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Doktorspiele (Teil 2)

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Skurrile Spiele  

Doktorspiele (Teil 2)

19.10.2007, 17:30 Uhr | Richard Löwenstein / jr, t-online.de

Sport beugt körperlichen Beschwerden vor(Bild: Pixelquelle)Sport beugt körperlichen Beschwerden vor(Bild: Pixelquelle)Grundsätzlich verschaffen Videospielen wie andere Handlungen auch dem Akteur Genugtuung. Physisch macht sich das im Körper durch das Ausschütten von Dopamin bemerkbar. Dopamin ist eine Art körpereigener Muntermacher, der - ähnlich wie Endorphin - in einen Zustand der Extase versetzt. Je öfter und konsequenter diese Botenstoff-Ausschüttung nun durch permanentes Dauerzocken geschieht, desto mehr gewöhnt sich das Gehirn an den befriedigenden Zustand und fordert beständig Nachschub. Bleibt dieser nun über längere Zeit aus, sendet das Gehirn Signale an den Körper, die den Organismus zum erneuten Spielen drängen. So einfach ist eine Sucht geboren.

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Spielesucht: Unterschätzt und kaum erforscht

Earth Defense Force 2017 (Bild: D3 Publisher)Earth Defense Force 2017 (Bild: D3 Publisher)Schätzungen zufolge sind 180.000 Bundesbürger spielsüchtig. Und die wenigsten sind sich ihrer Krankheit überhaupt bewusst. Sogar Mediziner bewerten die die Abhängigkeit von Videospielen erst seit kurzem als tatsächliche Sucht. Auch Keith Bakker, Leiter der renommierten Smith & Jones-Klinik in Amsterdam, wurde sich eher zufällig der Tragweite des Problems bewusst: "Wir hatten immer mehr Suchtpatienten, die fast beiläufig erzählten, dass sie neben ihrer Drogen-, Ess- oder Trinksucht auch viel Zeit vor ihrer Playstation verbrachten. Erst dadurch wurde uns klar, wie stark Videospiele in diesen Teufelskreis mit einbezogen sind." Die Symptomatik von "süchtigen" PC- und Konsolengamern ähnelt denen zwanghafter Glücksspieler bedenklich.

Wenn man am Bildschirm klebt

Der 17-jährige Tim kann ein Lied davon singen: "Mein Leben drehte sich wirklich nur noch um die Konsole. Mein soziales Leben tendierte gegen Null. Alles, was ich hatte, waren Cyber-Friends im Internet. Na ja, das und meine vier Konsolen in meinem Zimmer: eine Xbox 360, eine Playstation 2, eine Xbox, einen Gamecube und einen Laptop, um Online-Spiele zu zocken. Und das manchmal 17 Stunden am Tag. Am Ende habe ich sogar in eine Wasserflasche gepinkelt, nur um das Spiel nicht verlassen zu müssen." Hilfe fand der Holländer in einer Klinik für videospielsüchtige Kinder in Amsterdam, der ersten und bislang einzigen in Europa. Die Behandlung von spielsüchtigen Patienten steht jedoch erst am Anfang.

Tödliche Videospiele

Schlafmangel, Sucht und ein bedenklicher Lebenswandel sind nicht die einzigen Wege, mit denen sich Videospieler schaden können. Um den ganzen Globus häufen sich Berichte über Überfälle, oft sogar Mordanschläge, die in Verbindung mit Videospielen stehen. So wurde im Februar 2004 der 14-jährige Warren Leblanc von seinem drei Jahre älteren Freund mit einem Messer und einem Hammer getötet. Eine Taktik, die sich der Täter angeblich aus einem in Deutschland beschlagnahmten Metzel-Spiel abgeschaut und imitiert haben soll.

Machen Videospiele zum Killer?

Am bekanntesten dürfte in unseren Landen aber der erst letztlich verübte Amoklauf eines 18-jährigen Schülers aus Emsdetten sein, der im November letzten Jahres 37 Menschen verletzt und hinterher sich selbst hingerichtet hatte. Gründe für den blutigen Streifzug war nach Aussage der Staatsanwaltschaft vor allem das hohe Gewaltpotenzial des Täters gewesen, das er sich durch den exzessiven Genuss von "Killerspielen" antrainiert hatte. Eine Behauptung, die die Diskussion um ein Verbot Gewalt verherrlichender Videospiele wieder mal aufleben ließ und Politiker jeden Ranges zu mehr oder weniger qualifizierten Äußerungen antrieb.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

In Maßen genossen, können Videospiele das Leben bereichern. Sie fördern soziale Kontakte, schulen das Reaktionsvermögen und das strategische Denken. Im Übermaß konsumiert, gilt allerdings ähnliches wie für jedes andere Hobby auch: dann stellen Games eine Gefahr für die Gesundheit darf. Sollten also erste Alarmsignale auftreten, egal ob körperlich oder mental, ist es höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen und entsprechende Gegenschritte einzuleiten. Denn Daddeln ist und bleibt nach wie vor ein kurzweiliges Hobby, keine aufreibende Lebensaufgabe. Es ist wichtig, den Controller zur Seite legen zu können, soziale Kontakte zu pflegen und Sport zu treiben. Ein lateinisches Sprichwort besagt: "Mens sana in corpore sano" (ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper). Wer Körper und Geist fit hält, wird diese Fitness letzten Endes auch im Videospiel in Erfolge umsetzen können.

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