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Echtzeit-Strategiespiel: "World in Conflict"

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Preview World in Conflict | Echtzeit-Strategie | PC, Xbox 360  

Im Krieg ist alles erlaubt

16.07.2007, 15:53 Uhr | Tobias Zeißler / Golem.de / jr, t-online.de

World in Conflict (Bild: Massive Entertainment)World in Conflict (Bild: Massive Entertainment)Das Jahr 1989 war ein Schicksalsjahr der Weltgeschichte. Der Fall der Berliner Mauer bedeutete das Ende des kalten Krieges. Was wäre, wenn die Mauer nie gefallen wäre? Wenn die Sowjetunion sich gegen den eigenen Zerfall gestemmt und mit der Roten Armee in einem Akt der Verzweiflung den Westen überfallen hätte? Genau dieses Szenario beschreibt World in Conflict, der potentielle Echtzeit-Strategie-Kracher des schwedischen Entwicklers Massive Entertainment. Die Story entstammt der Feder von Larry Bond, der bereits als Co-Autor für Tom Clancy tätig war. Auf Seiten der Nato-Streitkräfte greift der Spieler in das Geschehen ein und versucht die sowjetischen Invasoren zurückzuschlagen. Auf beiden Seiten wird dabei sowohl mit konventionellen Land- und Lufteinheiten wie Kampfpanzern und Hubschraubern als auch mit Artilleriegeschützen und ethisch fragwürdigen Kampfmitteln wie Napalm-, Chemie- und Nuklearwaffen gekämpft. Seit dem 11. Juli läuft die öffentliche Beta-Phase des Mehrspieler-Parts von World in Conflict, die wir ausgiebig unter die Lupe genommen haben.

Foto-Show World in Conflict: Screenshots



Kein Einheitsbrei

World in Conflict (Bild: Massive Entertainment)World in Conflict (Bild: Massive Entertainment)World in Conflict unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen Echtzeit-Strategiespielen. Basenbau und Ressourcen-Management gibt es beispielsweise nicht. Stattdessen erhält jeder Spieler des maximal acht Mitglieder umfassenden Teams Kommando-Punkte. Als Startkontingent bekommt man 4000 Punkte. Damit lassen sich Einheiten aus vier verschiedenen Waffengattungen auswählen, die Infanterie, Panzereinheiten, Versorgungstruppen sowie Luftwaffe umfassen. Ein amerikanischer „M1A2 Abrams“-Kampfpanzer kostet beispielsweise 1200 Punkte. Zu Beginn lassen sich daher maximal drei der rollenden Festungen ordern. Per Lufttransport werden die Einheiten schließlich innerhalb einer Abwurfzone eingeflogen und sind fortan kampfbereit. Je nachdem, wie erfolgreich das Team beim Erstürmen von bestimmten Schlüsselpositionen (sogenannte Perimeter) auf der Karte - beispielsweise Brücken und Ortschaften - ist, erhält es mehr Kommando-Punkte. Damit kann jeder Spieler wiederum neue und größere Kampftrupps rekrutieren. Sowohl die Gebäude als auch die Umgebung sind frei zerstörbar, nach entsprechend harten Gefechten sehen die Landschaften daher entsprechend „durchgepflügt“ aus.

Aller Anfang ist schwer

World in Conflict (Bild: Massive Entertainment)World in Conflict (Bild: Massive Entertainment)Für Schwierigkeiten sorgt anfangs das ungewöhnliche Steuerungskonzept. Über die Karte bewegt man sich nicht wie gewohnt durch das Platzieren des Mauszeigers an den Rand des Bildschirms, sondern ausschließlich über die WASD-Tasten. Mit der Maus werden der Blickwinkel der Kamera verändert und Marsch- beziehungsweise Kampfbefehle erteilt. In der Eingewöhnungsphase führt dieses Steuerungskonzept leider häufig dazu, dass in der Hitze des Gefechts die Orientierung verloren geht und der eigene Truppenverband eher aufgrund der mangelnden Übersicht als des nicht vorhandenen taktischen Könnens des Spielers in die ewigen Jagdgründe eingeht. Ist diese Hürde aber erst einmal genommen, zeigen sich die Vorteile des Steuerungskonzepts. So lassen sich Einheiten viel schneller zum gewünschten Ziel dirigieren. Die linke Hand übernimmt mit der Tastatur die Navigation auf der Karte, während die rechte mit der Maus den Einheiten ihre Befehle erteilt. Um Problemen mit der Steuerung von vorne herein aus dem Weg zu gehen, empfiehlt sich das Tutorial der Beta-Version, das den Spieler ausführlich mit der Einheiten-Kontrolle und der Navigation auf dem Schlachtfeld vertraut macht.

