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Militär-Spiele  

Soldatenrekrutierung am PC

19.10.2007, 17:31 Uhr | vb / tz / jk

Second Life (Bild: Linden Lab)Second Life (Bild: Linden Lab) Computerspiele sind längst mehr als ein Zeitvertreib für bleichgesichtige Jugendliche. PR- und Marketing-Abteilungen großer Firmen investieren jährlich Millionenbeträge für Ingame-Werbung, manche bringen gar eigene Spiele heraus, um die Einführung eines neuen Produktes zu bewerben. Längst erkennen auch Politiker und Ministerien den Nutzen von Games. Auch die PR-Abteilungen verschiedener Streitkräfte zeigen sich sehr aktiv - mit moralisch sehr zweifelhaften Botschaften. Hier machte zuerst die US Army mit einem Propagandaspiel namens America’s Army von sich reden. Wenig später folgten ähnliche Games aus dem Iran oder China. Soldaten der britischen Armee gehen einen anderen Weg: Als erste Truppe weltweit integrieren sie ihre Webseite als 3D-Welt in Second Life.

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Zahlreiche Mitglieder

Second Life (Bild: Linden Lab)Second Life (Bild: Linden Lab)Die Webseite „Britisch Army Rumor Service“ („ARRSE“) ist die inoffizielle Webseite für die Angehörigen der britischen Streitkräfte. Das wichtigste Element der Internet-Präsenz ist ein Forum, in dem sich zu verschiedenen Themen umfangreiche Diskussionen ausgetragen werden Die Seite hat etwas mehr als 30.000 registrierte Mitglieder, meist sind zwischen 100 und 200 davon gleichzeitig online. Ein aktiver Soldat mit dem Nickname „Bad CO“ startete zusammen mit einem ehemaligen Offizier namens „Good CO“ die Second Life-Umsetzung namens „ARRSE-Island“.

Der Hintergedanke

Second Life (Bild: Linden Lab)Second Life (Bild: Linden Lab)Die Idee hinter „ARRSE Island“ ist nicht nur, eine 3D-Community aufzubauen und bestehende Foren zu erweitern, sondern letztlich auch neue Rekruten anzuwerben. Über Erfolge will der Betreiber zwar noch nicht reden, das Angebot kann sich jedoch sehen lassen: Neben dem obligatorischen Schießstand gibt es einen Soldatenfriedhof, aber auch einen Nachtclub, eine Kart-Rennbahn und eine „Bullriding“-Arena. Mitgründer „Good CO“ gibt im Wiki zur Sim aber unverholen zu, worum es wirklich geht: „Ich würde es gerne sehen, wenn die Insel einen positiven Nutzen hätte - beispielsweise die Rekrutierung für die echte Welt, die in einem SL-Büro vorgenommen wird.“ Damit schließt sich der Kreis zwischen der realen und der "zweiten Welt" wieder.

Propaganda in der Kneipe

Nicht anders geht es in Übersee zu: Hier bekam das vom US-Verteidigungsministerium finanzierte Ballerspiel America’s Army unlängst einen neuen Ableger. Nachdem bereits Versionen für PC und Konsolen erhältlich sind, gibt es nun auch einen Spiele-Automat für Bars und Kneipen. Der Hersteller Global VR baut das Gerät, die Automaten sollen quer durch das Land aufgestellt werden. Gegenüber den bisherigen Versionen soll allerdings weniger Gewalt enthalten sein. Laut Hersteller erhält der Automat das so genannte „Green Label“, also eine Freigabe „ohne Altersbeschränkung“. Geschossen wird dennoch, nicht umsonst sind an der Seite des Geräts zwei Lichtpistolen angebracht. Die America’s Army-Konsole beinhaltet acht Minispiele wie einen Schießstand und eine Sniper-Area. Produzent Mike Kruse von Global VR übt sich in Patriotismus: „Als Vietnam-Veteran kann ich voller Überzeugung sagen, dass America’s Army eine authentische Wiedergabe von Trainings-Übungen und der einzigartigen Organisations-Kultur der Armee ist.“ Die neue Rekrutierungs-Maßnahme der US-Armee wird voraussichtlich auf den amerikanischen Sektor beschränkt bleiben. In Deutschland sind Spielautomaten nur in Kneipen für volljährige Besucher erlaubt.

Wie ein Soldat verhalten

Optisch wie auch spielerisch orientiert sich America's Army am von Jugendschützern viel kritisierten Counter-Strike. Wie beim Vorbild kommen auch bei America's Army "Rambo"-Naturen nicht weit, das taktische Team-Spiel steht im Vordergrund. Es müssen unter anderem Terroristen getötet und Aufstände niedergeschlagen werden. Dabei wird mit wirklichkeitsgetreuen Waffen wie der "M9"-Pistole oder der "AT4 Anti-Armor Rocket" gekämpft. Spieler können sich durch Einhaltung der Armee-Grundsätze wie Loyalität und Pflicht auch Bonuspunkte erspielen. Laut US-Army gehört der Shooter zu den zehn beliebtesten Online-Actionspielen. Mittlerweile gibt es rund 8,5 Millionen registrierte Mitspieler, von denen etwa die Hälfte aktiv am Spielgeschehen teilnimmt.

Dreitägiges Turnier im Internetcafè

Selbst ein Blick nach Fernost zeigt, wie man mit Computerspielen auf den realen Einsatz vorbereiten will: Wie die staatliche chinesische Nachrichten-Agentur Xinhua berichtete, nutzt die Polizei in der Hafenstadt Tianjin Counter-Strike zum Training ihrer Anti-Terror-Einheiten. An einem kürzlich veranstalteten, dreitägigen Turnier in einem Internetcafè nahmen mehr als 300 Polizisten teil. Ziel des Wettbewerbs war es, die Fähigkeiten der Polizisten im Kampf gegen den Terror zu schulen, so Zhang Bin, einer der Veranstalter des Turniers. Noch weiter geht Han Zhen, taktischer Ausbilder der Polizei von Tianjin. Aufgrund der Nähe zu realen Terror-Szenarien schärfe das Spiel das Bewusstsein der Beamten gegenüber dem Terrorismus, so Han. Außerdem trainiere Counter-Strike die Beamten im Umgang mit real existierenden Waffen und teste ihre mentale Stärke im Duell mit einem Terroristen.

Simpler Propaganda-Plot

Um für die Verteidigung des eigenen Landes zu werben, veröffentlichte der Iran ebenfalls ein Propaganda-Game namens Special Operation 85: Hostage Rescue. Das Ziel: israelische und US-Soldaten töten. Man habe sich das Medium Computerspiel ausgesucht, weil es unter Kindern so populär sei und besonders gut geeignet ist, "ideologische Werte wie Opferbereitschaft und Märtyrertum zu vermitteln und sich gleichzeitig auf das Nuklearthema zu konzentrieren", erklärte Mohammad Taghi Fakhrian, Generalsekretär der Studentenunion im Iran, die das Spiel entwickelt hat. Die hierzulande verbreitete Sorge über mögliche schädliche Auswirkungen von Spielen, in denen man auf Menschen schießt, gibt es in Iran offenbar nicht. Das Spiel, teilte die in Teheran ansässige "Mehr News Agency" mit, werde zu einem ermäßigten Preis angeboten werden, damit es "für alle Kinder verfügbar" ist.


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