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Die besten Spiele-Helden  

Einfach heldenhaft

19.10.2007, 17:14 Uhr | Medienagentur plassma / tz

The Elder Scrolls: Oblivion (Bild: Bethesda)The Elder Scrolls: Oblivion (Bild: Bethesda)Warum wird ein Mensch zum Helden? Nach welchen Motiven handelt er? Im Gegensatz zu mittelalterlichen Heldensagen wie Beowulf handeln die meisten Protagonisten in PC- und Videospielen nicht mehr aus Geltungssucht oder dem Streben nach Ruhm. Vielmehr werden sie durch eine extreme Situation in die Rolle des Helden hinein gedrängt. Anja Witting, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachhochschule Köln, nutzt in ihrem Aufsatz über "Virtuelle Spielfiguren" den Begriff des  "Monomythos“ für die Heldenentwicklung. Das bedeutet: Eine Person sieht sich mit einer extremen Situation konfrontiert und ist aufgrund der Umstände dazu gezwungen, die Herausforderung anzunehmen. Sam Fisher, den Protagonisten aus Splinter Cell, plagen immer wieder Heimweh und Gewissensbisse, weil er nicht bei seiner Tochter ist. Trotzdem bekämpft er den Terror. Der Junge Eragon aus dem gleichnamigen Buch und Film erhält aus Bestimmung spezielle Kräfte, um damit einen fiesen Diktator zu stürzen.

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Charme und Charisma


Tomb Raider: Legend (Bild: Eidos)Tomb Raider: Legend (Bild: Eidos)Bevor eine Spielfigur den Bildschirm betritt, müssen die Entwickler über ihr Aussehen nachdenken. In der Realität nimmt ein Mensch 70 Prozent der Informationen eines anderen Menschen über die Mimik auf. Die äußere Erscheinung eines Helden ist also besonders wichtig. Sam Fisher etwa wurde anfangs an Hollywood-Schauspieler George Clooney angelehnt. God of War-Held Kratos erinnert ein wenig an Muskelprotz Vin Diesel. Bereits die Konzeption der Hauptfiguren kostet die Entwickler oftmals Monate. Schließlich soll der Protagonist auch über Jahre hinweg die Serie repräsentieren. Als das genaue Gegenteil entpuppt sich Raiden aus Metal Gear Solid 2: Der weißhaarige Agent wirkt zu flach, weich und eindimensional. Trotz aller Kritik kehrt der androgyne Held aber in Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots zurück - als Cyborg. Im zweiten Schritt müssen sich die Programmierer Gedanken über das Outfit ihrer Figur machen. Bei Sam Fisher etwa wurde der Tarnanzug das Markenzeichen für sein professionelles Auftreten, beim Hitman-Agent "47“ erinnert der schwarze Anzug eher an einen Leichenbestatter. Lara Crofts einstiger Look aus kurzer Kaki-Hose und Tank-Top wirkt zweckmäßig, aber auch enorm sexy. Über die Jahre hat sich die Kleidung der Helden und Heldinnen natürlich verändert. Denn Neuerungen sind notwendig, um eine Spiele-Serie lebendig und glaubhaft zu gestalten.

Mit Vorgeschichte

Neben dem Äußeren spielen besonders die inneren Werte eine ganz entscheidende Rolle. Schließlich soll der Spieler die Hauptfigur sympathisch oder zumindest faszinierend finden. In den vergangenen Jahren sind die Entwickler bei der Konzeption ihrer Charaktere dazu übergegangen, die Helden immer komplexer und ausgefeilter zu gestalten. Genügte früher schon ein witziger Klempner mit Schnurrbart und Latzhose (Nintendos Mario), besitzen die meisten Heroen inzwischen einen eigenen Lebenslauf mit Höhen und Tiefen. Lara Croft etwa entstammt einem Adelsgeblüt und sucht Abwechslung in der Archäologie. Sam Fisher mutierte in Double Agent vom harten, zynischen Leisetreter zum gebrochenen Mann. Der NSA-Agent konnte den Tod seiner Tochter nicht verkraften und musste mit Hilfe eines Routineauftrags wieder aufgepäppelt werden. Agent 47 aus der Hitman-Reihe entstammt dem Reagenzglas und wurde einzig zum Morden auf die Menschheit losgelassen. Insbesondere auf den offiziellen Homepages aktueller Spiele, teils auch in den Handbüchern, erfährt man oftmals mehr über die Figuren, als das eigentliche Spiel später verrät.

