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Virtuell kriminell - Kriminalität in Online-Spielen

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Virtuell kriminell

14.11.2007, 15:14 Uhr | GEE Magazin / Carsten Görig / Benjamin Maack / vb

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)Du wachst auf, machst den Rechner an und stellst fest: Jemand hat in deiner Abwesenheit deine Online-Identität gestohlen. Geld weg, Haus abgerissen, Hab und Gut verschenkt, ein Hühnerkostüm an. Autsch. Wer sich erst einmal damit abgefunden und angefreundet hat, dass ein Leben in der virtuellen Welt ein echter Zeitfresser ist, investiert seine freien Stunden selbstredend nicht grundlos. Viele hoffen, in Second Life, World of Warcraft und Konsorten zu finden, was sie im realen Leben vermissen. Andere wissen die zweite Realität gar lukrativ zu nutzen, um in der ersten davon zu profitieren. Die eine verkauft virtuelles Land und wird so zur realen Millionärin, ganze Firmen leben davon, die World of Warcraft-Accounts für Zocker mit Zeitnot „hochzuspielen“, virtuelles Gut wird mit realem Geld bezahlt. Und alles läuft über das virtuelle Selbst: den Avatar.

GEE-Podcast Splitscreen - Folge 21: Heavenly Sword

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Rechtlich ungeklärt

Second Life (Bild: Linden Lab)Second Life (Bild: Linden Lab)Und der ist im Vergleich zu Onlinebanking-Schutzmaßnahmen ein Diamantring auf dem Silbertablett bei offenem Fenster. Meist nur durch ein Passwort geschützt, sind Identitäten leicht hackbar. Dann flugs das Passwort geändert, schon hat ein Online-Leben den Besitzer gewechselt. Der Geschädigte kann schwer beweisen, dass er bestohlen wurde. Die MMOGs entpuppen sich immer mehr auch als Knotenpunkt krimineller Handlungen. Andere Beispiele sind illegale Kinderpornografie-Tauschbörsen in Second Life, online gestohlene und real bei eBay verkaufte WoW-Waffen und -Avatare, Online- Schutzgelderpressungen und damit zusammenhängende Offline-Gewaltverbrechen - und ein rechtlich streckenweise noch undurchsichtiges und ungeklärtes Regelwerk. Wenn man als Online-Dieb etwas erbeutet hat, darf man es dann außerhalb der Spielwelt verkaufen? Und wie schützt man sich vor Leuten, die den eigenen WoW-Account hacken und stehlen könnten, weil ein solcher auf dem Schwarzmarkt mehr Geld einbringt als eine gestohlene Kreditkarte?

Undercover-Ermittlungen

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)Antworten auf solche Fragen sucht der Deutsche Candid Wüest, seines Zeichens Online-Detektiv. Für die Sicherheitsfirma Symantec recherchiert er, wo die Schwachstellen bei Online-Rollenspielen liegen - um die ängstlichen Spieler dann mit der notwendigen Sicherheitssoftware zu versorgen. Aus diesem Grund treibt er sich hauptberuflich in virtuellen Welten herum, liest interne Blogs und Messageboards, spricht zuweilen auch online mit Geschädigten - alles undercover, versteht sich. „Es wäre gefährlich, offen zu sagen, was ich da mache“, erklärt er. „Es gibt zu viele Fälle von Online-Kriminalität, die in realer Gewalt gipfeln.“

Kaum Schutz möglich

Second Life (Bild: Linden Lab)Second Life (Bild: Linden Lab)Früher versuchte man, an Kreditkartendaten und Kontozugänge argloser User zu kommen, heute sind es Linden-Dollars oder virtuelle Wertgegenstände. Bei beidem gilt, so Wüest: „Die Hemmschwelle ist hier wesentlich geringer als im echten Leben. Die Anonymität ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Viele nehmen illegale Handlungen gar nicht wirklich als solche wahr, schließlich passiert ja alles online.“ Wenn es dann auch noch in einem Spiel passiert, wird es schnell als „nicht wirklich, also nicht so schlimm“ wahrgenommen.
Doch wie schützt man sich am wirkungsvollsten? Wüest hat dazu einen ernüchternden Tipp: „Am besten so wenig wie möglich online sein.“

3 Fragen an Candid Wüest, der als Online-Detektiv Straftaten in MMOGs aufklärt

Spielen Sie eigentlich privat Online-Spiele?

Nicht wirklich. Erstens ist es mein Beruf, mich in virtuellen Welten umzusehen, zweitens weiß ich um die Gefahren. Das ist mir wirklich zu unsicher.

Ist diese Form von Online-Kriminalität aus moralischer Sicht eine neue?

Ich finde schon. Jemandes Avatar zu stehlen ist so gemein. Da hat jemand viele, viele Stunden in ein Spiel investiert, sich etwas aufgebaut, woran er auch emotional hängt. Das kaputt zu machen ist wirklich hässlich.

Was sind rechtlich die größten Probleme?

Häufig ist die Rechtslage noch ungeklärt, da man sich lange nicht vorstellen konnte, dass es je etwas wie „virtuelles Gut“ geben würde. Und da Online-Welten länderübergreifend sind, ist es schwer, Kriminelle nach lokal geltendem Recht zu belangen.

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