Action in Reinform

World in Conflict (Bild: Massive Entertainment)World in Conflict (Bild: Massive Entertainment)Nachdem er das Tutorial erfolgreich gemeistert hat, darf der Spieler auch schon loslegen, um auf dem Schlachtfeld zu Ruhm und Ehre zu gelangen. In der Beta-Version stehen dafür die Karten „Hometown“ und „Farmland“ zu Wahl, auf denen maximal 16 Spieler im "Domination"-Modus gegeneinander antreten können. Die Vollversion wird zusätzlich die Modi "Assault" und "Tug of War" bieten. Zuerst entscheidet man sich für eine der beiden Kriegsparteien und anschließend für eine der Waffengattungen. In der Gefechtszone angelangt, brennt vom ersten Moment an die Luft. Panzerverbände rollen tiefe Spuren im Gelände hinterlassend durch die Landschaft und nehmen gegnerische Truppen in zermürbenden Materialschlachten ins Visier, Kampfhubschrauber jagen im Tiefflug auf der Suche nach Zielen über die Karte und der Dauerbeschuss des beidseitigen Artilleriefeuers durchpflügt die Landschaft. Infanterie-Einheiten verschanzen sich in Gebäuden und setzen mit Panzerfäusten feindliche Kettenfahrzeuge außer Gefecht. Die Atmosphäre im Spiel ist derart dicht, dass man glaubt sie schon fast schneiden zu können.

Teamplay ist alles

World in Conflict (Bild: Massive Entertainment)World in Conflict (Bild: Massive Entertainment)Ohne ein effektives Zusammenspiel des gesamten Teams lässt sich im Mehrspieler-Modus von World in Conflict kein Blumentopf gewinnen. Wichtig ist vor allem eine gute Absprache sowie taktische und strategische Übersicht der Teammitglieder. Will man als Sieger vom Schlachtfeld gehen, sollten außerdem möglichst alle vier Waffengattungen vertreten sein, da beispielsweise Panzer nur mit Flugabwehr effektiv gegenüber feindlichen Hubschraubern geschützt werden können. Wer glaubt, stur mit seinen Kampfpanzern innerhalb der Schlüsselpositionen parken und sie somit kontrollieren zu können, wird schnell eines Besseren belehrt und mit ausgebranntem Altmetall belohnt. Meist reagiert der Gegner blitzschnell und deckt die eigenen Panzer wahlweise mit Artilleriegranaten, Uran-ummantelten Geschossen eines „A-10 Thunderbolt II“-Flugzeuges oder Luft-Boden-Raketen von „AH-64 Apache“-Kampfhelikoptern ein. Abhilfe schafft hier nur, sich im Verbund mit anderen Truppengattungen zu bewegen, die effektiv zur Flugabwehr geeignet sind. Bei der Koordination der gemeinsamen Vorstöße hilft das Sprach-Chat-System, das in World in Conflict integriert wurde. Ein Mikrofon vorausgesetzt, entfallen ellenlange Tipporgien, und Befehle oder Hilferufe können schnell und unkompliziert an das Team weitergeleitet werden.

Fazit

Die vorliegende Beta-Version von World in Conflict macht einen hervorragenden Eindruck. Die aufgebohrte "MassTech"-Grafik-Engine sieht mit ihrem unglaublich hohen Detailgrad und DirectX 10-Modus schlicht bombastisch aus, und auch Action und Atmosphäre des Spiels suchen derzeit ihresgleichen im Genre. Wenn Massive Entertainment bis zum geplanten Release der PC-Version am 21. September noch ein wenig Feinschliff am Spiel betreibt und die Einzelspieler-Kampagne qualitativ mit dem Mehrspieler-Modus mithalten kann, steht ein neuer Genre-König ins Haus. Die Xbox 360-Version von World in Conflict soll später erscheinen und mit angepasster Steuerung und Benutzeroberfläche aufwarten.


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