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PC-Spiele und Video-Games: Die neusten Steuerungskonzepte

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Neue Spiele-Controller  

Mit Gedanken Berge versetzen

14.07.2008, 14:24 Uhr | Medienagentur plassma / jr

Epoc Gehirnsteuerungs-Project (Bild: Emotiv Systems)Epoc Gehirnsteuerungs-Project (Bild: Emotiv Systems)Nie zuvor war die Steuerung bei Computer- und Videospielen so vielseitig und zugleich komplex wie heute. Dass es auch anders geht, beweist Nintendo mit der bewegungssensitiven Steuerung für die Wii, die Kompliziertes einfach macht. Doch es geht sogar noch besser, sagt die Australierin Tan Le, Mitbegründerin der Hightech-Firma Emotiv Systems, und verweist auf das hauseigene Epoc-Projekt. Dabei geht es um einen Helm, der mit Hilfe von Sensoren die Gehirnströme misst und so die Steuerung von Spielen durch Gedankenkraft erlaubt.

"Die alte Vorstellung, Gegenstände allein mit Gedanken bewegen zu können, wird wahr", sagt Tan Le. Der Epoc-Helm samt Spiel soll zum Weihnachtsgeschäft 2008 für rund 299 US-Dollar in den Handel kommen.

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Steuerung durch Gedankenkraft?

Krankheiten therapieren in Second Life (Bild: Linden Lab / Montage: t-online.de)Krankheiten therapieren in Second Life (Bild: Linden Lab / Montage: t-online.de)Emotiv Systems befasst sich schon seit langem mit der Realisierung sogenannter Hirn-Computer-Interfaces. Für das Epoc-Projekt haben die Forscher jetzt einen Helm fertig gestellt, die mit Hilfe von 18 Elektroden die Hirnströme seines Trägers erkennt und auf dem Bildschirm in Bewegungen umwandelt. Dabei verspricht Emotiv Systems, via Epoc nicht nur mentale Zustände zu messen, sondern Dutzende von Ausdrücken, Gesten und Emotionen zu erkennen und umzusetzen. Rabdy Breen, Chefentwickler bei Emotiv und Ex-Mitarbeiter der Spiele-Schmieden Lucas Arts und EA, sieht als Anwendungsbereich für das neue Human-Machine-Interface vor allem MMORPGs (Massive-Multiplayer-Online-Rollenspiele) oder virtuelle Welten wie Second Life, Google Lively und Sony Home. Gefühle des Spielers, etwa Freude und Trauer, könnten sich hier in der Gestik und Mimik der Avatar-Spielfiguren wiederfinden.

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Gegenstände bewegen

Epoc Gehirnsteuerungs-Project (Bild: Emotiv Systems)Epoc Gehirnsteuerungs-Project (Bild: Emotiv Systems)Die Epoc-Kappe macht es aber auch möglich, Bewegungen wie das Anheben oder Schieben von Gegenständen können durch pure Gedankenkraft auf den Bildschirm zu übertragen. Dazu muss der Spieler zunächst mit Hilfe eines Trainings-Programms den Controller-Helm einstellen, indem er sich die betreffende Aktion bildlich vorstellt und diesen Vorgang mehrmals wiederholt. Das funktioniert auch ordentlich: Objekte auf dem Bildschirm zu drehen, sie in eine Richtung zu bewegen oder ganz verschwinden zu lassen, das klappt im selbst entwickelten Fantasy-Spiel, das dem Controller in der fertigen Release-Version beiliegt, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase recht gut. Das Spiel ist allerdings nicht für Action-Fans gedacht, sondern hat einen eher meditativen Charakter: Beispielsweise verlangt ein asiatischer Zen-Meister hier von seinen Schülern, mit ihren Gedanken Berge zu versetzen.

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Neue Schnittstelle schaffen

Die Kapazät und die Präzision des Epoc-System stößt momentan nach Angaben des Herstellers noch an gewisse Grenzen: Für das präzise Navigieren etwa durch Spiele-Menüs braucht man noch ein konventionelles Controller-Pad. Trotzdem hält Emotiv Systems das Konzept für Erfolg versprechend und arbeitet mit einigen Entwickler-Studios zusammen, um die Steuerung durch Gedankenbefehle an den passenden Stellen in die Game-Interfaces zu integrieren.

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Steuerungssysteme der Zukunft

Nintendo Wii (Bild: Nintendo)Nintendo Wii (Bild: Nintendo)Spiele-Experten wie der Microsoft-Manager Boris Schneider-Johne schätzen die Entwicklung der Steuerungssysteme für Spiele konservativer ein. In den nächsten Jahren stünden vermutlich weit weniger Steuerungs-Innovationen ins Haus als angenommen. "Ich glaube, dass die Steuerung per Controller und Joystick, die es jetzt seit über dreißig Jahren gibt, auch im Jahr 2022 noch zu finden sein wird. Wer 1977 mit einem Joystick angefangen hat, ist jetzt über 40 und in 15 Jahren noch an das Gerät gewöhnt". Für Boris Schneider-Johne führt auch an Tastatur und Maus bis 2022 kein Weg vorbei: "Maus und Tastatur wird es dann immer noch geben - das sind bewährte Geräte, die einfach funktionieren". Auch wenn sich an den bisher bekannten Steuerungselementen in den nächsten Jahren nichts grundlegend ändern wird, will Schneider-Johne drei Innovationen der vergangenen Jahre noch nicht zu den Akten legen. "Bis 2022 erwarte ich persönlich allerdings noch, dass die seit vielen Jahren erwartete Sprachsteuerung auch in Spielen zu finden sein wird und es in vielen Titeln die Möglichkeit gibt, mit anderen Charakteren zu reden, ohne zu tippen“.

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Fazit

Von der nötigen Rechenleistung, die Steuerungstechnologien wie die exakte Sensorerfassung der Spielerbewegungen erfordern, sind wir noch etwas entfernt - zumindest was den Heimgebrauch angeht. Die Steuerung per Gedanken könnte allerdings schon bald zum Alltag gehören. Die traditionellen, im Ungang gewohnten und eingeübten Controller wie Tastatur, Maus, Joystick und Gamepad werden uns aber - weiter verbessert in punkto Schnelligkeit und Präzision - noch einige Zeit begleiten. Wie der Wii-Controller zeigt, sollten die Entwickler dem Punkt Bedienfreundlichkeit ihre besondere Aufmerksamkeit schenken.

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