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E-Sport  

Für Ruhm, Ehre und Moneten

19.10.2007, 17:19 Uhr | Medienagentur plassma / jr, t-online.de

''Painkiller''-Spezialist Sander Kaasjager (Bild: GGL)''Painkiller''-Spezialist Sander Kaasjager (Bild: GGL)Für die Szene ist Wendel sowieso das Vorbild überhaupt. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass er nicht bloß ein talentierter E-Sportler ist, sondern ein nicht minder begnadetes Vermarktungstalent: Sein Nickname "Fatal1ty" ist längst eine Marke, die sich seine Fans für 39 Dollar auf ein schwarzes Sweatshirt drucken lassen können. Viel lukrativer war es jedoch, das Label an den Mainboard-Hersteller Abit zu lizenzieren. Der vermarktet seitdem die "Fatal1ty AN8“ als Spezialplatine für Gamer und ließ sich das Insidern zu Folge etliche Tausend US-Dollar kosten. Auch Soundkarten, Mäusen und Mousepads leiht der Profi gegen Entgelt seinen Namen und bekommt obendrein noch Sponsorengelder und Siegprämien in fünfstelliger Höhe. Aber auch andere internationale E-Sportler verdienen nicht schlecht. Der niederländische Painkiller-Spezialist Sander Kaasjager kassierte im Jahr 2005 allein an Preisgeldern mehr als 240.000 US-Dollar; weltweit wurden 2005 mehr als fünf Millionen Dollar Preisgeld bei E-Sports-Turnieren ausgeschüttet.

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Beruf E-Sportler?

Counterstrike (Bild: Valve)Counterstrike (Bild: Valve)Vom E-Sport leben - für die Kollegen in Deutschland ist das gegenwärtig noch ein Traum. Monatshonorare gibt es meist nur bei Counter-Strike-Clans - und die sind mit 500 bis 600 Euro bestenfalls eine Aufwandsentschädigung. Dass seine Sponsoren dem Need for Speed-Europameister Niklas "Sliver“ Timmermann ein kleines, monatliches Salär zahlen, ist damit fast schon eine Sensation. "Wirklich lukrativ wird das Spielen erst, wenn sich branchenfremde Unternehmen für das Sponsoring interessieren“, ist sich der 18-Jährige sicher. Eine reine E-Sportler-Karriere hat der Abiturient nicht geplant; die etlichen Tausend Euro Siegprämien, die der Niedersachse inzwischen erspielt hat, sollen in die akademische Zukunft fließen - sicher ist sicher. Denn für ein einigermaßen sorgenfreies Leben müsste ein deutscher Gamer schon bei etlichen Wettbewerben auf dem Siegertreppchen landen. Immerhin: Selbst auf nationaler Ebene sind die Preise mittlerweile durchaus beachtlich: Auf den Sieger des Fifa-Wettstreits in der Netzstatt Gaming League wartet beispielsweise ein nagelneuer Opel Tigra.

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International geht die Post ab

Doch die Konkurrenz ist gigantisch. Die drei großen internationalen Turniere World Cyber Games, Electronic Sports World Cup (ESWC) und die World Tour der Cyberathlete Professional League (CPL) locken viele Millionen mehr oder minder talentierte Zocker an. Allein für die World Cyber Games 2005 meldeten sich 1,25 Millionen Spieler aus aller Welt. 679 davon qualifizierten sich fürs Finale in Singapur und kämpften dort um Geldprämien im Gesamtwert von 435.000 Dollar. In der 1997 gegründeten CPL nahmen in den vergangenen acht Jahren mehr als 45.000 Spieler an den 35 Hauptveranstaltungen teil, bei denen ein Preisgeld von zirka zwei Millionen US-Dollar ausgeschüttet wurde. Das Projekt war so erfolgreich, dass 2001 als Unterbau der Profis die Cyberathlete Amateur League (CAL) ins Leben gerufen wurde, an der weltweit mehr als 200.000 Spieler teilnehmen. Die CPL-Turniere wurden von Medienpartnern wie CNN oder MTV übertragen, als Sponsoren für die Preisgelder von oft mehren zehntausend Dollar pro Event engagierten sich Firmen aus der Elektronik- und Computerbranche. Allerdings ist dieses Engagement sehr von der wirtschaftlichen Lage abhängig: Nachdem Intel sich zurückgezogen und der World Series of Video Games zugewandt hatte, fiel die CPL World Tour 2006 mangels finanzieller Grundlage ins Wasser.

