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Kuriose Spieler  

Sammler aus Leidenschaft

19.10.2007, 17:15 Uhr | Medienagentur plassma / jr, t-online.de

Sammler-Experte Levin alias ''Ataristoteles'' (Bild: Medienagentur plassma)Sammler-Experte Levin alias ''Ataristoteles'' (Bild: Medienagentur plassma)Videospieler sind schon ein einzigartiges Völkchen. Vor dem Release eines neuen Geräts - zum Beispiel der am 2. Dezember 2005 veröffentlichten Xbox 360 - harren sie geduldig mehrere Stunden vor den Türen der Händler. Dabei handelt es sich zumeist um langjährige Fans der Materie, die ihre Hard- und Software-Sammlung hegen und pflegen wie manch anderer seinen Vorgarten oder sein Auto. Sie investieren viel Geld, Zeit und eine Menge Leidenschaft in ihr Hobby. Das beste Beispiel dafür ist der 29-jährige Spiele-Fan Levin aus München, Internet-Spitzname "Ataristoteles", der uns Einblicke in die Welt eines Profi-Sammlers gewährte.

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Vom Ninja-Fan zum Spiele-Sammler

Super Shinobi Packshot (Bild: Medienagentur plassma)Super Shinobi Packshot (Bild: Medienagentur plassma)"Angefangen hat alles vor knapp 17 Jahren Jahren. Meine Lieblingskonsole war damals das Nintendo Entertainment System (NES) mit dem Spiel 'Snake Rattle’n Roll'. Eines Tages prahlte ein Freund von mir mit dem technisch dem NES weit überlegenden 'Sega Mega Drive'. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die nächste Kaufentscheidung war schnell gefällt. Wenig später habe ich mir ebenfalls ein Mega Drive angeschafft“, erinnert sich Levin. "Eigentlicher Grund für den Kauf des japanischen Geräts war jedoch das 16-Bit Ninja-Spektakel 'The Super Shinobi' von Sega. Zu jenem Zeitpunkt war der Titel nur als Japan-Import erhältlich, der wiederum nur auf einem japanischen Mega Drive lief. Ein Münchner Spieleladen, spezialisiert auf Importe, bot damals sowohl das Mega Drive als auch 'The Super Shinobi' an - da musste ich einfach zuschlagen. Allein für das Spiel hatte ich 130 DM zu berappen. Aber irgendwie war das egal - man wollte das Spiel einfach vor allen anderen haben. Hinzu kam, dass mich das Design japanischer Spiele-Verpackungen jedes Mal aufs Neue begeisterte.“

Mehr Liebe zum Detail

Der Grundstein für Levins Sammelleidenschaft war damit gelegt. "Im Vergleich zu den europäischen Verpackungen waren die japanischen einfach wesentlich liebevoller gestaltet. Gleiches galt für die Spiele-Anleitungen und anderes Drumherum. Nach und nach wuchs meine Begeisterung am Spiele-Sammeln. Als ich dann irgendwann auch noch Japan und im Speziellen die Tokyoter Spiele-Meile Akihabara besuchte, war ich endgültig mit dem Sammel-Virus infiziert.“

Der Traum vom eigenen Museum

Über 350 verschiedene Titel ist Ataristoteles Sammlung bereits stark - und sie wächst kontinuierlich. "Als ich irgendwann feststellte, den Überblick zu verlieren, habe ich mich entschlossen, alle meine Spiele auf einer Webseite zu präsentieren. Eine Art privates Videospiele-Museum sozusagen", freut sich Levin und klickt sich durch die bereits fertigen Abschnitte der Museums-Rubrik. Seit November 2005 ist die Webseite www.ataristoteles.com online, inhaltlich aber noch längst nicht abgeschlossen. Kaum ein Tag vergeht, an dem Levin nicht damit beschäftigt ist, das noch fehlende Bildmaterial zu fotografieren. "Leider hat mein Scanner den Geist aufgegeben, deswegen knipse ich gerade sämtliche Spiele-Verpackungen einzeln und bearbeite sie anschließend am Rechner noch nach."

Auf die Karte achten

Besonderen Wert legt Ataristoteles darauf, dass bei allen japanischen Spielen auch die so genannte "Spine Card" (ein loses Informationskärtchen aus dünnem Kartonpapier, das in der Regel Angaben wie Barcode, Produktcode, Anzahl der Spieler, das Genre auflistet) im Bild zu sehen ist. "Anfänger begehen oft den Fehler und schmeißen sie weg, da sie meinen, alle Infos auch im Handbuch und auf der Packungsrückseite zu finden. Echte Sammler würden dies dagegen nie wagen. Die Wertminderung ist teilweise erheblich“, mahnt der bekennende Japan-Enthusiast.

Auf Nummer sicher gehen

Ataristoteles ist in dieser Hinsicht rigoros. Mehr als zwei Dutzend Titel hat er noch nicht einmal aus der Plastikverpackung entfernt. "Manchmal kaufe ich mir bestimmte Titel in zwei Länderversionen. In der Regel schlummert die internationale Version im Regal, während ich die europäische spiele. 'Halo 2' habe ich sogar gleich drei Mal. Ausgepackt ist nur die deutsche Standard-Version. Die deutsche und die britische 'Halo 2 Limited Edition' warten noch darauf, geöffnet zu werden. Auf diesen Moment freue ich mich dann immer ganz besonders. Meist zelebriere ich das Happening auf einer Party oder bei einer Spiele-Session.“

Pflege- und Sammeltipps vom Profi

Blick in Levins Sammler-Vitrine  (Bild: Medienagentur plassma)Blick in Levins Sammler-Vitrine (Bild: Medienagentur plassma)Um die Wertigkeit eines neuen Spiels oder einer neuen Konsole am sinnvollsten zu bewahren, empfiehlt Levin das Prinzip "Samthandschuh". "Grundsätzlich gehe ich sehr vorsichtig mit allem um und hebe alles auf, was sich in der Schachtel eines neuen Geräts beziehungsweise in der Hülle eines neuen Spiels befindet. Für das Auspacken der Xbox 360 im Dezember habe ich mir entspannte 20 Minuten Zeit genommen. Dann kann ich auch alles wieder perfekt eintüten." Ob Plastiktütchen, Kabelbinder, Registrierkarte, Handbuch, Aufkleber oder Werbe-Flyer - nur bei ganz wenigen Geräten oder Spielen, die er gebraucht gekauft hat, fehlt etwas. Und dann auch nur, weil der Verkäufer dies eben nicht aufbewahrt hat. "Bei neuen Xbox-Spielen löse ich zum Beispiel mit äußerster Vorsicht das Microsoft-Echtheitszertifikat, welches die Plastik-Hülle von außen versiegelt, und klebe es anschließend wieder vorsichtig in die Plastik-Hülle hinein.“

Allzweck-Waffe Brieföffner

Auch für das Öffnen der von vielen Herstellern verwendeten Papp-Schachteln hat er einen Trick auf Lager: "Viele Leute öffnen die Papp-Schachteln alter Spiele ohne Rücksicht auf Verluste und riskieren sofort sichtbare Knicke in der Verschlusslasche. Besser klappt es wenn, man mit einem dünnen Brieföffner unter die Lasche fährt und diese dann vorsichtig nach oben drückt.“ Wie es sich für einen Profisammler gehört, landen die seltenen Schmuckstücke auch bei Levin in einer eigens dafür vorgesehenen, vor Staub schützenden Vitrine.

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