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Spiele, die die Welt verändert haben  

Das erste Mal

19.10.2007, 17:30 Uhr | Richard Löwenstein / jr

Space Invaders (Bild: Richard Löwenstein)Space Invaders (Bild: Richard Löwenstein)Das erste Mal bleibt immer etwas Besonderes. Etwas, das sich einem unvergesslich ins Gedächtnis prägt. Da ist es völlig gleichgültig, was man als PC- oder Videospieler im Lauf der Jahre sonst noch erleben mag, sei es Prinzessinnen befreien, die Erde retten, zahllose Kopfnüsse knacken - das erste Mal bleibt einem immer in Erinnerung. Der erste Sieg über einen Bossgegner. Der erste Eintrag in eine Highscore-Liste. Solche Ereignisse eben, aufgebaut auf Elementen, die wir als Konsument moderner Unterhaltungs-Software als selbstverständlich hinnehmen. Aber woher kommen die Ideen, wie sind sie entstanden? Wann war das erste Mal, wo liegen die Wurzeln des PC- und Videospiels? Wir sind auf die Suche gegangen.

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Von Pong bis Tic Tac Toe

Space Invaders (Bild: Richard Löwenstein)Space Invaders (Bild: Richard Löwenstein)Manche verorten das Startsignal für das heutige Multimedia-Spiele-Business im Jahr 1968, als der deutschstämmige US-Amerikaner Ralph Baer einen ersten Prototyp der Odyssey-Konsole von Magnavox zurecht gelötet hatte. Andere nennen das Jahr 1971, als Nolan Bushnell und Ted Dabney den Spiele-Fans mit dem ersten kommerziellen Spielhallen-Automaten Computer Space das Kleingeld aus den Taschen ziehen wollten und scheiterten. Ebenfalls im Rennen ist das Jahr darauf, als dasselbe Team mit Pong das Videospiel in alle Welt trug. Die Traditionalisten gehen noch einige Schritte weiter zurück und legen das "erste Mal" sogar auf das Jahr 1948, in dem die zwei Amerikaner Thomas T. Goldsmith Jr. und Estle Ray Mann ein Patent für eine Konstruktion aus acht Kathodenröhren anmeldeten, auf der man eine simulierte Raketen abschießen und mit Drehreglern ins Ziel steuern konnte. Freilich nur als Konzept. Muss daher doch eher das Jahr 1953 als Geburtsstunde des Videospiels gelten? Immerhin haben US-Wissenschaftler damals schon OXO - Noughts and Crosses (bekannt auch unter Drei gewinnt oder Tic Tac Toe) auf dem sogenannten "EDSAC"-Computer ("Electronic Delay Storage Automatic Calculator") gespielt. Einen Nachteil hatte das Ganze freilich: Es handelte sich um eine rein textbasierte Geschichte.

Das erste Tennis für zwei

Donkey Kong (Bild: Richard Löwenstein)Donkey Kong (Bild: Richard Löwenstein)Daher wird häufig Tennis for Two des amerikanischen Physikers William Higinbotham als erstes Computerspiel bezeichnet. Übrigens keine sehr platzsparende Angelegenheit: Tennis for Two brauchte einen Analogcomputer, einen fünf Zoll großen Oszillographen und diverse anderen Bauteile. Alles in allem hatte die Konstruktion eine Gesamtbreite von knapp fünf Metern. Gespielt wurde mit zwei kleinen Kisten, mit je einem Knopf für den Schlag und einem Knauf, um den Abprallwinkel einzustellen. Gezeigt wurde das ganze 1958 am Tag der offenen Tür im Brookhaven National Laboratory im US-Bundesstaat New York. Freilich eine sehr kleine Veranstaltung, von kaum jemandem wahrgenommen.

Das erste Highscore-Fieber

Pac-Man (Bild: Namco)Pac-Man (Bild: Namco)Viele Hunderttausende und Millionen Menschen erinnern sich an ihr "erstes Mal" in den 70er- und 80er Jahren, an den damals in Restaurants und Spielhallen noch sehr viel weiter als heute verbreiteten Videospiel-Automaten. Eben an Pong. Oder an das U-Boot-Actionspiel Sea Wolf beispielsweise, denn dass war das erste Spiel mit einem Highscore-Zähler. Sea Wolf avancierte damit zum Auslöser eines Fiebers, das noch heute grassiert. Vor allem unter Besitzern einer Xbox 360, wo sich die Jagd nach dem höchsten Gamerscore momentan zu einer Sportart entwickelt, die Hunderttausende antreibt.