Frauen an die Front

In den vergangenen Jahren hat die Games-Branche erkannt, dass das zarte Geschlecht auch einen Spieltrieb besitzt. Die Games Convention 2007 in Leipzig zeigte, dass der Anteil weiblicher Spieler immer mehr steigt - dank Wii-Konsole und neuer Spielkonzepte. Allerdings haben sich die Entwickler bis jetzt viel zu selten an die Konzeption von echten Heldinnen herangewagt. Die große Ausnahme bildet Lara Croft. Die Vorzeige-Archäologin trat erstmals 1996 in Tomb Raider in Erscheinung und wirkte damals auf viele noch wie ein müder Abklatsch von George Lucas‘ Indiana Jones. Doch der Erfolg gab der Entwickler-Crew von Core Design Recht. Lara Croft entwickelte sich zu der wohl bis dato bekanntesten Videospielfigur. Die Gründe für das Star-Potenzial hinter Frau Croft sind vielfältig: Männer fühlen sich  von ihrem Äußeren angezogen, und auch ihre kompromisslose Art scheint attraktiv auf die Spielerschaft zu wirken. Frauen hingegen identifizieren sich mit Laras Stärke und Eigenständigkeit. Auf diese Weise spricht die Figur beide Geschlechter gleichermaßen an.

Selbst gebaut

Viele Spiele bieten inzwischen einen eigenen Charakter-Editor. Gerade Rollenspiele geben dem Spieler vermehrt alle Freiheiten, um seine ganz persönliche Spielfigur zu designen. Die Idee dahinter ist denkbar einfach: Dadurch, dass der Spieler seinen eigenen Helden gestaltet, entwickelt er eine Art emotionale Bindung. Im Mega-Rollenspiel Oblivion  kann man zudem das Äußere der Spielfigur durch das Wechseln von Rüstungen verändern. Das Gangster-Epos GTA: San Andreas (dt. Version) geht sogar noch einen Schritt weiter: Hier darf der User seinen Helden nicht nur mit Tätowierungen und Markenklamotten beglücken, er kann ihn auch zum Frisör schicken oder mit ihm ins Fitnessstudio gehen. Beinahe alle Aktionen haben dabei Auswirkungen auf die Spielfigur. Stopft der Protagonist beispielsweise in der örtlichen Imbissbude regelmäßig Hamburger in sich rein, wird er immer dicker. Geht er hingegen häufig trainieren, entwickelt er sich zum Muskelpaket.

Teure Lizenz = Schnelles Geld?

Warum eine eigene Spielfigur erfinden, wenn es doch so bereits so viele schöne Helden in Filmen, Comics und Büchern gibt? Das Geschäft mit offiziellen Lizenzen boomt, und so wundert es inzwischen kaum mehr jemanden, wenn zum Start von Spider-Man 3 oder Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt bereits das dazu passende Videospiel in den Läden steht. Da solche teuren Lizenzen das schnelle Geld für den Hersteller bedeuten, leidet das Spieldesign oftmals unter der schlampigen Umsetzung und mangelnden Ideen. Ausnahmen wie das gelungene Online-Rollenspiel zu Herr der Ringe  sind eher die Ausnahme. Leider dienen berühmte Helden oftmals nur als Kaufanreiz für unbedarfte Spieler.

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