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Auf dem Sprung (Teil 2)

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Trick-Jumping in Spielen  

Auf dem Sprung (Teil 2)

19.10.2007, 17:21 Uhr | GEE / Text: Danny Kringiel / jr, t-online.de

Quake Wars (Bild: Activision)Quake Wars (Bild: Activision)Und Dave erinnert sich an noch einen weiteren Vorteil des Games: "Die Programmierer hatten einen Fehler in die Spiele-Engine gebaut, welcher sich im Nachhinein als Geniestreich entpuppte. Mit ein paar kleinen Eingriffen konnte man das Programm dazu bringen, einen Rundungsfehler zu machen, der einen weiter springen lässt als normal. Man musste lediglich die Frames pro Sekunde auf eine der magischen Zahlen 43, 76, 125 oder 333 fixieren." Ein wenig Heimwerkermentalität scheint also nicht zu schaden. Solche und ähnliche Eingriffe in das Programm - beispielsweise das "Scripting" genannte Festlegen von hoch komplizierten Bewegungsabläufen auf einen einzigen simplen Tastendruck - sind bis heute unter Trickjumpern ebenso verbreitet wie umstritten. Der 20-jährige Justas, in der Szene besser bekannt unter dem Namen "CeTuS", beklagt: "Die Community macht gerade einige bedauerliche Veränderungen durch, vor allem was das Cheaten anbelangt. Das liegt sicherlich daran, dass das allgemeine Level des Könnens im Trickjumping mittlerweile schier unglaublich hoch liegt. Daher suchen die Leute immer öfter nach Wegen, ihren Lernprozess abzukürzen und die Regeln durch Cheats und Scripts zu umgehen."

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Erfahrene Vorbilder studieren

Dave sieht die Problemlage ähnlich: "Vor allem Quake ist inzwischen von viel zu vielen Vollprofi-Superpro-Kids durchsetzt, sodass man als Anfänger abgeschreckt wird.“ Gerade Tricking-Newbies empfiehlt er daher, mit dem Spiel Enemy Territory anzufangen. Es basiert auf der Quake-Engine, ist aber etwas langsamer und leichter zu handhaben als Quake 3. Eine weitere Lernhilfe ist das Studieren von Demofiles erfahrener Jumper: So kann man minutiös und aus jedem gewünschten Kamerawinkel alle Stunts der Vorbilder einstudieren, bevor man sie selbst ausprobiert. Außerdem gibt es spezielle Tutorial-Maps, auf denen sich grundlegende Bewegungsabläufe gut einstudieren lassen. Vor allem für Einsteiger stellen sie eine große Erleichterung dar - denn die normalen Karten etwa in "DeFRaG" sind bereits so knochenhart, dass man sich an ihnen als Anfänger leicht die Zähne ausbeißt respektive die virtuellen Sprunggelenke verstaucht.

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Star der Community

Quake 4 (Bild: Activision)Quake 4 (Bild: Activision)Diese Probleme hat Justas schon lange hinter sich gelassen. Als "CeTuS" ist er selbst das Vorbild zahlloser Trickjumper geworden. Sein Tricking-Film "CeTuS – The Movie" hat den Litauer 2003 schlagartig zur Galionsfigur der Community gemacht. Er selbst sieht seinen Ruhm eher nüchtern: "Bekannt wird man nicht nur durch Schnelligkeit und eigenständigen Style. Vor allem publikumswirksame Videos sind extrem wichtig in der Szene. In diesem Sinne habe ich einen großen Teil meiner Popularität MRKS zu verdanken, dem Macher meiner Filme."

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Cineastische Kreativität

Wer eines von MRKS’ Videos gesehen hat, versteht augenblicklich, was Justas damit meint: Diese Streifen muten eher wie professionell gemachte Extremsportfilme an als wie ein banaler Computerspiel-Mitschnitt. Die Kamera rast ebenso atemlos durch die Levels wie CeTuS’ eigener Avatar, rotiert oft so schnell um die Spielfigur, dass der Betrachter vergisst, ob sie gerade fällt oder aufsteigt, stroboskopartige Schnitte springen in Sekundenbruchteilen zwischen verschiedenen Einstellungen hin und her, und jede Bewegung ist synchron zu den treibenden Beats des darunter liegenden Drum’n’Bass-Soundtracks arrangiert. Unwillkürlich erinnert man sich, dass es die "Quake 3"-Demofunktion war, die auch den Grundstein für die Machinima-Filmszene (als Manichima bezeichnet man Filme, die mit Hilfe von Game-Grafikengines erstellt worden sind) legte. Tricker müssen sich also nicht nur durch kreative Sprünge, sondern auch durch kreative Filme profilieren. Justas erklärt: "Jedes unserer Videos hat versucht, etwas ganz anderes zu machen als die anderen Trickjumping-Filme, die es zu dem Zeitpunkt schon gab. Das ist heute für Filmemacher ungleich schwieriger. Zwar ist sicherlich eines der prägendsten Merkmale der Trickjumping-Community ihre außerordentliche Kreativität, doch ist es inzwischen schwer, die Leute noch zu erstaunen, da irgendwie alles schon einmal gemacht wurde."

Nicht das Wichtigste im Leben

Ernüchternde Worte aus dem Mund des Tricking-Heroes: "Ich denke, es ist eigentlich für jeden machbar, an die Spitze der Szene zu gelangen. Es hängt lediglich damit zusammen, wie viel Zeit man zu investieren bereit ist. Aber dabei sollte man auch bedenken, dass Trickjumping-Skills im 'echten' Leben ziemlich nutzlos sind. Ich selbst habe viel Energie investiert, um ganz nach oben zu kommen. Als ich den Punkt an der Spitze dann eines Tages wirklich erreicht hatte, bemerkte ich erst, wie viel Zeit ich mit dieser Aktivität verschwendet hatte, ohne damit irgend einen Nutzen für mein richtiges Leben erzielt zu haben. Trickjumpen macht Spaß, aber es sollte nicht das Wichtigste im Leben sein." Nach einer etwa dreijährigen Karriere hat sich Justas mittlerweile aus der Welt der Trickjumping-Wettkämpfe zurückgezogen. Er studiert heute Psychologie und arbeitet, obwohl er erst 20 ist, bereits als Sales Manager für eine international operierende Firma. "Mit Hoffnung auf einige Karrieresprünge natürlich", fügt er lächelnd hinzu.

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