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Problem Raubkopien  

Mit einem Bein im Knast

19.10.2007, 17:15 Uhr | Medienagentur plassma / as

Raubkopien (Bild: dpa)Raubkopien (Bild: dpa)Neulich auf einem Schulhof irgendwo in Deutschland: "Hey Frank, hast du dir schon das neue Game von id Software runter gezogen? Ist echt der totale Knaller!" Der dunkelhaarige Junge antwortet: "Nee, war bislang noch mit Earth 2160 beschäftigt. Hab's erst vor kurzem von einem Kumpel bekommen, zusammen mit einer ganzen DVD mit MP3-Dateien." "Kein Problem, bring morgen einfach einen Rohling mit, dann brenne ich dir den Shooter schnell auf CD. Kostet ja nichts." So oder so ähnlich leichtfertig gehen heutzutage nicht nur Jugendliche mit dem Thema "Raubkopien" um. Dass es sich dabei nicht um einen Kleine-Jungen-Scherz, sondern um Diebstahl handelt, bedenken nur wenige. Günstige Preise für Rohlinge und Internet-Tauschbörsen wie "Kazaa" oder "Bittorrent" haben der Spieleindustrie in den vergangenen Jahren Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe beschert. Bislang hielten die Entwickler still und versuchten nur selten, den Raubkopierern aktiv auf die Finger zu klopfen. Doch diese Zeiten sind vorbei: Mit verschärften Gesetzen, einer groß angelegten Medienkampagne und Sicherheitsprogrammen wird nun Jagd auf Dauer-Sauger gemacht.

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Fast zwei Milliarden Euro Schaden

"Die verdienen doch Millionen damit. Was macht es da schon, wenn ich mir ein Spiel nur zum Anzocken runterziehe?" Von wegen: Die von der Business Software Alliance (BSA) erstellte Raubkopiererstatistik bezifferte den im vergangenen Jahr entstandenen Schaden auf eine Summe von 1,84 Milliarden Euro, 140 Millionen mehr als noch im Jahr 2003. Ein erster Schritt: Die Werbekampagne "Raubkopierer sind Verbrecher", die seit zwei Jahren auf Musik- und Privatsendern rotiert, wird im Ton verschärft. Die bösartig kritische Kampagne, die unter den Slogans "Wir kriegen dich" und "Kein Kavaliersdelikt" läuft, nimmt die scheinbare Anonymität des Internets auf die Schippe. Dass es sich bei dem Kopieren von DVDs, Videospielen und Audio-CDs lange um keine Bagatellen mehr handelt, zeigen die jüngsten Urteile. Nachdem der Freiburger Hermann K. (Name wurde geändert) über ein Jahr lang in einem großen Internet-Auktionshaus Duplikate von Spielen und Filmen verschacherte, verdonnerte ihn die Staatanwaltschaft Freiburg zu 200 Tagessätzen á 30 Euro - insgesamt also 6.000 Euro. Hinzu kommen eine Vorstrafe und die Kosten des Verfahrens. Ein ähnliches Schicksal ereilt die Film-Börse FTPWelt, wo die Staatsanwaltschaft rund 15.000 Nutzer ermittelte und nun zur Rechenschaft zieht.

Schlafende Hunde sind geweckt

Im Spielesektor machte unlängst die Firma Zuxxez auf sich aufmerksam. Ihr Echtzeit-Strategiespiel "Earth 2160" wurde ebenfalls wenige Tage, nachdem es in den Läden stand, schon auf diversen Download-Seiten und Tauschbörsen angeboten. Die Folge: Schlussendlich ging "Earth 2160" etwa 100.000 Mal legal über die Ladentheke, ganze 600.000 Mal allerdings wurde es verbotenerweise aus dem Internet gezogen. Dirk Hassinger, Produzent des Spiels, schaltete Rechtsanwälte und die Spezialisten des Sicherheitsprogramms Logistep ein. Mit deren Hilfe war Zuxxez nun in der Lage, die Datenströme zurückzuverfolgen und somit die Software-Piraten dingfest zu machen. Logistep protokollierte sämtliche gesammelten Daten und bereitete sie gerichtsfest vor. Die Konsequenz: Die Anwälte reichten eine Massenklage gegen 13.700 User der illegalen Tauschbörsen ein. Jeder Verdächtige wurde von der Staatsanwaltschaft angeschrieben, entweder zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen oder alternativ das Produkt für 50 Euro legal zu erstehen. Dazu kommen noch die Anwwaltskosten. Ähnlich wie "Earth 2160" erging es auch "Dungeon Lords" aus dem Hause dtp. Aufgrund schlechter Wertungen in der Fachpresse lief der Verkauf eher schleppend an. Christopher Kellner, International PR Manager von dtp, berichtet: "Den kurz nach Release veröffentlichten Patch haben innerhalb eines Tages rund 10.000 Spieler heruntergeladen, zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Spiel aber erst ungefähr 5.000 Mal verkauft." Auch er befürwortet das strikte Vorgehen gegen Raubkopierer: "Wenn wir ihnen auf die Schliche kommen, flattert ihnen alsbald ein Brief unseres Anwalts ins Haus."

Bitte öffnen, Hausdurchsuchung!

Ein Milliarden-Schaden, tausende illegale Downloads - Alarmsignale, die bei der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) die Sirenen aufheulen ließ. Als Folge fährt die Behörde einen zunehmend härteren Kurs gegen Raubkopierer. Im Zeitraum von Januar bis September 2005 wurden insgesamt 1.350 Räumlichkeiten verdächtiger Personen durchsucht. 245.439 Filmraubkopien und 121.795 andere Datenträger, davon großteils kopierte Video- und Computerspiele, sind dabei beschlagnahmt und zerstört worden. Alles in allem wurden von beinahe 2.000 eingereichten Verfahren rund 1.500 erfolgreich abgeschlossen. Ein ganz dicker Hund etwa war eine Razzia in einer Bielefelder Lagerhalle: Ein russischer Raubkopiererring stapelte hier mehr als 25.000 CDs, Musikkassetten, Videos und DVDs zum späteren Verkauf in Deutschland. Zudem wurden fünf Rechner und Teile der Buchhaltung von der Staatsanwaltschaft konfisziert.

Fazit

Jeder ambitionierte PC- oder Konsolenspieler sollte sich zwei Mal überlegen, ob er sich der Gefahr aussetzen möchte, als Raubkopierer enttarnt und mit Bußgeldern bestraft zu werden. IP-Adressen werden protokolliert und auf Antrag der Staatsanwaltschaft von den Providern bekannt gegeben - Anonymität gibt es also nicht. Die Preise für PC- und Videospiele sind zwar nach wie vor ziemlich hoch, dennoch sollte man bereit sein, für ein qualitativ hochwertiges Produkt, das mehrere Jahre Entwicklungszeit und ein Budget in Millionenhöhe gekostet hat, ehrliches Geld auf die Ladentheke zu blättern. Zudem wandern die meisten Spiele einige Monate nach ihrer Veröffentlichung in günstigere Preissegmente. Nur die Großen zu hängen und die Kleinen laufen zu lassen - diese Politik ist nun vorbei.

 

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