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Manga-Games  

Faszinierende Kulleraugen

19.10.2007, 17:17 Uhr | Richard Löwenstein / jr, t-online.de

Astroboy (Bild: Osamu Tezuka)Astroboy (Bild: Osamu Tezuka)Manga ist ein japanisches Kulturgut, eine ganz eigene Art und Weise, Geschichten zu erzählen und Figuren zu portraitieren. Und ein erfolgreicher Exportartikel noch dazu. Während Mangas bei uns bis vor wenigen Jahren praktisch noch unbekannt waren, füllen sie heute das Nachmittagsprogramm im Fernsehen und die Regale im Zeitschriften-Kiosk. Aber auch in Computer- und Konsolen-Spielen ist der Manga-Stil - starke Dialoge, markante Figuren und ein leicht überzeichneter Look - erfolgreich. Typisch für Mangas ist der Hang zur Abstraktion, zu Stilmitteln, mit denen sich Emotionen klar und deutlich darstellen lassen. Das funktioniert in Spielen sehr gut, wie die Abenteuer-Games der Zelda- und Tales of-Serie beweisen.

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Schwänzende Schulkinder

Akira (Bild: Katsuhiro Otomo)Akira (Bild: Katsuhiro Otomo)Ein weiteres Beispiel ist das japanische Playstation-2-Rollenspiel Dragon Quest VIII. Die Wurzeln der Serie reichen mittlerweile zwanzig Jahren zurück. Allerdings ist die Erfolgsstory eine spezifisch japanische; hierzulande bekam man bis vor kurzem mangels Release der ersten sieben Folgen nur wenig davon mit. Unter japanophilen Gamern machten dennoch Mythen die Runde. Etwa die, dass Schulkinder in Tokio am Tag des Release eines neuen Dragon Quest frei bekämen, damit sie nicht schwänzen müssten. Die große Masse der Deutschen kennt Dragon Quest dagegen erst seit Mitte April, seit mit Teil acht der erste Ableger aus der Serie seinen Weg nach Deutschland gefunden und bis jetzt 25.000 Abnehmer für sich begeistert hat. Eine durchaus beachtliche Zahl für ein Rollenspiel, das hierzulande weder einen Namen noch einen Vorgänger hat. Doch sind die Zeichnungen im Manga-Stil tatsächlich ursächlich für die Attraktivität des Spiels? Um das beurteilen zu können, ist ein kleiner geschichtlicher Exkurs in Sachen Manga hilfreich.

Am Anfang stand der Holzschnitt

Dragon Quest VIII (Bild: Square Enix)Dragon Quest VIII (Bild: Square Enix)Einfach gesagt ist ein Manga nichts weiter als ein japanischer Comic, geschichtlich betrachtet steckt aber sehr viel mehr dahinter. Der Ursprung liegt ungefähr im sechsten bis siebten Jahrhundert, in dem buddhistische Mönche Bildergeschichten auf Papierrollen zeichneten, die so genannten "Chōjūgiga". Nachdem diese Zeichnungen in den folgenden Jahrhunderten auf diverse Holzschnitttechniken übertragen worden waren, kamen Ende des 19. Jahrhunderts neue Einflüsse nach Japan. Durch die Öffnung Japans ließen sich die Zeichner von amerikanischen Karikaturen und später von den "Comic-Strips" inspirieren - Bildern, die in Reihen angelegt eine komplizierte Geschichte anschaulich erzählen konnten.

Propaganda und weiße Löwen

Speziell im Zweiten Weltkrieg wurden Mangas in Japan häufig als Propagandamittel durch die Regierung missbraucht. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man weiß, dass die meisten Verlage der staatlichen Kontrolle unterlagen. Nach dem Krieg entstanden schließlich zahlreiche Kleinverlage. Für einen davon arbeitete der wohl wichtigste Wegbereiter des modernen Mangas, Osamu Tezuka. Der geistige Vater von Astroboy und Kimba, der weiße Löwe genießt auch heute noch in Japan den Status eines Superstars und gilt noch immer vielen Mangakas, den Manga-Zeichnern, als großes Vorbild.

Von rechts nach links

Als Wegbereiter für den Manga-Stil in Deutschland gelten die 19 Bände aus Katsuhiro Otomos Akira-Reihe. Während diese Buchveröffentlichungen noch in "westlicher" Leserichtung gehalten sind, setzt der Carlsen Verlag mit den Dragon Ball-Comics schließlich auch hierzulande die traditionelle japanische Lesart durch - von hinten nach vorne. Ein weiterer, wesentlicher Unterschied zwischen Mangas und westlichen Comics: Die Gesichter sind in Mangas sehr viel kindlicher geprägt. Alle Figuren sind durch verkleinerte Körperproportionen, kleine Nasen und großen Augen gekennzeichnet, das so genannte "Kindchenschema". Zahlreiche Studien belegen, dass die Abbildung derart ins Kleinkindhafte veränderter Menschen anziehend wirken. Gesichter, die dem Kindchenschema entsprechen, wecken sozusagen instinktiv den Beschützerinstinkt. Zudem sind die die Augen bei bösen Charakteren eher klein und schmal gehalten, was wiederum gegenteilige Gefühle hervorruft. Durch diesen simplen Trick wirken Mangas sehr intensiv und sprechen die Emotionalität des Menschen an. Ähnliches gilt für Videospiele, die mit den Mitteln des Manga arbeiten.

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