Harte Qualifikation

Doch bis in die Endrunden ist ein langer und mühevoller Weg: "Für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften müssen sich die Gamer auf nationaler Ebene qualifizieren. Sie treten dann als Nationalspieler für Deutschland bei dem internationalen Wettbewerb an“, berichtet von Treichel. Während auf internationalem Niveau vor allem im K.O-System gespielt wird, hat sich auf nationaler Ebene das Ligasystem durchgesetzt. Die Electronic Sports League (ESL) und die Gamestar-Liga gehören hierzulande zu den bekanntesten Vertretern. Wertigkeitsunterschiede wie beim Fußball, der klar zwischen Profi-Bereich - also erster und zweiter Bundesliga - sowie dem Amateursport trennt, gibt es national bislang noch nicht. Die verschiedenen Daddelranglisten existieren nebeneinander, und viele Clans sind auch in mehreren von ihnen vertreten. Eine Ausnahme ist die World Wide Championship of LAN-Gaming (WWCL): Die Teilnehmer können auf den von der WWCL anerkannten LAN-Partys spielen und bekommen je nach Abschneiden eine bestimmte Punktewertung, die wiederum ihren Ranglistenplatz bestimmt.

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Frauen an die Macht

Ego-Shooter wie Counter-Strike sind ja traditionell eher eine Männer-Domäne. Aber auch hier tun sich neue Perspektiven auf. Julia Numberger aus Olching bei München, Codename "Crunsher", ist jetzt mit ihrem Team "The Next Generation" in die ESL Pro Serie aufgestiegen. Als erste Frau überhaupt in der Geschichte des E-Sports darf sie nun um die deutsche Meisterschaft im Counter-Strike-Wettbewerb der ESL mitspielen. Die Anerkennung, die ihr von allen Seiten zuteil wird, ist der 17-jährigen gar nicht so besonders recht. "Nur weil so wenig Frauen Counter-Strike spielen, brauchen sie sich doch nicht zu verstecken. Hier zählt die Leistung und nicht das Geschlecht". Und weiter: "Ich bin weniger stolz auf mich selbst, als auf mein gesamtes Team, mit dem wir Tolles erreicht haben."

Training ist alles

Ganz an die Spitze der E-Sport-Tabellen zu klettern, das ist auch eine Frage des Trainings, das sowohl online als auch offline ausgetragen wird und sich nach den speziellen Anforderungen der Spiele richtet. Trainieren mehrere Spieler offline, spricht man von einem "Bootcamp". Das ist bei teambasierten Spielen wie Counterstrike, Quake oder Call of Duty sinnvoll, um die Kommunikation zu schulen und das strategische Rüstzeug zu perfektionieren. Bei Games wie Fifa, Starcraft oder Warcraft, die als Zwei-Spieler-Duell ausgetragen werden, üben häufig feste Trainingspartner miteinander, um Technik und Taktik zu optimieren. Trainiert werden dabei insbesondere die Hand-Augen-Koordination sowie taktische Komponenten und die Fähigkeit zum Teamplay. Das Ganze ist sehr zeitaufwändig: Bis zu zwei Stunden täglich übt der E-Sport-Nationalspieler Marco Radeck das Beat’em-Up-Spiel Dead or Alive 4. Trotz großer Erfolge und einem Marketingvertrag mit Constantin-Film kann er sich Pro-Gaming nicht als Hauptberuf vorstellen: "Die Frage ist immer: Wie lange kann ich konstant gute Leistungen bringen? In der Szene wird man bei einer Serie von Misserfolgen fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel.“ An Radecks Motivation ändert diese Erkenntnis jedoch nichts - der 21-Jährige beweist vielmehr echten Sportlergeist. Was ihn antreibt, ist die Begeisterung fürs Spiel, persönlicher Ehrgeiz und der Wille, sein Land zu vertreten. Das sehen Matthäus und Ballack bestimmt genauso.

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