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Verbot weder notwendig noch sinnvoll (Teil 1)

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Studie zum Killerspiel-Verbot  

Verbot weder notwendig noch sinnvoll (Teil 1)

19.10.2007, 17:26 Uhr | Golem.de / jr, t-online.de

Counter-Strike (Bild: Sierra)Counter-Strike (Bild: Sierra)Die Akzeptanz und Nachvollziehbarkeit des Jugendschutzes im Bereich Video- und Computerspiele könnte durch eine konsistentere und transparentere Praxis verbessert werden: Das ist die Schlussfolgerung des Berichts des Hamburger Hans-Bredow-Instituts, der gemeinsam von Juristen und Sozialwissenschaftlern des Instituts im aktiven Austausch mit den beteiligten Institutionen im Jugendmedienschutz erarbeitet wurde. Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Länder untersuchte das Institut, ob und inwieweit der Jugendmedienschutz effektiv funktioniert. Der Bereich der Video- und Computerspiele wurde dabei auf Grund der aktuellen Diskussion vertieft und vorgezogen. Defizite macht das Institut aber vor allem bei der Umsetzung der Altersfreigaben aus, nicht bei der Einstufung durch die USK. Fragen zur mangelnden Wirkung von Vertriebsbeschränkungen, die sich durch den zunehmenden Onlinevertrieb der Spiele selbst oder von Mods, Demo-Versionen oder Trailern ergeben, lässt der Bericht offen. Diese sollen Teil der später erscheinenden Hauptstudie sein.

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Mehr Transparenz bei Bewertungen

Die Rahmenbedingungen für einen wirksamen Jugendmedienschutz im Bereich der Video- und Computerspiele seien durch die Gesetzesreform von 2003 grundsätzlich besser geworden. Trotz dieser positiven Entwicklung gibt es jedoch Bereiche, in denen Verbesserungen möglich und sinnvoll wären. Nach Ansicht des Hans-Bredow-Instituts könnten die Entscheidungen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) nachvollziehbarer werden, wenn die jeweiligen Bewertungskriterien transparenter dargestellt würden. Im Bereich der Indizierung von Computerspielen könnte eine noch systematischere Kooperation zwischen USK und BPjM sicherstellen, dass die von beiden Institutionen verwendeten Kriterien möglichst gleich interpretiert werden.

Bessere Kennzeichnung und Kontrolle notwendig

Konkurrierende Alters-Einstufung  (Bild: T-Online)Konkurrierende Alters-Einstufung (Bild: T-Online)Außerdem führe die grafische Darstellung der Altersfreigaben auf den Spiele-Verpackungen in der Praxis oft zu falschen Vorstellungen darüber, wer über die Kennzeichnung letztlich entscheidet und wie deren rechtliche Verbindlichkeit aussieht. Im Hinblick auf die Kennzeichen selbst empfiehlt das Hans-Bredow-Institut eine Umgestaltung. Die zentrale Altersangabe der Kennzeichen sei nicht auffällig genug gestaltet, und es komme in der Praxis zu Fehlinterpretationen in Bezug auf die Verbindlichkeit und den Urheber der Kennzeichnungsentscheidung. Teilweise würden die verbindlichen Altersfreigaben nur als Empfehlung des Herstellers interpretiert. Das Problem verschärft sich zudem dadurch, dass die USK-Kennzeichen nicht selten in optischer Konkurrenz zu - teils abweichenden - Altersempfehlungen des europäischen PEGI-Systems stehen. Dies kann in der Wahrnehmung von Eltern, aber auch Kindern und Jugendlichen eine gewisse Beliebigkeit vermitteln, die die Orientierungsfunktion der Kennzeichen insgesamt konterkariert.

Verbot stößt auf verfassungsrechtliche Grenzen

Günther Beckstein (Bild: dpa)Günther Beckstein (Bild: dpa)Die Studie stellt in Bezug auf das vor allem von Bayern und Niedersachsen geforderte Killerspieleverbot durch eine Verschärfung des § 131 StGB fest, dass eben der § 131 StGB (Gewaltverherrlichung) bereits heute auf Computer- und Videospiele anwendbar ist. Einer Erweiterung des Anwendungsbereiches, zum Beispiel ein Verbot bestimmter Spiele-Genres, seien enge verfassungsrechtliche Grenzen gesetzt, da etwa ein Totalverbot auch erwachsenen Nutzerinnen und Nutzern die Inhalte vorenthält und in die Rechte der Hersteller eingreift. Auch Spiele seien nach Art. 5 Abs. 1 GG geschützte Kommunikationsinhalte.

Qualität der USK-Gutachten kritisiert

Kritisiert werden die Prüfungsgutachten der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), da diese von sehr unterschiedlicher Struktur, Differenziertheit und Qualität seien, was im Hinblick auf Akzeptanz und Evaluierbarkeit nicht optimal sei. "Eine Verbesserung könnte durch die Ausarbeitung von nach außen kommunizierten Kriterienkatalogen erfolgen, die im Rahmen der Gesamtbetrachtung eines Prüfungsgegenstandes systematisch berücksichtigt werden", so die Autoren der Studie. Inhaltlich stünden die von der USK angewendeten Kriterien weitgehend in Übereinstimmung mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Wirkung von Computer- und Videospielen. Ausdifferenzierungen und Ergänzungen seien aber im Hinblick auf die konkrete Einbindung von Gewalt sowie auf Sucht- und Angstpotenzial sinnvoll. Dennoch macht das Hans-Bredow-Institut Verbesserungsmöglichkeiten bei der Kriterientransparenz aus.

>> weiter zu Teil 2 von "Studie zum Killerspiel-Verbot"

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