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Virtueller Sex ist strafbar (2/3)

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Second Life  

Virtueller Sex ist strafbar (2/3)

19.10.2007, 17:24 Uhr | T-Online / Medienagentur plassma / dpa, t-online.de

Wie in der realen gibt es auch in der künstlichen Welt Gefahren: Kriminalität macht sich breit, und neuerdings kommt es sogar zu politisch motivierten Demos und gewaltsamen Auseinandersetzungen. So schlug der aktuelle französische Präsidentschaftswahlkampf auch in Second Life hohe Wellen. Ende 2006 eröffneten dort die sozialistische Präsidentschaftskandidatin Segolene Royal und der rechtsextreme Chef der Front National, Jean-Marie Le Pen, eigene Wahlkampfzentralen. Vor kurzem kam es zu einer Demonstration vor dem virtuellen Büro der rechtsextremen "Front National" von Le Pen. Dabei flogen zwischen Anhängern Le Pens und linksgerichteten Demonstranten die Fetzen - trotz des vor dem Gebäude patrouillierenden virtuellen Sicherheitsdienstes. Die Protestler hängten ein Plakat auf, in dem das Recht zur freien Meinungsäußerung verteidigt wurde. Gleichzeitig wurde den Rechtsextremen unter die Nase gerieben, dass sie nicht das Recht hätten, andere herabzusetzen und die friedliche Nahbarschaft zu stören.

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Virtuelles Abziehbild der Realität

Doch Gefahr droht auch aus einer anderen Richtung: Vor einiger Zeit trieb der digitale Wurm mit der Bezeichnung "Grey Goo" sein Unwesen in Second Life. Er platzierte in der Spielewelt rotierende goldene Ringe, mit denen die Spieler interagierten, was den Wurm weiter verbreitete. Das Ganze sorgte für so viel Systemlast auf den Datenbanken, dass der Betreiber Linden Labs erst einmal für 30 Minuten alle Einloggversuche unterband, um den Wurm und die von ihm hinterlassenen Schäden zu beseitigen. Erst nach mehreren Stunden war die virtuelle Welt wieder funktionsfähig. Nicht direkt ein Weltuntergang, aber angesichts eines täglichen Wirtschaftsumsatzes in Second Life, der gut und gern einer halben Million von (realen) US-Dollar entspricht, ein schmerzhaftes Erlebnis.


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Kein Rechtssystem

Eine Schutzinstanz, die verbindliche Regeln etabliert und durchsetzt, gibt es in Second Life aber bis heute nicht. Die Spieler sollten selbst Lösungen finden und für ein System von "Checks and Balances" sorgen, fordert der Betreiber. Ein Mittel dazu ist der tägliche Polizeibericht, der zum Beispiel darüber berichtet, dass Verstöße wie "Waffengebrauch" mit einer siebentägigen Verbannung, "sexuelle Belästigung" mit einer Verwarnung und ein Fall von Umweltverschmutzung mit einem Ausschluss aus der Spielewelt von drei Tagen geahndet wurden. Was den Punkt "Waffengebrauch" in Second Life angeht, gerieten sich die widerstreitenden Fraktionen regelrecht in die Haare. Während die einen jedem Gewaltmonopol misstrauend auf ihrem Recht beharrten, Waffen zu tragen, verdammte die pazifistische Gegenpartei diese Haltung vehement.

Gewalt in Second Life

Bewaffnete Auseinandersetzungen - innerhalb von speziellen Bereichen im Spiel ("Sandboxes") durchaus erlaubt - finden mittlerweile als schnöder Überfall in ganz normalen Einkaufszentren der virtuellen Welt statt. Dabei getroffene Avatare sterben zwar nicht, werden aber durch die Gegend geschleudert und im Extremfall in eine ganz andere Gegend teleportiert. Hacker haben es sogar schon fertig gebracht, künstliche Atombomben in Second Life einzuschmuggeln und ganze Gegenden in Übungsterrains für Ego-Shooter umzuwandeln. Wie dem zu begegnen ist, darüber herrscht weithin Uneinigkeit. Die von den unbegrenzten Möglichkeiten von Second Life überzeugten Akteure sehen Chancen für Schutzberufe wie Bodyguards und wollen Überwachungskameras und andere Schutzeinrichtungen vertickern. Andere fordern aus Frust über die allzu realistische Entwicklung Linden Labs dazu auf, abermals korrigierend einzugreifen.

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GEMA in Aktion

Aber auch mit juristischen Fallstricken wie zum Beispiel ungeklärten Musikrechten hat das "Metaversum" Second Life zu kämpfen. Der Hintergrund: Viele Mitspieler beschallen ihre virtuellen Räumlichkeiten mit Musik-Streams. Daneben gibt es auch in Bars und sonstigen Veranstaltungsorten kräftig was auf die Ohren, und sogar Konzerte mit den Künstler-Avataren von Suzanne Vega, Duran Duran oder der Indie-Pianistin Regina Spektor wurden durchgeführt. Ungeklärt ist aber, wer für die Lizenzrechte an der Musik aufkommt. Hersteller Linden Labs sieht die einzelnen Spieler in der Pflicht und verweist auf einschlägige Passagen in den Nutzungsbedingungen der Online-Welt. Die Musikindustrie ist jedenfalls schon auf den Fall aufmerksam geworden und sieht wegen der Aufführung der Musikstreams in einem "öffentlichen Raum" Lizenzgebühren als gerechtfertigt an.

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