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Doktorspiele (Teil 1)

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Doktorspiele  

Doktorspiele (Teil 1)

19.10.2007, 17:30 Uhr | Richard Löwenstein / jr, t-online.de

Spielsucht (Montage:T-Online)Spielsucht (Montage:T-Online)Anfang August 2005 kam es in Süd-Korea zu dramatischen Szenen. In einem Internet-Café in Taegu bricht in den frühen Morgenstunden ein 28-jähriger Mann zusammen. Wie Zeugen berichten, nahm Lee - so sein Name - an einem der zahlreichen Starcraft-Marathons teil. Er hatte mehr als 50 Stunden vor dem Bildschirm verbracht. Der Mann wird umgehend in ein Krankenhaus überstellt, wo die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen können. Diagnose: Herzversagen. Hiobsbotschaften wie diese sind sicher die Ausnahme, aber dennoch - es häufen sich Berichte über klinische Vorfälle, die mit Videospielen in Verbindung stehen. Egal ob Kreislaufkollaps, Suchtverhalten oder Epilepsie. Gar von Mord und Totschlag wird berichtet, von unkontrollierten Amokläufen passionierter Gamer. Videospiele stehen im (schlechten) Ruf, gerade auf Kinder körperlich und mental negativen Einfluss zu nehmen. Die Frage steht im Raum: Wie schädlich ist Videospielen tatsächlich? Und was kann man dagegen tun?

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Der unbehütete Augapfel

Belasteter Augenschließmuskel (Bild: Pixelquelle)Belasteter Augenschließmuskel (Bild: Pixelquelle)Vor allem physisch ist das - wohlgemerkt exzessive - Zocken auf Dauer ganz schön anstrengend. Das ständige Starren auf den Monitor kann die Augen gehörig belasten und sogar austrocknen. Das bestätigt William Lloyds, Professor für Augenheilkunde an der Universität von Kalifornien in Davis: "Bei vielen Videospielern bemerken wir immer öfter eine konsequente Abnahme des Lidschließreflexes, wenn sie konzentriert bei der Sache sind. Das ist sehr beunruhigend, denn für die Sehfertigkeit ist dieser Reflex von außerordentlicher Bedeutung, um die Augen feucht zu halten und den Sehnerv zu entspannen."

Pause und Augen zu

Auge mit schützendem Feuchtigkeitsfilm (Bild: Pixelquelle)Auge mit schützendem Feuchtigkeitsfilm (Bild: Pixelquelle)Linderung zu finden ist in diesen Fällen gar nicht schwer, wie Lloyds berichtet: "Sollte man als Videospieler über längere Zeit vor der Konsole sitzen und ein leichtes Stechen oder Krampfen in der Augenregion verspüren, empfiehlt es sich, eine kurze Pause einzulegen und bewusst zu blinzeln. Solche kleinen Tricks helfen oft schon ungemein." Genauso wichtig sei auch ein vernünftiger Abstand zum Bildschirm. Wer also mit der Nase direkt an der Mattscheibe klebt, riskiert eine nachhaltige Schädigungen der Netzhaut. Diese Regeln gelten natürlich auch für die Arbeit an einem PC.

Vorsicht bei Epilepsie

Schon zu Zeiten von Gameboy und NES-Konsole warnten Spielhersteller in Anleitungen oder sogar Ladebildschirmen vor der Gefahr, beim Spielen einen epileptischen Anfall zu erleiden. Ein berechtigter Hinweis, auch wenn Epilepsie an sich eine eher seltene Krankheit darstellt. 700.000 Deutsche, also etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung, sollen nach Angaben der Klinik für Epileptologie in Bonn darunter leiden. Greifen solche Personen dann zum Controller, ist die Gefahr hoch, durch bestimmte Lichtfrequenzen und Farbmuster - wie sie in Action-Spielen vom Rang eines Earth Defense Force 2017 gang und gäbe sind - einen Anfall zu provozieren. Photosensitive Epilepsie nennt sich diese Ausprägung, bei der der Organismus auf visuelle Stimuli reagiert und mit unkontrollierten Spasmen oder temporärem Bewusstseinsverlust antwortet. Hier ist der Wechsel zu einem visuell ruhigeren Spielgenre (Aufbau-Strategie á la Anno oder Siedler) ratsam.

Ein Knochenjob

Auch die Hände haben beim Spielen ordentlich zu leiden und werden dank Online-Rollenspielen immer stärker und vor allem länger in Mitleidenschaft gezogen. Schließlich haben die Finger stundenlang auf engstem Raum zu tun: Auf dem Controller, um den Helden zum sicheren Levelausgang zu manövrieren, um Unmengen von Feinden auszuschalten oder nervigen Video-Chattern mit eindeutigen Gesten die Meinung zu geigen. Dieses Tastenballett ermüdet auf Dauer. Bereits im Jahr 2002 schrieb das Time Magazine, dass der permanente Gebrauch von Video- und Computerspielperipherie nicht nur das Risiko einer Sehnenscheidenentzündung erhöht. Auch die Wahrscheinlichkeit, im höheren Alter an verschiedenen Arten von Arthritis zu erkranken, steigt durchs exzessive Spielen drastisch an.

Sport zum Ausgleich

Unter knapp 100 verschiedenen Ausprägungen der Krankheit ist die so genannte Osteoarthritis die am stärksten verbreitete Form. Dabei nutzt sich infolge von starker Beanspruchung die Knorpelflüssigkeit am Gelenk zweier Knochen ab, so dass die Knochen bei Bewegungen ungeschützt aneinander reiben. Das Ergebnis sind schmerzhafte Schwellungen, die sich nur mit entsprechenden Medikamenten in den Griff kriegen lassen. Durch massives Übergewicht erhöht sich die Gefahr zu erkranken noch, üben doch Extrakilos permanent unnötigen Druck auf Knochen und Gelenke aus. Dagegen hilft nur eins: Regelmäßig Sport treiben. Durch ein gezieltes Workout schwinden nicht nur die Rettungsringe an den Hüften, auch die Muskelmasse nimmt beim Training zu und legt sich wie ein Schutzmantel behutsam um Knochen und Gelenke.

Vorsicht beim Kaffeetrinken

Für einen gesunden Lebensstil mindestens ebenso wichtig wie Bewegung ist nach Aussagen zahlreicher Wissenschaftler eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Und damit haben Spieler in der Regel durchaus ein Problem. Gerne umfasst der Speiseplan nichts anderes als Fertigpizzas, Tiefkühlkost, Diät-Cola und vor allem Kaffee. Unmengen von Kaffee. Ein Laster, mit dem Spieler nicht alleine sind. Knapp 144 Liter von dem braunen Gebräu konsumiert der Durchschnittsdeutsche pro Jahr. Kein Wunder, immerhin vertreibt das Wundermittel schwerfällige Müdigkeit und sorgt mit belebender Wirkung für ein kurzfristiges Leistungshoch. Das Koffein hindert die Rezeptoren in den Nervenzellen an der Aufnahme von Adenosin - einer körpereigenen Substanz, die den Organismus gegen Übermüdung schützt. Fehlt das Adenosin, werden diese Mattigkeits-Signale unterdrückt, und man fühlt sich durch das Koffein frisch und lebendig. Doch es gibt Negativfolgen, wenn man es bei dem Versuch, sich für den nächtlichen WoW-Raid mit Jacobs Krönung und Co. fit zu halten, übertreibt. Neben unruhigem Schlaf und sporadisch auftretenden Kopfschmerzen kann sich zuviel Koffein auch in Nervosität und Reizbarkeit, einem erhöhten Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen niederschlagen.

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