnell, bunt und spektakulär. Rasante Schnitte, coole Wiederholungen und scharfe Slow-Motion-Effekte erinnern an Burnout 3.

Ein Adrenalinschub nach dem anderen

Auch die sekundengenau choreographierten Szenen und das begeisternde Tempo regen das Spielerherz mächtig an. Mit einem Affenzahn um die Kurve driften, im letzten Moment einen Truck umkurven und den Gegenverkehr nur um wenige Zentimeter verpassen, das soll einem das Adrenalin ins Blut pumpen. Im Spielverlauf wird auch dem Auge richtig was geboten. Heiße Kurven beispielsweise, wenn man im Pickup durch die Kurven wetzt. Dann steht der ballernde Beifahrer nämlich hinten auf der offenen Ladefläche, oft genug als weibliche Person im Minirock. Für solche Rollen stellt sich unter anderem das Fotomodel Thekla Roth zur Verfügung.

Frei erfundene Autos

Bis zu sechs Karren fetzen feuernd, driftend und kämpfend durch die Gossen von Los Angeles. Dass weder Ferrari noch BMW, Mercedes, Ford oder sonst ein Autohersteller seine Produkte in diesem Spiel vertreten sehen möchte, ist verständlich. Die 30 nach und nach freispielbaren Gefährte sehen also vertraut aus, sind aber frei erfunden. Sie verzichten auf Markennamen und tragen stattdessen Modellbezeichnungen wie Just Blaze, Big Pimpin´, Thuggin´, G-Funk und Fo Shizzle. Wie böse Gangsterkarren halt so heißen. Die zehn Sportautos, zehn Muscle Cars, fünf SUVs und fünf Pickups unterscheiden sich in Sachen Geschwindigkeit, Panzerung, Turbopower und Handling. Damit sollte jedem Geschmack gedient sein.

Vierzehn Waffen

Die Aufzählung der Knallkörper liest sich wie das Best-of im Katalog eines ukrainischen Waffenhändlers. Uzi, Glock, Jackhammer, Bazooka, Desert Eagle, AK47, Gatling Gun, G36 und vier weitere Schießeisen stehen auf der Seite der Angriffswaffen. Minen und Molotov-Cocktails bilden die Fraktion der Defensivwaffen. Unterschiede in der Feuerrate, im Wirkungsgrad, der Reichweite und der Nachladezeit bringen eine Prise Taktik ins Spiel. Einige Waffen verursachen kaum Schäden am Fahrzeug, aber umso mehr an dessen Fahrer, oder umgekehrt. Man kann die Karre des Gegners anrempeln und sich dessen Schießeisen mit etwas Glück und Timing unter den Nagel reißen.

Coole Online-Wettrennen

Das "Rempel-die-Waffe"-Feature mutet zuerst wie ein Gag an, entwickelt sich aber bald zu einer entscheidenden Option. Denn der Blechkontakt sollte für jede Menge Spaß gut sein, sobald sich bis zu vier Spieler zu Online-Wettrennen verabreden. Hersteller Ubisoft verspricht große Dinge für den Mehrspielermodus. Zum Beispiel eine umfassende Internet-Tabelle mit Vergleichsmöglichkeit für Bestzeiten, Abschüsse und Punktestände. Dazu frei konfigurierbare Wettrennen mit und ohne Bots oder Gegenverkehr, mit Rundkursen und frei befahrbaren Arenen. Mal muss man alle Gegner eliminieren, mal sich nur mit Minen verteidigen. Unklar ist bisher, ob man auch als Fahrer/Beifahrer-Team antreten kann. Dass man sich jederzeit beschimpfen darf, ist dafür klar. Auf der Playstation 2 via USB-Headset, auf der Xbox per Communicator.

Links lenken, rechts feuern

Die Steuerung ist im momentanen Status allerdings gewöhnungsbedürftig. Zwei Analogsticks gleichzeitig koordinieren, links lenken, rechts feuern, gar nicht so einfach. Der Schwerpunkt liegt eher auf der Prüfung des Fahrkönnens, aber ganz ohne Waffeneinsatz Siege herausfahren, das klappt auch nicht. Man muss dem Gegner ganz gezielt die Windschutzscheibe zerschießen und ihm dadurch die Sicht verhageln. Oder ihm die Reifen durchlöchern, weil er auf den drei noch verbleibenden Pneus kaum hinterher kommt. Trainingsmodi sind allerdings schon eingeplant, so dass sich die Steuerung keineswegs zwangsläufig zum Sorgenkind entwickeln muss.

Fazit

Neu ist die Idee nicht, fetzige Wettrennen und wilde Schießereien zu verknüpfen. Das gab´s unter anderem schon 1989 im Spielautomat Chase HQ und vor zwei Jahren im Racing-Spaß zum Movie-Remake Starsky & Hutch. Richtig gut gelungen ist die Mischung bisher aber nur in Activisions Interstate ´76, und das vor allem wegen des überzeugenden Rahmenprogramms und der interessanten Figuren. Wenn 187 Ride or Die das Flair des Hiphop-Untergrund ebenso umfassend einfängt, könnte mehr draus werden als nur ein bleihaltiger Adrenalinrausch.
 
Titel: 187 Ride or Die
Einschätzung: Gut
Genre: Racing-Action
System: Windows-PC, Playstation 2, Xbox
Hersteller: Ubisoft Paris
Publisher: Ubisoft
Preis: ab 45 Euro
Release-Termin: Im Handel
USK-Freigabe: Ab 16

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