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Ego-Shooter: "Serious Sam 2": Voll auf Adrenalin

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Serious Sam 2  

Voll auf Adrenalin

29.07.2005, 10:28 Uhr | Richard Löwenstein / as, t-online.de

Freunde schneller Ego-Shooter haben den kantigen Kerl namens Sam "Serious“ Stone seit vier Jahren ins Herz geschlossen. Warum? Ganz einfach - weil er sich in den gleichnamigen Action-Spielen so herzerfrischend leichtfüßig und unkompliziert auf das Wesentliche konzentriert. Den Gegnern das Blei um die Ohren pusten, bis der Highscore klingelt, das ist seine Welt. Drumherum gibt es jede Menge Humor, dafür keine Story und schon gar keinen tieferen Sinn. Nach dem PC-Update Second Encounter und der Konsolenversion Next Encounter macht sich Serious Sam jetzt bereit  für seinen zweiten Einsatz.

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Feuer frei zur Rettung der Welt

Der Spielinhalt ist in zwei kurzen Sätzen beschrieben. Wieder einmal wollen durch die Zeit reisende Ungeheuer die Welt unterjochen. Sam stellt sich ihnen entgegen. Schuss und Schluss. Wie im Vorgänger-Spiel dient dieses Feigenblatt von einer Story nur als Anlass für atemlose Dauerfeuer-Action. Wer Ego-Shooter á la Half-Life 2 bevorzugt, wo die Action mit Tiefgang, kniffligen Aufgaben und taktischen Elementen angereichert wird, kann hier und jetzt aufhören zu lesen. Okay, ab und zu muss man einen Schalter finden und dadurch Tore öffnen, aber die Umschreibung "Rätsel" wäre für diese simplen Kopfnüsse zu hoch gegriffen. Dazu ein bisschen hüpfen, ein paar neckische Geschicklichkeitstests, hier und da mal ein Schockeffekt, das bringt Abwechslung ins Spiel.

Stress am Abzug

Das sind aber nur ein paar willkommene Farbtupfer inmitten scheinbar niemals endender Ballereien. In Serious Sam 2 werden entweder viele kleine oder einzelne große Monster mit dicken Kalibern in Fetzen zerlegt, oft genug auch beides gleichzeitig. Das geht so in der ersten Minute los und endet erst wieder mit dem Erscheinen des "Game over"-Balken. Simples Gameplay, aber alles andere als einfach und vor allem ganz und gar nicht hirnlos. Denn wer überleben will, muss im Kampf gegen überwältigende Monsterhorden auch Rückzugsgefechte ins Auge fassen und sich andere Sieges-Taktiken überlegen.

Hühner aus einer anderen Dimension

Dickere Kaliber und die dazu passende Munition suchen und finden, das gehört zum Pflichtprogramm für den Spieler. Schon deshalb, weil einem zunächst die altbekannten Ungeheuer mit neuen Angriffsmustern an die Gurgel wollen. Bola-Skelette, Mutanten-Soldaten, Skorpion-Monster und Stier-Horden sollen nicht mehr nur frontal auf den Helden zu rennen, sondern auch mal Umwege wählen und sich zusammen rotten. Das kriegen sie aber nur so lange hin, bis der Anführer seinen Kopf verliert, und zwar buchstäblich. Also Rübe ab, dann ist es vorbei mit Hinterhalt-Taktiken, und die Gegner rennen wie aufgescheuchte Hühner durch die Gegend.

Viele neue Gegner

Sieht also nach einer maßvollen Steigerung der Gegner-KI aus, die den Grundcharakter des Spiels eher noch unterstreicht. Zu den neuen Reizen zählen die 45 neuen Angreifer. Lauter schräge, irre Kreaturen, viele klein und einige groß. Darunter turmhohe Dämonen und mächtige Raumschiffe, deren Taktiken an Bossgegner-Strategien aus alten Weltraum-Shootern erinnern. Also viel neues Kanonenfutter. Aber eines bleibt beim alten: Durch Furcht erregendes Kreischen und Jaulen sollen einem die Kreaturen schon den Schreck in die Glieder jagen, noch bevor sie in Sichtweite geraten.

Vernichtungswerkzeug

Sams Waffenarsenal wird sich kaum verändern. Warum auch, war er doch bisher schon mit Laserkanonen, Schrotflinte, Maschinengewehr, Minigun und Granatwerfer bestens gerüstet. In "Serious Sam 2" setzen vor allem Grafikeffekte und dezent veränderte Wirkungsweisen Akzente. Tatsächlich neu sind unter anderem der Plasmawerfer und die Papageien-Bombe. Wenn ein grüner Papagei mit altertümlicher Zündschnurbombe in eine Gruppe von Gegnern flattert, fliegen die Fetzen. Eine Explosion erhellt den Bildschirm, danach segeln die Körperteile zu Boden, und von Vogel und Gegnern ist nichts mehr zu sehen. Brutal, übertrieben und irre komisch.

