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Auf der Suche nach dem Horror-Kick, Teil 2

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Spiele zum Gruseln  

Auf der Suche nach dem Horror-Kick, Teil 2

19.10.2007, 17:20 Uhr | Richard Löwenstein / vb, t-online.de

Das erste Gruselabenteuer

Beim Blick zurück in das Jahr 1992 stößt man auf eine Produktion des französischen Unternehmens Infogrames (heute Atari): Alone in the Dark gilt als Urahn jener Action-Abenteuer, die bewusst mit unseren Ängsten spielen. Das Spiel löst durch gezielte Wechsel von Kamerapositionen innerhalb einer statischen Kulisse Schockmomente aus. Und es führt per 3D-Grafik lebensecht animierte Figuren durch das Angstszenario. Ein Stilmittel, das Capcoms Resident Evil drei Jahre später aufgreifen und um Splatter-Elemente ergänzen sollte. Fast zeitgleich gelang der Looking-Glass-Produktion System Shock die Fusion von Angst, Egoshooter und Rollenspiel. Durch Verwendung von 3D-Sound geriet der Horror im 1999 veröffentlichten Nachfolger System Shock 2 noch greifbarer.

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Der erste Schocker

Als erster Herzschlag-Beschleuniger moderner Machart darf wohl Half-Life gelten. Die Valve-Produktion aus dem Jahr 1998 mag aussehen wie ein Ego-Shooter, nutzt aber in seinen stärksten Momenten klassische Stilmittel aus dem Horrorgenre. Die bekannte Erzählstruktur: Erst wird man mit dem symphatischen Heldencharakter Gordon Freeman bekannt gemacht, dann wird er in eine scheinbar ausweglose Situation geführt. Blutflecken in klinisch sauberen Korridoren, flackerndes Licht und bedrohliche Geräusche schüren die Angst vor dem, was sich im Dunklen verbirgt. Die Spannung steigt. Dann plötzlich ein Flackern, ein Bersten, die Wand links zerfällt zu Staub. Ein entstellter Mensch wankt in das Bild, der Überlebenskampf beginnt.

Download Half-Life 2: Episode Two - Trailer 1
Download Half-Life 2: Episode Two - Trailer 2

Zombies und Zensur
Dass heute, acht Jahre danach, kaum ein anderes Spiel eine solch fesselnde Wirkung ausübt, zeigt wie weit Half-Life seiner Zeit voraus war. Außerdem ist Half-Life ein gutes Beispiel dafür, wie entscheidend die glaubwürdige Abbildung der Umwelt für den Horror ist. Wenn die Ladezeiten nerven oder die Eindeutschung misslingt, fährt einem eher der Schalk in den Nacken als die Angst durch die Glieder. So geschehen bei der für den deutschen Markt umgebauten Half-Life-Fassung. Bei der sind Menschen durch Roboter ersetzt. Durch diese Abstraktion übt die deutsche Fassung nur einen Bruchteil der ursprünglichen Wirkung aus.


Horror und Jugendschutz

Doch der Hersteller war zu dieser Maßnahme gezwungen, da das ungeschnittene Original kurz nach Erscheinen von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert und daher selbst Erwachsenen nur schwer zugänglich gemacht wurde. Dass die Tötung von Menschen im erzählerischen Rahmen als unvermeidliche Maßnahme begründet wird und das Spiel daher nach heutigen Maßstäben kaum als indizierungswürdig gilt, wurde seinerzeit von den Prüfgremien noch nicht berücksichtigt.

Gefahr für das Gruselgenre

Es sieht so aus, als würde der momentan stattfindende Hardware-Generationswechsel dem Horrorgenre zu schaffen machen. Denn auf Xbox 360, Playstation 3 und Wii kommen Gruselgames der audiovisuellen Perfektion einen deutlichen Schritt näher. Dieser Entwicklung kann sich auch die Alterskontroll- und Jugendschutz-Behörden nicht entziehen. Derzeit werden neue Horrorspiele sehr kritisch bewertet. Zwei von ihnen müssen Gruselfans bereits von ihren Einkaufslisten streichen: Condemned von Sega und Dead Rising von Capcom sind nicht mehr in Deutschland erhältlich.

Die Zukunft wird gruslig

Die Spieleindustrie sieht sich in Deutschland also einer kritischen Aufgabe gegenüber. Sie muss eines der faszinierendsten Videospiel-Genres am Leben erhalten, ohne es durch unsensible Schnitte der Lächerlichkeit preis zu geben. Kaum auszumalen, wie sehr einem der Nervenkitzel auf modernen PCs, auf Xbox 360, Playstation 3 und Wii unter die Haut gehen könnte. Das kommende Jahr scheint jedenfalls viel versprechend: Die ersten Bilder der Neuauflage von Alone in the Dark und vom fünften Teil aus der Resident Evil-Serie machen Lust auf schauerliche Nächte.

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