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Onlinespieler töten bestechliche Pixelbeamte (2/2)

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Gefährliche Rollenspiele  

Onlinespieler töten bestechliche Pixelbeamte (2/2)

19.10.2007, 17:26 Uhr | t-online.de

Unbestechlicher Krieger (Bild: www.cnicw.gov)Unbestechlicher Krieger (Bild: www.cnicw.gov)Der tapfere Held - unterstützt von weiteren, als leuchtende Beispiele präsentierten historischen Figuren - stürzt sich in die Schlacht, nicht nur gegen die korrupten Offiziellen selbst, sondern auch gegen deren Töchter, Söhne und Mätressen. Letztere sind, wie ein Screenshot aus dem Spiel selbst zeigt, den "Nanfang Daily" veröffentlichte, allesamt mit roten Bikinis bekleidet. Ein Kommentator kritisierte in dem Blatt sowohl die allzu leichte Bekleidung der Damen als auch das ganze Konzept Sippen-Ausrottung: "Welches Verbrechen haben denn die Töchter begangen?" Auch am Spiel selbst wird in verschiedenen Zeitungen heftige Kritik geübt: Es sehe zusammengeklaut aus, zusammengesetzt aus Versatzstücken von Spielen, die teilweise zehn Jahre alt seien.



Positiver und tapferer im Kampf gegen Korruption?

"Das Spiel hat einige sehr zeitgenössische chinesische Qualitäten", ätzte ein Kommentator der Spieleseite "Neoseeker", "zum Beispiel das vollständige Ignorieren von Urheberrechten und die Bestrafung korrupter Funktionäre". Entwickler Hua Tong dagegen verteidigt seine Schöpfung. Das Spiel sehe rudimentär aus, weil ihm schlicht die Mittel gefehlt hätten, die Bikinis könne man ja eventuell später durch andere Bekleidung ersetzen - und schließlich sei das Spiel ein Werkzeug der Erbauung: "Aus dem Spiel kann der Spieler viel über viele Anti-Korruptions-Kämpfer von der Qing-Dynastie bis hinein in die Gegenwart lernen", sagte er der "South China Morning Post". Die Jugend könne durch "Unbestechlicher Krieger" gestählt in die Schlacht ums gerechte China ziehen: "Sie werden positiver und tapferer sein, wenn es darum geht, die Korruption zu bekämpfen."

Regierung ist im Zwiespalt

"Wir wollen, dass die Spieler Spaß haben, aber auch etwas über Korruptionsbekämpfung, Folklore und Geschichte lernen" fügte der Beamte Qiu Yi laut der Agentur AFP hinzu. Die chinesische Regierung bemüht sich beim Thema Onlinespiele um einen Spagat: Einerseits versucht man das dort extrem populäre Genre durch Reglementierungen und spezielle Mechanismen unter Kontrolle zu bringen, andererseits werden Spiele als bei der Jugend beliebtes Medium zu Propagandazwecken eingesetzt - etwa gegen den Erzfeind Japan.

Falsche Zielgruppe angesprochen

Einige Experten meldeten indes Zweifel an, ob "Unbestechlicher Krieger" die richtigen Leute anspricht. "Eine Anti-Korruptions-Erziehung sollten Regierungsbeamte erhalten, nicht junge Leute aus der Provinz", sagte der Pekinger Universitätsprofessor Wang Xiongjun der "China Daily". Noch schöner fasste die zwangsläufige Begrenztheit derartiger Spiel-Pädagogik ein Spieler namens Xu Wejian im Gespräch mit der "South China Morning Post" zusammen: "Es ist gut, eine Chance zu haben, korrupte Beamte zu bestrafen oder gar zu töten. Aber mir ist auch klar, dass das in der wirklichen Welt unmöglich ist."

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