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Flugsimulator bauen  

Zum Fliegen in den Keller gehen

19.10.2007, 17:30 Uhr | Volker Bonacker, Jürgen Kroder, t-online.de

Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Eine kurze Treppe führt in den Keller. Hinter einer der Türen befindet sich ein großer Hobbyraum. Dort steht zwischen alten Möbeln und verstaubten Büchern unübersehbar ein großer, grauer Holzklotz. Von vorne betrachtet sieht dieser wie ein Schrank aus. Erst in der Rückansicht offenbart sich die wirkliche Funktion: Auf neun Monitoren läuft der Flight Simulator 2002 in verschiedenen Sichten. Davor befinden sich zahlreiche Panels, die direkt aus einem Cockpit entnommen sein könnten, und ein älterer Stuhl, der sich auch in einem Jumbo-Jet gut machen würde. Hier dreht Hobby-Pilot Peter Oriwol seine virtuellen Runden mit Microsofts Referenz-Simulation.

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Kabelwirrwarr hinter neun Monitoren

Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Nicht jeder Hobby-Pilot fliegt gleich. Peter Oriwol hat dank der verschiedenen Monitore einen 180-Grad-Rundumblick. Zwei weitere Bildschirme zeigen die Steuergeräte der verschiedenen Flugmaschinen an, zwei andere seine aktuelle Flugroute und Navigationshilfen. Die Monitore sind an insgesamt fünf Rechnern angeschlossen, hinter der Installation herrscht heilloses Kabelwirrwarr. Auf den ersten Blick wirkt die Apparatur verwirrend. Oriwol findet sich dennoch in seinem Homecockpit zurecht und bedient die Konsolen in bester Piloten-Manier. Doch wie kommt man eigentlich auf die Idee, sich eine derartige Apparatur zu bauen?

Herausforderung 180-Grad-Blick

Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)"Den Flusi hatte ich eigentlich schon immer", meint Oriwol. Erste Landeübungen mit den frühen Versionen des Flight Simulator missglückten dem heute 47-Jährigen zwar noch, mit der Zeit wurde das Hobby aber immer professioneller. Im Internet stolperte er irgendwann über "German Airlines", eine virtuelle Fluglinie. Wie echte Airlines verfügt sie über einen Flugplan, verschiedene Flugzeuge inklusive Registrierung und ein Prüfsystem, bei dem man bis zum Senior Captain aufsteigen kann. Über die Airline lernte er die ersten Profis kennen. Einige davon spielten den "Flusi" auf mehreren Monitoren oder hatten ein kleines Heim-Cockpit. Nach einem Besuch bei einem "German Airlines"-Freund mit eigenem Cockpit war auch Peter Oriwol infiziert. Ein zweiter Monitor wurde angeschafft, dazu ein weiterer Rechner. Und wenig später lief auf beiden der Flight Simulator 2000. Dessen Systemanforderungen waren gering und die Software ließ sich problemlos auf mehreren Bildschirmen abspielen. Doch das war erst der Anfang: "Die Herausforderung war dann ein 180-Grad-Blick", beschreibt Oriwol seine ersten Ideen.

Teure Nischenprodukte

Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Fünf Bildschirme später war der Schreibtisch dann zu klein, eine neue Vorrichtung musste her. "Skizzen hab ich da keine gemacht, sondern einfach mal drauflosgebaut", erinnert sich Oriwol. Herausgekommen ist ein seltsam anmutendes Möbel, das komplett zerlegbar ist, denn das war die Prämisse für den Hobby-Piloten Oriwol. Das transportable Homecockpit fand so seinen Weg zu zahlreichen Messen und Events. Bei soviel Liebe zum Detail stellt sich natürlich die Frage nach dem Preis. "Nach heutigen Maßstäben wären es wohl 15.000 Euro", überschlägt Oriwol kurz, "damals war es allerdings weniger." Einige der Rechner sind gebraucht, die Bildschirme auch schon etwas älter. Produkte wie die Steuerpanels für den Autopiloten, Schubregler oder Landeklappen sind dennoch teuer. Diese Nischenprodukte schlugen auch damals schon mit teilweise bis zu 2500 Euro zu Buche.

