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Medipacks und ihre Folgen

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Medipacks und ihre Folgen

19.10.2007, 17:26 Uhr | Richard Löwenstein / jr

Doping in Spielen (Bild: T-Online)Doping in Spielen (Bild: T-Online)Powerpillen? Doping mit Salben und Nahrungsmitteln-Zusätzen? Mehr Leistung durch körperfremde Blutkörper? Was die Radfahrer der Tour de France ins Gerede bringt, ist unter Videospiel-Figuren längst gang und gäbe. Richtig: Auch virtuelle Helden setzen sich gerne die Fit-Spritze, und sie machen noch nicht einmal ein Geheimnis daraus. Denn Pixel-Doping untergräbt keinen sportlichen Wettbewerb, sondern es macht das Überleben und schließlich den Erfolg des Helden gegen kampfstarke Boss-Gegner überhaupt erst möglich. Sich nach vorne pushen, ungeahnte Leistungsreserven mobilisieren, das funktioniert in Games auf die vielfältigste Art und Weise. Als Prinzessin, Hüpfheld oder Abenteurer setzt man auf Superpillen, Megapilze sowie Heil- und Zaubertränke aller Art. Die Digital-Präparate sind in den Levels der verschiedensten Games zu finden, in den vielfältigsten Formen und Farben. Magiebegabte Fantasy-Krieger setzten gelegentlich sogar eine Art telepatischen Vampirismus ein: Sie reduzieren die Wirksamkeit der gegnerischen Angriffe und ziehen dem Gegenüber die Lebenspunkte ab, um sie dem eigenen Konto gutzuschreiben. Die Strategie variiert, die Wirkung ist vergleichbar: Nach der Einnahme sind die Helden-Figuren für kurze Zeit unverwundbar, unbesiegbar und unwiderstehlich. Willkommen in der Welt des Videospiel-Dopings.

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Pilze und Kräuter

Der erste nachweisbare Fall der Einnahme einer Superpille zwecks Erlangung unfairer Vorteile datiert auf das Jahr 1980. Gefangen in einem Labyrinth aus Mauern, und gejagt von vier alles verschlingenden Geistern, kann sich Namcos Pac-Man nur mit einem Mittel zur Wehr setzen: durch Flucht in die vier Ecken des Spielfelds und Einnahme der dort lagernden "Energizer". Die Pillen drehen den Spieß zumindest für einige Sekunden um. Sie machen Pac-Man zum Jäger, seine vier Häscher müssen ihr Heil in der Flucht suchen. Ein weiterer Doping-Frühfall betrifft Nintendos Vorzeigeklempner Mario. Im Jump & Run-Spiel Super Mario Bros. vervierfacht Mario nach Verzehr eines Pilzes seine Körpermasse und steckt dadurch einen Feindtreffer völlig ungerührt weg, so als wäre er mit Adrenalin aufgeladen. Jetzt noch schnell eine Feuerblume gefuttert, und schon verschießt Mario sogar Feuerbälle. Wirklich heiße Kräuter wachsen da im Pilzkönigreich.

Doping durch Herzen

Der junge Krieger Link aus Nintendos Zelda-Rollenspielen vertraut eher auf Arzneien. Herzmittel zum Beispiel. Seit seinem ersten Abenteuer aus dem 1987 sammelt Link Herzsymbole, die ihn nach Einnahme sofort stärken, ganz ohne Ruhephase oder Heilperiode. Die so genannten "Herzcontainer" stärken seine Physis derart, dass er es wie einst David mit goliathgleichen Fleischfresser-Pflanzen und ähnlich überlegenen Kreaturen aufnimmt. Aber nicht nur unter den Helden von Action- und Geschicklichkeits-Spiele ist Doping alltäglich. Selbst Motorsportler halten sich die Konkurrenz mit diskussionswürdigen Mittelchen vom Leib. Oder entspricht es etwa fairem Sportsgeist, wenn sich Need for Speed- und Burnout-Piloten mit einer Ladung Nitro nach vorne spritzen? Oder wenn sich Mario mit Hilfe seiner Turbo-Pilze an die Spitze katapultiert, wie in Mario Kart das erste Mal, damals 1992?

Pille und Tränke

Moderne Helden setzen auf moderne Chemie. Der vom Schicksal gebeutelte Ex-Polizist Max Payne beispielsweise. Ganze Packungen voll Schmerztabletten machen diesen müden Bullen munter, wenn er mal einen Treffer zuviel kassiert hat. Die Wirkung tritt sofort ein, genau wie bei den Gladiatoren im pfeilschnellen Zukunfts-Shootout Unreal Tournament 2004. Adrenalinkapseln sind hier der neueste Schrei. Schneller rennen, den Körper unsichtbar machen, die Feuerrate der Waffe verdoppeln - das ist der Flash von morgen. Und wie funktioniert das Reich der Fantasie? Auch hier werden Körper und Geist aufgewertet. In den Rollenspielen aus der Elder Scrolls-Reihe zum Beispiel. Helden mit alchemistischen Basiswissen mixen sich mal eben Heiltränke und dopen sich gesund und übermenschlich. Dann entschweben sie etwaigen Verfolgern mit Hilfe von Levitations-Drinks oder kontern intellektuelle Attacken mit einem Intelligenz-Red-Bull.

Medikamentenmangel?

Doch ähnlich wie im Radsport entziehen sich auch in der Videospiel-Branche viele Doping-Geheimnisse einer genaueren Analyse. Ein gutes Beispiel dafür sind die Schießbuden-Figuren in Call of Duty 3, Ghost Recon: Advanced Warfighter und Blacksite. Wie können die Hauptfiguren den schlimmsten Kugelhagel überstehen, sich dann für einige Augenblicke hinter eine Wand zurückziehen - und hoppla, schon ziehen sie mit regenerierten Lebensgeister erneut in den Kampf? Der selbst heilende Mensch, ein alter Traum der Medizin - in der Welt der Pixel ist er längst Wirklichkeit. Aber noch ist der gute alte Verbandskasten nicht ausgestorben. Noch dürfen wir in Medal of Honour: Airborne oder Bioshock unsere Wunden lecken und sie mit dem guten alten Medikit behandeln. Einfach über die in den Levels ausgelegten Heilpackungen stolpern oder sie als Vorrat für Notfälle ins mitgeführte Equipment klicken und bei Gefahr des Ablebens benutzen - schon kann das Heldenleben weitergehen. Das ist eben wahres Heldentum: zum Sieg ganz ohne Hormone, Spritzen und Pillen.

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