Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Spielen wird weiblich

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Lady-Gamer  

Spielen wird weiblich

19.10.2007, 17:19 Uhr | dpa, afp / jr, t-online.de

"Play, it's your nature" lautete die Devise für Daddel-Fans aus aller Welt auf der Games Convention 2006 in Leipzig. Neben vielen attraktiven Spielepremieren kristallisierte sich ein Trend klar heraus: Immer mehr Frauen begeistern sich für das Thema Gaming. Sehr zur Freude der Publisher machen sich zunehmend aber auch finanzkräftige ältere Semester zu Erkundungen ins Spiele-Terrain auf, die statt passivem TV-Genuss aktive Familienunterhaltung suchen.

Spiele-Magazin Girls in Games
Spiele-Magazin Der Spaß am Illegalen
Spiele-Magazin Fiese Spaßbremsen

#
Schon gemerkt? Mit einem Doppelklick auf jedes beliebige Wort im Artikel gelangen Sie jetzt direkt zum passenden Wikipedia-Eintrag. Klicken Sie sich schlau!
#

#

Ein Jahr des Umbruchs

Die zuletzt von rasantem Wachstum geprägte deutsche Unterhaltungssoftware-Industrie kämpft in diesem Jahr mit stagnierenden Umsätzen. Sie will nun neue Zielgruppen erreichen. "Wir befinden uns in einem Übergangsjahr", sagt der Geschäftsführer des Branchenverbandes, Olaf Wolters. Sony und Nintendo wollen zum Jahresende neue Konsolen auf den Markt bringen. "Es ist normal, dass die Konsumenten sich da beim Kauf neuer Spiele zurückhalten", erklärt Wolters. Im kommenden Jahr erwartet er dann wieder eine "Umsatzexplosion" mit einem Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. In diesem Jahr stieg der Umsatz mit Video- und Computerspielen im ersten Halbjahr um gerade einmal ein Prozent auf 469 Millionen Euro. Bei Computerspielen gingen die Erlöse dabei um sieben Prozent auf 219 Millionen Euro zurück, während es bei Videospielen ein Halbjahresplus von acht Prozent auf 250 Millionen Euro gab. Die Erlöse bei Lernspielen in "Edutainment" und "Infotainment»"brachen sogar um 19 Prozent auf 110 Millionen Euro ein. Auch die Fußball-WM und die Hitzewelle hätten der Branche nicht gut getan, sagt Wolters. "Das war kein gutes Umfeld für Home-Entertainment."

Auf zu neuen Ufern

Die Basis für eine Rückkehr zu alten Wachstumszahlen will die Industrie bei der GC 2006 legen. Insbesondere will man sich sich neuen Zielgruppen öffnen. Der Grund ist klar: Nach Angaben des "Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware" (BIU) finden immer mehr Mädchen und Frauen Gefallen an Computer- und Videospielen. Der Anteil weiblicher User lag demnach im ersten Halbjahr 2006 bei 25 Prozent. Im Vorjahreszeitraum lag der Anteil der weiblichen Spieler noch bei 22 Prozent und in den ersten sechs Monaten 2004 nur bei 20 Prozent. Zwar sind drei Viertel der Spieler damit aber nach wie vor männlich, aber der Interessen-Umschwung ist eingeleitet. Besonders beliebt bei den weiblichen Jugendlichen sind Handheld-Konsolen wie zum Beispiel die Playstation Portable oder der Nintendo DS. Der Anteil der Mädchen bei diesen Videospielen für Mobilgeräte kletterte laut BIU in der ersten Jahreshälfte 2006 auf 36 Prozent. Die Publisher reagieren bereits auf diese Tendenz. Rund 44 Prozent der Nintendo-DS-Spieler seien inzwischen weiblich, freut sich Deutschland-Chef Bernd Fakesch. Ende Oktober soll daher die Nintendo-DS-Konsole mit dem Doppelschirm nun für die "modebewusste Dame" in zartrosa herausgebracht werden. Zu ähnlichen Farbenspielen hat sich auch Konkurrent Sony bei der PS2 und der PSP entschlossen.

Kein Interesse an Ballerspielen

Reine Ballerspiele kommen bei den meisten weiblichen Besuchern nicht an. "Ich will bei Spielen gefordert werden", sagt die 21 Jahre alte Susi Tobegen aus Magdeburg, die selbst eine Playstation und auch ein mobiles Spielgerät hat. "Einfach nur rumzuschießen, das ist mir zu langweilig." Ein Hit auf der Playstation ist seit einigen Jahren das Karaoke-Spiel SingStar. Auch das interaktive Quiz Buzz kommt bei der weiblichen Klientel gut an. Die virtuelle Seifenoper Sims gilt weltweit als das bestverkaufte Spiel überhaupt - auch dank der Konsumentinnen. Nintendo hat mit seinen Nintendogs nach eigenen Angaben das "weiblichste aller Spiele" im Programm. Ähnlich wie bei den einst so beliebten Tamagotchis können die Spieler hier virtuell einen Hund groß ziehen. Frauen schätzen vor allem das kurze Spiel zwischendurch. Deshalb sind mobile Spiele bei ihnen besonders beliebt. Nicht schlecht ist auch der Anteil weiblicher Kunden bei Handy-Spielen: Branchenzahlen zufolge liegt er bei 36 Prozent.

Senioren als Zielgruppe entdeckt

"Bei Älteren sinken die Hemmschwellen, immer mehr haben einen Internetzugang", betont BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters. Nach Angaben des Branchenverbandes stieg der Anteil der über 40-jährigen Nutzer von Computer- und Videospielen von elf Prozent im Jahr 2003 auf 17 Prozent im ersten Halbjahr 2006. Beliebt bei den Älteren sind vor allem reine Computerspiele: Jeder fünfte Spieler im Jahr 2005 war über 40 Jahre alt. "Wir haben es nicht mehr mit einem reinen Jugendphänomen zu tun", bestätigt auch Manfred Gerdes vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) den Trend. In Deutschland sei bereits jeder dritte Käufer von Handy-Spielen 30 Jahre und älter. Mit Spielen auf dem Handy und im Internet entwickelt sich jenseits von Computern und Konsolen ein neuer, lukrativer Markt. Allein die Deutschen werden sich 2006 nach Bitkom-Berechnungen etwa 15 Millionen Spiele auf ihre Mobiltelefone holen, das entspreche einem Umsatz von 54 Millionen Euro. Auch der aktuelle "(N)onliner Atlas 2006" zur Internetnutzung in Deutschland verzeichnete erneut einen starken Zuwachs bei den über 50-Jährigen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal