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Spezialkommando gegen Spiele-Fehler

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Bug-Jäger in Aktion  

Spezialkommando gegen Spiele-Fehler

19.10.2007, 17:18 Uhr | Medienagentur plassma / jr, t-online.de

Bet on Soldier (Bild: Frogster Interactive)Bet on Soldier (Bild: Frogster Interactive)Die Freude ist groß, als Gerd Glückskind den Ego-Shooter "Bet on Soldier" endlich in Händen hält. Er hat sich bereits mit einigen Freunden zu einer Netzwerkpartie verabredet. Doch dann kommt das böse Erwachen: Die Multiplayer-Partien sind unspielbar langsam, und es kommt immer wieder zu Verbindungsabbrüchen. Hat er etwa viel Geld für ein fehlerbehaftetes Spiel ausgegeben? Leider ist dieses Szenario allzu häufig anzutreffen: Die Qualität der Games zum "First-Day-Release" lässt zu wünschen übrig und sorgt für Ärger in der Gamer-Szene. Die Entwickler und Publisher setzen daher vermehrt auf intensive Tests, um Fehler (im Fachjargon "Bugs" genannt) zu beheben. Die "Bug-Jäger" haben Hochkonjunktur.

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Spielspaß-Bremsen

Earth 2160 (Bild: Zuxxez)Earth 2160 (Bild: Zuxxez)Unschöne Grafikmacken gehören noch zu den kleineren Problemen. Richtig ärgerlich wird es, wenn Spiele abstürzen, das Speichern des Spielstandes nicht korrekt funktioniert oder sich der Hauptcharakter den per Tastaturbefehle übermittelten Anweisungen seines Herrn und Meisters vor dem Bildschirm partout nicht fügen will. Das Actionspiel "Bet on Soldier" war im Auslieferungszustand etwa mit unfertigen Grafiken bestückt und im Mehrspieler-Modus unerträglich langsam. Beim Echtzeit-Strategiespiel "Earth 2160" veröffentlichten die Entwickler sogar noch vor dem Verkaufsstart einen umfangreichen Patch, der Fehler beim Sound und dem Interface ausmerzte. Besonders übel: Ein Kopierschutz machte den Käufern des Action-Rollenspiels "Sacred" stark zu schaffen. Erst ein Update nach der Veröffentlichung sorgte für Abhilfe.

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Geld regiert die Spiele-Welt

Zwar muss man den Entwicklern zu Gute halten, dass PC-Systeme immer komplizierter werden und aktuell viele tausend verschiedene Konfigurationen vom Hightech-PC bis zum in Ehren ergrauten Spiele-Oldie in den Zimmern der Gamer stehen. Die Vielzahl der möglichen Hardware- und Treiberkonstellationen überschreitet jedes vernünftige Testszenario. Ein Problem bleibt allerdings: Viele Publisher sind börsennotierte Unternehmen. Und die erliegen in schwächeren Quartalen schon einmal der Versuchung, die Bilanz zu pushen, indem ein eigentlich unfertiger Titel auf den Markt gebracht wird. Die Zeche zahlen erst die Käufer, dann die Unternehmen: Wer nicht auf Qualität zählen kann, dessen Kaufbereitschaft geht spürbar zurück.