Lange Bodenzeiten

Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Doch nicht nur die Anschaffung und der Aufbau kosten einiges, auch der Unterhalt der Anlage will finanziert werden. Etwa 3500 Watt verbrauchen die Monitore und Rechner. "Das sind schon mal 400 bis 500 Euro Kosten im Jahr". Einen derartigen Stromverbrauch halten auch stärkste Sicherungen nicht aus, daher müssen die Rechner in einer bestimmten Reihenfolge angeschaltet werden. Dazu hat Oriwol extra ein weiteres Panel am oberen Teil der Anlage angebracht, das Bildschirme und PCs steuert. Läuft dann alles, wird auf jedem der Rechner der Flight Simulator einzeln geladen. Bevor der Abflug beginnen kann, vergeht also schon einmal einige Zeit.

Unterwegs in Alaska

Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Ist Peter Oriwol erst mal in der Luft, fliegt er am liebsten über Alaska. "Dort gibt es viel Gelände, viel Wasser und Canyons". Langstreckenflüge macht er dabei weniger, stattdessen sind kleine Jets und kürzere Routen seine große Leidenschaft. Auch die Südsee hat es ihm angetan, neben dem Cockpit finden sich zahlreiche Karten der verschiedenen Inseln. Mit Freeware-Updates aus dem Internet hat er sich ein eigenes kleines Alaska-Szenario zusammengebaut, über dem er mit Wasserflugzeugen oder der "King Air 350" seine virtuellen Runden dreht. Die Software ist mit dem Flight Simulator 2002 vollständig kompatibel, auch eine Koppelsoftware für die verschiedenen Monitore musste nicht gekauft werden. Bei späteren Versionen des "Flusi" ist das anders.

Neue Rechner besser geeignet

Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Peter Oriwols Homecockpit (Bild: T-Online)Ob er auf den neuen Flight Simulator X umrüsten wird? Sicher. Weitaus mehr noch: Zum neueen Teil der Serie plant Oriwol auch wieder ein neues Homecockpit. "Joysticks habe ich ja genug", lacht er "Das neue Cockpit wird aber kleiner, weniger Monitore und nur ein Rechner." Neue Grafikkarten und Hochleistungs-Prozessoren können auf diesem Gebiet deutlich mehr leisten als die älteren Modelle. Ein kleineres Heim-Cockpit kann heute durchaus mit nur einem Rechner auf drei bis vier Monitoren betrieben werden, entsprechende Hardware vorausgesetzt.

Am liebsten Kurzstrecken

Trotz der enormen Anlage ist Peter Oriwol kein Vielflieger. "Die Freaks sind andere", meint er. "Ich fliege lieber frei Schnauze." So ist er in der Rangliste der virtuellen "German Airlines" zwar recht weit oben, bekleidet aber nicht den höchsten Rang. Den bekommen nur Hobby-Piloten, die auch Langstrecken in Großraumjets fliegen. Teilweise geschieht dies sogar in Echtzeit. "Das sind dann Schüler, die vor der Schule noch schnell in Frankfurt starten und wenn sie nach Hause kommen in New York landen", witzelt Oriwol. Statt zu fliegen bastelt er oftmals auch an der Anlage herum. Etwa acht Stunden die Woche ist er im Keller, "so ein Drittel davon fliege ich dann auch". Für das nächste Jahr denkt er auch darüber nach, einen richtigen Flugschein zu machen. "Der Familienrat hat neulich beschlossen, dass ich das machen darf.", meint er grinsend. Bis dahin wird er weiterhin seine Runden über Alaska drehen und dabei einen phänomenalen Rundumblick und größtmögliche Realität am Bildschirm genießen.

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