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Irans Kinder sollen auf Israelis ballern

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Irans Kinder sollen auf Israelis ballern

19.10.2007, 17:27 Uhr | vb, t-online.de

Von Christian Stöcker

Special Operation 85 (Bild: Spiegel Online)Special Operation 85 (Bild: Spiegel Online)Der Krieg tobt schon seit Jahren. Es wird geschossen und gesprengt, mit Steinen geworfen und mit Handgranaten. Ballerspiele sind ein Mittel im Propagandakrieg zwischen islamistischen Organisationen wie der Hisbollah und Israel, und auch im schwelenden Konflikt zwischen Iran und den USA. Es gibt Hisbollah-Shooter, Hamas-Shooter und auch Qaida-Shooter - und in den Hochglanzprodukten aus den Spielefabriken der USA wird in letzter Zeit immer häufiger gegen Menschen aus dem persisch-arabischen Sprachraum gekämpft statt wie früher gegen Russen und Nazis. Als das US-Unternehmen Kuma Games im Oktober 2005 eine Spiel-Episode namens Angriff auf Iran zum Download bereitstellte, war das nur der Gipfelpunkt eines ständiges Kampfes im digitalen Untergrund. Dennoch war die Empörung groß: Online-Petitionen wurden unterzeichnet, die iranische Presse schäumte.
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"Tapferer Soldat gegen Zionisten"

Special Operation 85 (Bild: Spiegel Online)Special Operation 85 (Bild: Spiegel Online)Gut sieben Monate später wurde die Reaktion innerhalb des Genres angekündigt: Die "Union of islamic Student Societies" gab bekannt, man werde ein Spiel auf den Markt bringen, in dem ein tapferer Soldat der iranischen Revolution gegen Zionisten und Amerikaner ins Feld ziehen würde. Nun ist es soweit: Heute wurde Special Operation 85: Hostage Rescue vorgestellt, bizarrerweise in einem "Institut für die intellektuelle Entwicklung von Kindern und jungen Erwachsenen".

"Mission: US- und israelische Soldaten töten"

Kuma Wars (Bild: Spiegel Online)Kuma Wars (Bild: Spiegel Online)Das Spiel ist ein Egoshooter - aber ein ganz friedlicher, glaubt man dem Generalsekretär der Studentenunion Mohammad Taghi Fakhrian: "In diesem Spiel werben wir nicht für Terrorismus und Gewalt. Weil man darin iranische Geiseln befreit, werben wir für Selbstlosigkeit, Hingabe und die Verteidigung unseres Landes." Laut der ägyptischen "Middle East Times" muss der Spieler, um die Mission erfolgreich zum Ende zu bringen, "US- und israelische Soldaten töten, ihre Laptops mit geheimen Informationen stehlen und schließlich Wissenschaftler und Diplomaten befreien."

Elitesoldat auf Kreuzzug

Das Spiel beginnt im Irak. Dort wird ein junges iranisches Ehepaar - beide sind Nuklearwissenschaftler - auf einer Pilgerreise zum schiitischen Schrein von Kerbela entführt und in ein Gefängnis in Israel verschleppt. Der Spieler schlüpft dann in die Rolle (und, es handelt sich ja um einen Ego-Shooter, hinter die Waffe) des Elitesoldaten Bahman Nasseri, der auszieht, um die beiden zu befreien.

Simpler Propaganda-Plot

In acht Leveln ballert sich der tapfere Kämpfer nach Israel hinein, entdeckt dort das Gefängnis der gefangenen Wissenschaftler - und noch vier andere Iraner, die im realen Leben im Jahr 1982 in den Bürgerkriegswirren im Libanon verschwunden sind. Die iranische Regierung glaubt bis heute, dass die Männer noch am Leben und in der Gewalt Israels sind. Nebenbei schnappt Commander Bahman auch noch einen Doppelagenten, der iranische Atomgeheimnisse an Israel ausplaudert.

Kinderfreundliche Preispolitik

Quest for Bush (Bild: Spiegel Online)Quest for Bush (Bild: Spiegel Online)Man habe sich das Medium Computerspiel ausgesucht, weil es unter Kindern so populär sei und besonders gut geeignet, "ideologische Werte wie Opferbereitschaft und Märtyrertum zu vermitteln und sich gleichzeitig auf das Nuklearthema zu konzentrieren", erklärte Fakhrian. Die hierzulande verbreitete Sorge über mögliche schädliche Auswirkungen von Spielen, in denen man auf Menschen schießt, gibt es in Iran offenbar nicht. Das Spiel, teilte die in Teheran ansässige "Mehr News Agency" mit, werde zu einem ermäßigten Preis angeboten werden, damit es "für alle Kinder verfügbar" ist.

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