Kampf den Bugs

Beta-Tester Ulli Kunz (Bild: Medienagentur plassma)Beta-Tester Ulli Kunz (Bild: Medienagentur plassma)Das Problem der zurück gehenden Umsätze sorgte für ein Umsteuern. Mittlerweile setzen viele Hersteller und Publisher bei ihren wichtigen Spiele-Titeln ganze Teams von Spezialisten ein, die ein Spiel auf Bugs und Logik-Fehler abklopfen. Ulli Kunz arbeitete als Betatester beim deutschen Entwicklerstudio "Rotobee" und rückte bei der Lebens-Simulation "Singles 2" den Bugs auf den Pelz. Er kennt den Ablauf genau. "Im Grunde besteht die Arbeit eines Betatesters darin, herauszufinden, wie, wo und wann es bei der Benutzung der Software beziehungsweise dem Spielen des Spieles zu Fehlern jedweder Art kommt. Dies beginnt in vielen Fällen bereits wenige Wochen nach Beginn der Programmierarbeiten. Und das ist eine Menge Arbeit, je nach Genre." Die Tester spielen den Titel mehrere Wochen intensiv durch und tragen jeden noch so kleinen Fehler in eine Datenbank wie etwa "Bugzilla" ein. Diese steht den Entwicklern ebenfalls zur Verfügung, so dass sie als eine Art Schnittstelle zwischen den beiden Bereichen fungiert. Kleinere Spiele kommen bereits auf über 1000 Einträge. Manche Tester verfassen zudem ausführliche Tagesberichte, die direkt bei den Programmieren auf den Schreibtischen landen.

Immer die Augen offen halten

Solange das Game dem Spieler nur Aktionen innerhalb eines festgelegten Rahmens erlaubt, bleibt das Ganze für den Betatester überschaubar. Laufen beispielsweise in einer Simulation wie "Singles 2" die Charaktere an einem Stuhl vorbei, ohne dass Körperteile wie Arme durch das Objekt gleiten? Passen zwei Möbel zusammen, oder verkeilen sie sich? Ist es möglich, einen Hängeschrank an ein Fenster zu hängen? Ist das Spiel dagegen offener gestaltet und unterliegt einem komplexen Regelwerk (typischerweise gilt das für "Massive Multiplayer Online-Rollenspiele" wie "World of Warcraft" oder "Everquest"), hat der Bug-Jäger einen schweren Stand. Für Strategiespiele schreiben die Entwickler teilweise sogar spezielle Demos, bei denen Armeen automatisch gegeneinander antreten, um das Schlachtgeschehen zu beobachten.

Rennen gegen die Zeit

Allerdings ist ein fundierter Betatest auch eine Frage der Zeit - und somit des Geldes. Jeder Tag der Verschiebung kostet die Verantwortlichen viel Geld. Diesen Konflikt kennt Ulli Kunz ebenfalls "Dem Publisher ist es natürlich lieb, dass ein Spiel zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt perfekt und damit fehlerfrei ist. Doch das ist meist nur Wunschdenken. Kurzfristige Änderungen im Spieldesign oder bezüglich des Balancings - gelegentlich auch auf Wunsch des Publishers - ziehen meist neue Testphasen nach sich." Manche Firmen greifen daher auf externe Kräfte oder sogar Fans zurück, die in einem geschlossenen Beta-Test das Spiel noch vor der Veröffentlichung ausprobieren und bis auf die allgemeine Organisation kaum Kosten verursachen.

Kontinuierlicher Verbesserungsprozeß

Doch warum erscheinen trotz aller Bemühungen immer wieder Spiele, die mit teilweise groben Schnitzern den Spaß der Käufer verderben? Auch hier weiß Kunz Bescheid. "In einigen Fällen schaffen es die Änderungen nicht mehr rechtzeitig in den Produktionsprozess, so dass die aktuelle Spiele-Version, bei der viele Fehler bereits behoben sind, nicht auf den Datenträger gebrannt wird. Dies ist der Grund, wieso in letzter Zeit vermehrt Patches sofort am Erscheinungstag oder kurz danach erscheinen." Die Tests laufen nach der Veröffentlichung weiter, so dass Fehler auch dann noch aus dem Spiel fliegen. Auch wenn es oftmals den Anschein macht, dass sich weder Entwickler noch Publisher um die Bugs kümmern: Hinter den Kulissen wird viel dafür getan, um ein möglichst perfektes Spiel abzuliefern. Das Thema "Bugs" ist in der Branche stets präsent und wird längst nicht mehr nicht auf die leichte Schulter genommen.

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