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Das weltweite Spiele-Puzzle (3/3)

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Globalisierte Entwicklung  

Das weltweite Spiele-Puzzle (3/3)

19.10.2007, 17:27 Uhr | Richard Löwenstein / jr

Die Siedler VI (Bild: Ubisoft)Die Siedler VI (Bild: Ubisoft)Dem stehen allerdings nicht zu unterschätzende Nachteile gegenüber: Verwaltungsaufwand, Prozessmanagement und Integration der Arbeiten in die vorhandene Software-Konstruktion zum Beispiel. Außerdem macht die Weitergabe von Geheimnissen und Know-how den Spieleherstellern Sorgen. Und die Frage, wie es um den Ansporn von Mitarbeitern außer Haus bestellt ist. Zwei Jahre dauert im Schnitt die Produktion eines modernen Videospiels. Ein Mensch, der so lange tagein und tagaus ausschließlich Polygone zusammen setzt, zwischendurch kaum Rückmeldung erhält und die Früchte seiner Arbeit erst im kompletten Spiel erleben kann, wird auf die Dauer mit Motivationsproblemen zu kämpfen haben und kaum bis an die Grenzen seines Könnens gehen.
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Autos aus Indien

PGR 3 (Bild: Microsoft)PGR 3 (Bild: Microsoft)Ein mit Liebe zum Detail gefertigtes und mit Kreativität erfülltes Kunstwerk ist von Mitarbeitern, die derart vom Rest der Produktion abgeschnittenen sind, kaum zu erwarten. Eher schon solides Handwerk. Die Angestellten des indischen Dienstleisters Dhruva Interactive beispielsweise haben in zwei Jahren für die drei Rennspiele Forza Motorsport, Project Gotham Racing 3 und Forza Motorsport 2 abertausende Autotexturen gefertigt und Polygonmodelle gebaut. Da überrascht es kaum, dass sich die Ergebnisse im Stil ähneln - und dass sich Mängel wiederholen. Tatsächlich müssen alle drei Simulationen mit dem Vorwurf leben, dass den Automodellen der Feinschliff im Detail fehlt. Für den Hersteller ist das alles andere als ideal, schließlich wird hier ein mögliches Alleinstellungsmerkmal verschenkt.

Outsourcing als Allheilmittel

Aber der Kostendruck zwingt Spielehersteller und Dienstleister, "Kompromisse in Kauf zu nehmen." Zwischen 6 und 20 Millionen US-Dollar kostet eine aufwändige Spiele-Produktion. Einzelne Spiele auf einer Plattform bis zu 16 Millionen US-Dollar", weiß Verbands-Chef Claas Oehler. Da werden Kosten gedrückt, wo es nur geht, und Outsourcing scheint für die Games-Industrie das Allheilmittel zu sein. Die US-Marktforscher Amritt haben im Jahr 2005 259 leitende Angestellte der Spielebranche befragt. 78 Prozent gaben an, dass sie zunehmend Arbeit nach außen delegieren. Einen Großteil davon in die Billiglohn-Regionen China und Indien. Und alle sagen, dass aufwändige Produktionen für PC, Xbox 360 und Playstation 3 ohne Outsourcing finanziell nicht mehr zu stemmen seien.

Der Kunde als Dienstleister

Folgerichtig schießen Dienstleister wie Pilze aus dem Boden. Die Industrie-Webseite "Outsource Report" zählt rund 630 Unternehmen aus aller Welt, die als Zuarbeiter für die Games-Branche ihre Brötchen verdienen: Design, Konzept, Modellbau, Texturen, Animation, Video, Design, Programmierung und Audio werden angeboten - eigentlich muss nur noch jemand die Puzzlesteine zu einem Ganzen zusammensetzen, fertig ist ein Spiel. Wenn's trotzdem zu Fehlern kommt, werden halt die Testläufe ausgelagert. Betatest und Fehlersuche, so scheint es, übernehmen zahlende Kunden ja zumindest auf dem PC ohne allzu großen Widerwillen.

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