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Genesung durch "ernsthafte Videospiele"

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Anti-Krebs-Spiel  

Genesung durch "ernsthafte Videospiele"

19.10.2007, 17:20 Uhr | AFP / vb, t-online.de

Re-Mission (Bild: Hope Lab)Re-Mission (Bild: Hope Lab)Gesund werden auf die spielerische Art - um diesen Ansatz geht es bei einer Expertentagung in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. Zum dritten Mal kommen Wissenschaftler, Mediziner und Spieleentwickler zusammen, um sich darüber auszutauschen, welche Wirkung Computerspiele auf die Gesundheit der Spieler beziehungsweise auf die Genesung von Kranken haben können. Aktuelles Beispiel ist ein Spiel namens Re-Mission, das im Kampf gegen Krebs bei Kindern eingesetzt wird.

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Bunte Grafik gegen Krankheiten

Re-Mission (Bild: Hope Lab)Re-Mission (Bild: Hope Lab)"Wir glauben, dass Spiele ein riesiges Potential für das Wohlbefinden haben", sagt Richard Tate vom kalifornischen Spielentwickler Hope Lab, der ein erfolgreiches Videospiel für die Behandlung krebskranker Kinder erarbeitet hat. "Man muss nur das richtige Konzept für das Spiel finden, damit es sein Ziel erreicht." Bei Re-Mission, dem besagten Spiel für junge Krebspatienten, sind wissenschaftliche Informationen mit einer virtuellen Heldin namens Roxxi verknüpft, die vor Mut geradezu birst und entschlossen gegen die Krebszellen in ihrem Körper kämpft.

Weitere Spiele in Planung

Laut Hope Lab schlägt die Krebs-Behandlung bei den Patienten, die Re-Mission gespielt haben, deutlich besser an. Sie seien überzeugt, den Kampf gegen die Krankheit zu gewinnen. Inzwischen sind rund 30.000 Bestellungen aus 55 Ländern für das Spiel eingegangen, berichtet Tate. Die Firma arbeitet derzeit an weiteren Spielen, die bei der Behandlung von autistischen, depressiven und fettleibigen Kindern helfen sollen. "Wir glauben, dass sich das Modell übertragen lässt."

Mehr als Zerstreuung

Bei der Tagung in Baltimore kommen Vertreter staatlicher Stellen ebenso wie nichtstaatliche Organisationen zusammen, um "Spiele für die Gesundheit" zu erforschen. "Das Tolle daran ist, dass sich unsere Konferenz zu einer Plattform entwickelt, um sich zu treffen und sich über Techniken auszutauschen, die bei der Behandlung helfen können", sagt Ben Sawyer, einer der Organisatoren. Neben Spieleentwicklern und Medizinern nehmen zum Beispiel auch Vertreter der US-Gesundheitsbehörden teil. "Wir wollen vor allem zeigen, dass eine so bedeutende Technik wie die der Videospiele auch eine Verwendung finden kann, die weit über Zerstreuung hinausgeht."

Auch in Europa erfolgreich

Das amerikanische Modell macht auch in Europa Schule: Die Universität Zürich hat das Spiel Magic Castle entwickelt, das bei der Behandlung von Kindern mit Depressionen, Ängsten oder aggressivem Verhalten helfen soll. Das psychotherapeutische Computerspiel kann für die Behandlung von acht- bis 12-jährigen Kindern eingesetzt werden, so die Universität Zürich. Die Kinder lernen in Magic Castle Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst zu unterscheiden, was als elektronische Hausaufgabe die bestehenden Therapien unterstützen soll.


Mit der Playstation gegen Krebs

Einen anderen Ansatz verfolgen die Forscher der amerikanischen Stanford University. Dort existiert seit dem Jahr 2000 ein Projekt, bei dem Privatpersonen mit der Installation eines Programms ihren PC mit hunderttausenden Rechnern vernetzen können. In diesem Netzwerk werden komplizierte Berechnungen möglich, die ansonsten nur mit großem Aufwand realisiert werden könnten. In der Krebsforschung werden so Molekularsimulationen berechnet, mit denen man nach Heilmitteln für schwere Krankheiten sucht. Auch die Playstation 3 soll ein Teil dieses Projektes werden. Sony beteiligt sich an der Forschung und wird eine Software anbieten, die einen Teil der Leistung des PS3-Prozessors für das Forschungsprojekt zur Verfügung stellt. Mit dem Cure@PS3 betitelten Programm sollen die zukünftigen Besitzer der Konsole eine Rechenleistung von mehreren Superrechnern ermöglichen. Allein durch die Vernetzung von 10.000 Konsolen soll eine Leistung im Petaflop-Bereich erreicht werden. Ein Petaflop bedeutet 1 Billiarde Berechnungen pro Sekunde. Derzeit ist der schnellste Rechner der Welt etwa 35 Mal schwächer als ein Petaflop. Das Stanford-Projekt Folding@Home hofft, dass so neue Ziele im Kampf gegen Alzheimer und Krebs erreicht werden können.

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