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Handel ignoriert Spiele-Altersbeschränkung

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Alterslimit bei Spielen  

Handel ignoriert Spiele-Altersbeschränkung

19.10.2007, 17:25 Uhr | Golem.de / jr, t-online.de

Counter-Strike (Bild: Sierra)Counter-Strike (Bild: Sierra)Spiele, die Gewalt darstellen, sollen nicht an Jugendliche verkauft werden. Dafür sollen entsprechende Alterseinstufungen durch die USK sorgen, über die in den vergangenen Monaten viel diskutiert wurde. Die Praxis sieht anders aus, das zeigt eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW: In fast jedem zweiten Fall durften minderjährige Tester problemlos PC-Spiele kaufen, die für sie laut Alterseinstufung nicht geeignet waren. Die Verbraucherzentrale NRW überprüfte, in wie weit sich der Handel an die Klassifizierung der USK hält, die auf den Spielen aufgedruckt sind. Dazu schickten die Verbraucherschützer den 14-jährigen Kai und die 16-jährige Larissa als Testkäufer in 15 Geschäfte in Köln und im Rhein-Sieg-Kreis. Zur Kasse trugen sie jeweils die Playstation-Spiele Canis Canem Edit oder Splinter Cell mit einer USK-Freigabe ab 16 Jahren sowie Mortal Combat oder Scarface, die von der USK keine Jugendfreigabe erhalten haben, also nur an Kunden ab 18 Jahren verkauft werden dürfen.

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Lücken bei der Alterskontrolle

Die 16-Jährige durfte in neun von 15 Fällen das Spiel kaufen, das erst ab 18 erhältlich ist. In vier von sieben getesteten Elektronikgeschäften war die Schülerin erfolgreich. Noch deutlicher fiel die Bilanz bei den vier getesteten Kaufhäusern aus: Lediglich eine Verkäuferin verweigerte den Kauf. Bereitwillig öffnete man in einem Warenhaus der Minderjährigen sogar die spezielle Glasvitrine, in der die Spiele aus Jugendschutzgründen verschlossen sind. Bei den vier Einzelhändlern hätte Larissa in jedem zweiten Versuch das Spiel ab 18 bekommen. Auch der 14-jährige Kai bekam Mortal Combat in drei von 15 Geschäften. Während alle Elektronikgeschäfte den Verkauf vorschriftsmäßig verweigerten, konnte der Jugendlich in zwei von vier Kaufhaus-Filialen die Spiele ergattern. In einem Kaufhaus vereitelte allerdings erst ein aufmerksamer Kunde den Kauf, indem er damit drohte, die Kassiererin zu verklagen. Bei einem der vier getesteten Einzelhändler konnte der Junge ein Spiel ab 16 als auch eines ab 18 kaufen. In einem zweiten Geschäft war der 14-Jährige beim Spiel ab 16 erfolgreich. Zwei Filialen einer PC-Spiele-Kette bestanden hingegen den Test, dort waren die Spiele zusätzlich mit einem firmeneigener Hinweis auf die Altersfreigabe versehen.

Bessere Kennzeichnung und Kontrolle notwendig

Konkurrierende Alters-Einstufung  (Bild: T-Online)Konkurrierende Alters-Einstufung (Bild: T-Online)Das Hamburger Hans-Bredow-Institut, das im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Länder untersuchte, ob und inwieweit der Jugendmedienschutz effektiv funktioniert, hatte in seiner kürzlich veröffentlichten Studie Kritik an der Darstellung der Altersfreigaben auf den Spiele-Verpackungen geübt. Die zentrale Altersangabe der Kennzeichen sei nicht auffällig genug gestaltet, und es komme in der Praxis zu Fehlinterpretationen in Bezug auf die Verbindlichkeit und den Urheber der Kennzeichnungsentscheidung. Teilweise würden die verbindlichen Altersfreigaben nur als Empfehlung des Herstellers interpretiert. Das Problem verschärft sich zudem dadurch, dass die USK-Kennzeichen nicht selten in optischer Konkurrenz zu - teils abweichenden - Altersempfehlungen des europäischen PEGI-Systems (PEGI steht für "Pan European Game Information" und ist das erste europaweite Alterseinstufungssystem für Computer- und Videospiele). Dies kann in der Wahrnehmung von Eltern, aber auch Kindern und Jugendlichen eine gewisse Beliebigkeit vermitteln, die die Orientierungsfunktion der Kennzeichen insgesamt konterkariert.

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