Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Spieleentwickler Rockstar: Neuer Ärger mit dem Gewaltspiel "Manhunt 2"

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Rockstar muss bluten

09.11.2007, 16:41 Uhr | Volker Bonacker

Manhunt 2 (Bild: Rockstar)Manhunt 2 (Bild: Rockstar)Der ebenso erfolgreiche wie umstrittene Computer- und Videospiel-Entwickler Rockstar steht weiter in der Schusslinie amerikanischer Gerichte, Behörden und Politiker. Nachdem der Skandal um den so genannten „Hot Coffee Mod“ für GTA: San Andreas mittlerweile auch zivilrechtliche Folgen hat, steht mit dem weltweit kritisierten Spiel Manhunt 2 neuer Ärger ins Haus. Zwischen den aktuellen Problemen und dem San Andreas-Skandal bestehen auffälligerweise einige Parallelen: Erneut scheinen heikle, mit dem entsprechenden Know-how freischaltbare Inhalte im Spiel versteckt zu sein. Zudem tauchte vorab über ominöse Kanäle eine gehackte Version des Spiels im Internet auf. Nun sind die Proteste groß, und Rockstar samt Publisher Take Two befinden sich wieder einmal mitten im Kreuzfeuer der Kritiker.

Foto-Show Gewaltspiel Manhunt 2: Screenshots

Schon gemerkt? Mit einem Doppelklick auf jedes beliebige Wort im Artikel gelangen Sie jetzt direkt zum passenden Wikipedia-Eintrag. Klicken Sie sich schlau!

Teurer, kalter Kaffee

Manhunt 2 (Bild: Rockstar)Manhunt 2 (Bild: Rockstar)Nachdem die strafrechtlichen Klagen gegen Take Two bereits im Juni 2006 durch einen Vergleich beendet wurden, ist nun ein Ende der nachfolgenden, zivilrechtlichen Auseinandersetzung in Sicht. Gegenstand der Einigung war der in allen vor dem 20. Juli 2005 verkauften GTA: San Andreas-Versionen enthaltene „Hot Coffee Mod“. Seither sind die leicht freischaltbaren Inhalte aus dem Spiel entfernt. Hierfür kassierte Take Two nicht nur eine scharfe Ermahnung seitens der amerikanischen Handels-Aufsichtsbehörde FTC (Federal Trade Commission), sondern auch Klagen von Käufern. Diesen bietet das Unternehmen nun in einem Vergleich zwischen 1,025 und 2,75 Millionen US-Dollar - was rund 35 Dollar pro Kunde entspricht. Dafür müssen die Kläger versichern, dass sie sich von den versteckten Inhalten beleidigt fühlen. Noch ist der Vergleich nicht rechtskräftig, damit könnte der heiße Kaffee jedoch endgültig zu einem teuren Kalten werden.

#

#

Unter dubiosen Umständen

Manhunt 2 (Bild: Rockstar)Manhunt 2 (Bild: Rockstar)Die Kontroverse um den aktuellen Titel aus dem Hause Rockstar reißt derweil nicht ab: Während es anfänglich noch um die Gewaltdarstellung in Manhunt 2 ging, bahnt sich nun ein zweiter Skandal ähnlich der „Hot Coffee Mod“-Geschichte an. Zuvor war Mitte Oktober unter dubiosen Umständen eine Vorabversion des Spiels im Internet aufgetaucht. Dort konnte auf verschiedenen Tauschbörsen die ungeschnittene Variante von Manhunt 2 geladen und gespielt werden. Ein Reporter der britischen Sky News hielt das ganze auf Video fest, mittlerweile sollen die Verantwortlichen dingfest gemacht sein. Damit ist der Ärger jedoch noch lange nicht beendet - ganz im Gegenteil.

Freischaltbare Gewalt

Manhunt 2 (Bild: Rockstar)Manhunt 2 (Bild: Rockstar)Nach längeren Auseinandersetzungen mit der ESRB ("Entertaining Software Rating Board" - dem für die Altersfreigabe von Spielen zuständige US-Pendant zur USK) hatte Manhunt 2 ein „M“-Rating erhalten und durfte damit von Personen ab 17 Jahren gekauft werden. Dafür musste das Spiel entschieden gekürzt werden, denn die vorherige Version hatte nur ein "AO" ("Adults Only" - nur für Erwachsene) erhalten. Nun stellt sich heraus, dass die Inhalte, die eigentlich nicht mehr im Spiel sein dürften, weiterhin enthalten sind. Binnen weniger Tage konnten Hacker in der Playstation Portable-Version die gewalttätigen Szenen freischalten. Mittlerweile kursieren erste Anleitungen dazu im Netz. Damit müsste Manhunt 2 neu eingestuft werden, die ESRB sieht hierzu jedoch keinen Bedarf. Laut einem Statement glaube man weder, dass die Modifikationen „die Version wieder herstellen können, die ein AO-Rating erhielt,“ noch „dass es sich um ein Freischalten von Inhalten handelt“. Damit bleibt Manhunt 2 weiterhin für jugendliche Spieler erhältlich. Weltweit ist das Spiel dagegen aus den meisten Ländern verbannt. Britische Behörden weigerten sich trotz mehrmaliger Nachbesserungen, das Spiel für den Handel freizugeben.

Kontroverse ohne Ende

Kein Wunder, dass die Proteste gegen Manhunt 2 damit neu angeheizt werden. Die Organisation „Parents Television Council“ (PTC) forderte die ESRB auf, das Spiel neu zu bewerten. „Wenn ein Publisher einschlägige Inhalte aus einem fertigen Produkt „streichen“ will, müssen sie auch von der CD gelöscht werden“, forderte Tim Winter von PTC. Der kalifornische Senator Leland Yee äußerte sich ebenfalls kritisch: „Die ESRB und Rockstar stellen fortwährend Profit über Kinder“, so ein Statement der Politikers, der auch fordert, den Verkauf von Gewaltspielen an Kinder unter Strafe zu stellen. Mittlerweile zieht sogar der Handel nach: „Target“, der fünftgrößte US-Händler, zog das Spiel nach Bekanntwerden des Hacker-Skandals mit sofortiger Wirkung aus dem Verkehr. Die nächste Runde in der Kontroverse um Manhunt 2 dürfte damit nicht lange auf sich warten lassen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal