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Pfusch am Spiele-Bau

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Spiele-Fehler  

Pfusch am Spiele-Bau

19.10.2007, 17:30 Uhr | Medienagentur plassma / kro, t-online.de

Gothic 3 (Bild: Jowood)Gothic 3 (Bild: Jowood)Von wegen Abtauchen in virtuelle Welten - oft genug erwartet Spieler in ihrem digitalen Paralleluniversum ein unsanftes Erwachen. Wenn sie beispielsweise vor den Gegnerhorden Zuflucht in einer Ecke hinter Kisten suchen und sich die Spielfigur dann partout nicht mehr bewegen lässt. Da hilft kein hektisches Hämmern auf die Tastatur, kein wildes Geklicke mit der Maus. Stattdessen muss der letzte Spielstand geladen, und das Game bis zur besagten Stelle nochmals gespielt werden. Hoffentlich liegt das letzte Abspeichern nicht allzu weit zurück. Es dürfte wohl kein Game geben, das völlig frei von Fehlern ist. Manchmal sind die Fehler, im Fachjargon "Bugs" genannt, derart gravierend, dass ein Spiel auf manchen Rechnern gar nicht richtig lauffähig ist, wie beispielsweise der erste Release des Endzeit-Rollenspiels The Fall von Silver Style oder im vergangenen Jahr Gothic 3 von Piranha Bytes.

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Der Patch zum Release

Gothic 3 (Montage: T-Online)Gothic 3 (Montage: T-Online)Die Gründe für solche Ausfälle sind vielfältig. Gerade Rollenspiele oder Management-Simulationen wie Ascarons Anstoss-Reihe sind in ihrer Struktur überaus komplex. Wenn am Schluss der Entwicklung alle Programm-Module zusammengesetzt werden, treten oft unvorhersehbare Probleme auf. Nun wäre ausgiebiges Bug-Testing zur Qualitätssicherung angesagt. Aber nicht selten wird der gute Wille der Entwickler durch die Anforderungen des Marktes torpediert: Knappe Budgets, enge Zeitpläne, Druck des Publishers und bereits in den Medien geschaltete Werbung sind Gründe, warum Spiele zwar oft pünktlich zum angekündigten Release-Tag in den Läden stehen, aber eben noch jede Menge Fehler enthalten. Zuweilen kommt es dann zu solch bizarren Situationen, dass bereits am Erstverkaufstag ein Patch zum Download bereitsteht. So geschehen im Fall von Gothic 3, bei dem im Update auf Version 1.09 bereits mehr als 100 Fehler von Systemabstürzen über Gegnerintelligenz-Schwächen bis hin zu logischen und grafischen Ungereimtheiten (Sonne scheint durch Gebäude hindurch) ausgemerzt wurden. Noch drastischer: Im Rollenspiel The Elder Scrolls IV: Oblivion zimmerte Entwickler Bethesda selbst schnell eine deutsche Übersetzung zusammen, die jedoch äußerst fehlerbehaftet war. Heiltränke wurden falsch deklariert, Texte ragten über die Boxen hinaus, wurden abgeschnitten und, und, und. Noch bevor Bethesda hier Abhilfe schaffen konnte, legten Fans selbst Hand an das Spiel und stellten auf ihrer Webseite Modifikationen (Mods) mit einer verbesserten, deutschen Übersetzung bereit.

Lara gefällt sich so wie sie ist

Es gibt auch Fälle, bei denen man sich fragt, ob der Hersteller tatsächlich ein echtes Interesse an der Verbesserung seines Produktes hat. So weisen die zahlreichen Sequels der Tomb Raider-Serie allesamt Schwächen auf, die bereits im ersten Teil bemängelt wurden. Da wäre zum einen die ungenaue Steuerung, die den Spieler im Zusammenwirken mit ungünstigen Kameraperspektiven bei diffizilen Sprüngen in den Wahnsinn treiben kann. Hinzu gesellen sich grafische Hässlichkeiten wie so genannte "Clipping"-Fehler, bei denen Objekte durch andere hindurchragen. Anscheinend verkaufen sich die Abenteuer von Lara Croft auch ohne Optimierung eben immer noch bestens. Ähnliche Optimierungs-Resistenz legten die Westwood Studios beim Echtzeitstrategie-Klassiker Command & Conquer an den Tag: Immer wieder beschwerten sich Spieler über die schlechten Wegfindungs-Algorithmen der Einheiten. Wer einen größeren Tross auf der Karte über eine längere Distanz von A nach B schicken wollte, wartete oft vergeblich auf die Ankunft seiner Truppen, weil sie sich an irgendeinem Engpass in der Landschaft verkeilten und gegenseitig am Weiterkommen behinderten. Bis heute findet sich dieses Phänomen immer wieder in einschlägigen Strategietiteln.

Das Kreuz mit dem Kopierschutz

Die Unsitte des Raubkopierens führte bei Spieleherstellern frühzeitig zu der Erkenntnis, dass Handbuchabfragen und Codekarten nicht ausreichen, um ihre Produkte vor illegaler Verbreitung zu schützen. Neben kryptischen Installationsschlüsseln aus Zahlen- und Buchstabengruppen zum Eintippen nutzen Spielehersteller seit einigen Jahren auch Kopierschutz-Software wie Safedisc oder Starforce - sehr zum Leidwesen zahlreicher ehrlicher User, die ihre Spiele im Laden erworben haben. Zwar mögen Geschichten unhaltbar sein, die besagen, Starforce hätte schon komplette Rechner-Hardware zerstört. Doch ärgerliche Probleme mit Kopierschutzsystemen treten unbestreitbar immer wieder auf. Zum Beispiel wenn sich CD-ROM- oder DVD-Laufwerke standhaft weigern, den eingelegten Datenträger zu lesen oder ein Spiel nicht gestartet werden kann, weil sich auf dem Rechner Brennsoftware wie "Nero" oder "Clone-CD" befindet. Genauso wie die eigentliche Spiele-Software hakt es beim Kopierschutz also oft an der individuellen Rechnerkonfiguration - ärgerlich für den Betroffenen, aber angesichts der abertausend verfügbaren Hardware-Komponenten letztlich wohl kaum zu vermeiden.

Fazit

"Nobody is perfect" - dieses Motto gilt auch in der Spielebranche. Die neuen Games werden immer größer, länger, umfangreicher, realistischer und schöner, aber damit auch fehleranfälliger. Dass Spiele, besonders PC-Spiele, nie 100%ig fehlerfrei auf den Markt kommen, daran muss sich der Kunde gewöhnen. Aber schnell auf den Markt geschmissene Titel wie zum Beispiel Gothic 3 muss man nicht hinnehmen. Deswegen ist es ratsam, sich vor dem Kauf zu erkundigen, ob es Probleme gibt bzw. geben könnte.

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