Das erste Bossgegner-Gefecht

Und seit wann gibt's Bossgegner, diese größten Herausforderungen, denen sich ein Gamer stellen kann? Die nur zu besiegen sind, wenn man die eigenen Mittel optimal zur Anwendung bringt und dazu noch die eine einzige Schwachstelle des Gegners ausfindig gemacht hat. Auf welchen Urahnen gehen also die großen Kaliber vom Rang eines "Mother Brain" aus Metroid Prime, "Ganon" aus Zelda oder "Perseus" aus God of War 2 zurück? Die Suche nach der Bossgegner-DNS endet im Jahr 1980, bei Taitos Weltraumballerei Phoenix. Nachdem zahlreiche kleine Alien-Angreifer den Laser zu schmecken bekommen hatten, schob sich ein Mutterschiff in den Bildschirm und blies zum Kampf auf Leben und Tod. Die erste richtig dicke Konfrontation, die Klimax des Videospiels war erfunden.

Das erste 3D-Videospiel

Auch der heute so selbstverständliche Motivations-Schub durch die Lockungen neuer Herausforderungen in aufeinander folgenden Etappen beziehungsweise Bildschirmen ist keine Selbstverständlichkeit. Erst Midways Weltraumshooter Gorf nahm einen im Jahr 1981 mit auf die Reise durch insgesamt fünf komplett unterschiedliche Levels. Gorf ist außerdem das erste Videospiel mit ernst zu nehmender Sprachausgabe. Auch die 3D-Polygon-Grafik hat ihren Ursprung in der Spielhalle. Bereits 1983 erschien mit I, Robot von Atari das erste kommerzielle Spiel, dass seine Grafik aus dreidimensional berechneten Vielecken zusammen setzt und dadurch den Eindruck von Räumlichkeit erzeugt. Die Flucht des "Interface Robot" vor dem alles sehenden roten Auge war der Vorreiter für die aufwändige 3D-Grafik von heute.

Das erste Boxen

Dass der erste Sieg in einer simulierten Kampfsport-Arena bereits vor knapp 30 Jahren gefeiert wurde, wer hätte das gedacht? Warrior heißt die Produktion der US-Automatenfirma Vektorbeam aus dem Jahr 1979. Hier vertrimmen sich zwei aus simplen Vektoren geformte Ritter mit überdimensionalen Schwertern. Aufgrund technischer Limitierungen konnten Figuren und Hintergrund nicht auf einem Bildschirm dargestellt werden - deshalb wurde der Hintergrund einfach auf Papier gedruckt und das Spielgeschehen mit Spiegeln darauf projiziert. Na, klappt doch. Die erste Einer-gegen-Einen-Prügelei moderner Machart hat dann Sega im Jahr 1976 in die japanischen Spielhallen gebracht. Heavyweight Champion, so der Name des Sega-Frühwerks, verdient sich einen Titel als Schwergewicht zu Recht, handelt es sich doch um das erste Boxspiel und das erste kommerzielle japanische Videospiel überhaupt.

Das erste Knöpfchen-Gedrücke

Wer seinen ersten Quicktime-Event in der Sony-Produktion God of War erlebt hat, dem sei gratuliert. Tatsächlich ist es seitdem wieder groß in Mode, Zwischensequenzen oder Abschnitte auszulösen, in denen man zu diesem Zweck auf dem Bildschirm angezeigte Tasten rechtzeitig auf dem Controller antippt. Die kniffligen Timing-Spielereien haben aber doch schon etliche Jahre auf dem Buckel. Cinematronics Laserdisc-Automat Dragon’s Lair von 1983 setzte ebenfalls auf eine Reihe vorgefertigter Animationen, die nur dann abgespielt werden, wenn man zur rechten Zeit den richtigen Knopf drückt. Die heute dafür gebräuchliche Bezeichnung "Quick-Time-Event" wurde allerdings erst viel später durch Sega populär gemacht; und zwar in den Minigames aus dem Prügelspiel Die Hard Arcade von 1996 sowie in Yu Suzukis Mammutprojekt Shenmue auf der legendären Dreamcast-Konsole.

Das erste Mal vergessen

Es gibt freilich auch "erste Male", die weniger intensiv im Gedächtnis haften bleiben und die doch auf ihre Art und Weise das Videospiel revolutioniert haben. Welche Gefühle löst zum Beispiel jene Erfindung aus, der wir es zu verdanken haben, dass wir heute nicht mehr jedes Game von Anfang bis Ende in einem Rutsch durchspielen müssen? Kaum welche, und dabei verdient sie doch so viel Dankbarkeit, die Speicher-Funktion. Den aktuellen Spielstand festhalten und das Spiel zu einem späteren Zeitpunkt an demselben Punkt weiter fortsetzen holen, ohne Eingabe komplizierter Speicher-Passwörter - das ist erst seit Integration von Massenspeichern in die Hardware möglich. Das erste Mal den Zustand eines Helden in einem von drei Speicher-Slots ablegen - diese Erinnerung ist auf ewig mit Legend of Zelda für die NES-Konsole verbunden. Und das erste Mal, dass jemand zu Hause einen silbrig glänzenden Datenträger in das Laufwerk seines PC eingelegt hat, um ein Spiel zu starten? 1991 war es soweit, bei Icoms Abenteuer-Game Sherlock Holmes: Consulting Detective. Ist jetzt auch schon wieder 16 Jahre her, dieses erste Mal. Wie doch die Zeit vergeht...

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