Nützliche Gefährte

Im Vorgängerspiel musste man die weitläufigen Schauplätze in aller Regel zu Fuß durchqueren. Diesmal darf Sam seine Füße etwas schonen. So sollen ihm etwa Reittiere zur Verfügung stehen. Und man kann mit einem Kampfgleiter durch die Welt fetzen; sich mit Vollgas einen Weg über Hügelkämme bahnen und ohne Pause Plasma-Salven auf heranstürmende Gegner abfeuern. Zudem warten enorme Lasertürme darauf, vom Spieler besetzt zu werden. Mit deren verheerender Feuerkraft lassen sich bemerkenswert viele Teile der Kulissen in Schutt und Asche zerlegen.

Was ist neu?

Eine herausragende Änderung im Vergleich zum Vorgänger ist die runderneuerte Grafik- und Physikengine. Sie ist der Grundbaustein für ein Dauerfeuer-Spektakel im zeitgemäßen Look. Grashalme auf den Wiesen, Pusteblumen dazwischen: Die Kulissen wirken durch die erheblich gesteigerte Detaildichte realistischer und lebendiger als in Teil eins. Außerdem verliert die Umwelt ihre Starre. Sam kann die Umgebung aktiv beeinflussen, kann Mauern zerstören oder Bäume abfackeln, und das stundenlang. Denn die 40 Levels sollen richtig groß geraten. Der Spieler stapft ewig durch staubige Wüsten, durch dichten Dschungel und abgedrehte Eingeborenen-Dörfer. Es gibt sogar ein Kapitel, in dem Sam als Zwerg durch eine Wiese rennt und Mega-Insekten platt macht. Der trockene Humor der Serie scheint also erhalten zu bleiben.

Leveldesign

Die Polygonzahl der Gegner soll im Vergleich zum ersten Serious Sam um den Faktor 100 zulegen. Dann sehen die Monster auch grimmig aus, wenn man sie aus der Nähe zu sehen bekommt. Die Regel ist das allerdings nicht. Denn wenn bis zu 300 Ungetüme auf einmal den Bildschirm stürmen, ist man gut beraten, sie in möglichst großer Entfernung zu neutralisieren. Zielsuchraketen reißen die Angreifer-Horden beim ersten Anzeichen einer Attacke in Stücke, wilde Feuersalven mähen den Rest nieder. Der Gegner-Strom scheint kaum abzureißen, Zeit für Atempausen ist Mangelware. Sobald eine Angriffswelle erledigt ist, bleibt einem zumindest genug Muße, um die Umgebung nach "Erste Hilfe"-Paketen, Power-Waffen und ähnlichen Nützlichkeiten abzusuchen.

Mehrspieler Spaß

Jeder zeitgemäße Ego-Shooter beinhaltet Mehrspieler-Herausforderungen. Serious Sam 2 bildet da keine Ausnahme. Der Schwerpunkt liegt auf dem Kooperations-Modus. Mit einem Kumpel durch die Level stürmen, gemeinsam Fahrzeuge besetzen und sich gegenseitig "Erste Hilfe"-Pakete vor der Nase wegschnappen, das macht sicher jede Menge Spaß. Dazu kommen laut Hersteller Croteam noch weitere Modi; mit dabei vermutlich auch das genreübliche Deathmatch. Wie genau diese Duell zweier Spieler aussehen werden, ob extra Arenen dafür entwickelt werden, das alles ist noch völlig unklar. Croteam mag sich noch auf keine Details festlegen.

Fazit

Unter all den bierernsten Ego-Shootern ist "Serious Sam 2" eine mehr als hoffnungsvolle Alternative. Ein kunterbuntes Dauerfeuerwerk, schnell und locker spielbar und ausgestattet mit einer Grafik wie aus einem völlig überzogenen Comic, so was ist immer willkommen. Bei Sam dürfen wir außerdem auf tiefschwarzen Humor und ein paar wirklich witzige Sprüche hoffen. Also mehr eine Action-Persiflage als eine Super-Combo-Tötungsorgie.

Titel: Serious Sam 2
Einschätzung: Sehr gut
Genre: Ego-Shooter
System: PC, Xbox
Hersteller: Croteam
Publisher: 2K Games
Release-Termin: Im Handel
USK-Einstufung: Ab 16
Preis: ab 35 Euro

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