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PC-exklusive Spiele sind tot

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Das Ende des Spiele-PC  

PC-exklusive Spiele sind tot (1/2)

11.06.2008, 11:14 Uhr | Medienagentur plassma / vb / jr

Undercover (Bild: dtp)Undercover (Bild: dtp)Die Zeiten, als Spiele wie Die Siedler, Age of Empires und Anno ausschließlich auf dem PC erschienen und die Konsolen-Gamer in die sprichwörtliche Röhre guckten, sind Geschichte. Nach Einschätzung von Ray Taylor, Chef des Grafikkarten-Hersteller Nvidia, wird es für den PC künftig keine Exklusiv-Spiele mehr geben. Der Wert des Konsolen-Marktes sei mittlerweile einfach zu groß, als das noch irgendein Entwickler seine Spiele ausschließlich für den heimischen Rechner veröffentlichen könnte, sagte Taylor im Interview mit dem Online-Magazin "Eurogamer". Dennoch fühlt er sich nicht von der Konsolen-Konkurrenz bedroht, sondern setzt auf eine Kooperation in Zukunft.

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Spiele-PC auf dem Rückzug

Spielkonsolen  (Quelle: Sony, Nintendo, Microsoft)Spielkonsolen Statt die leistungsfähigen Next-Gen-Konsolen von Sony, Microsoft und Nintendo als Bedrohung des PC-Marktes zu begreifen, müsse man laut Taylor einsehen, dass es sich bei PC- und konsolen-Gaming lediglich um eine unterschiedliche Form des Spielens handle. Allerdings bei durchaus unterschiedlicher Gewichtung: PC-Versionen, die später als die Konsolen-Ableger erscheinen, sind nach Ansicht des Nvidia-Chefs generell besser als die zuvor veröffentlichten Ausgaben. Konsolen sind laut Taylor die Basis, während PC-Umsetzungen das bessere Spielerlebnis liefern würden. In der Aussage spiegelt sich die Angst einer kompletten Branche wieder: Der Anteil der PC-Produktionen am Spielemarkt geht kontinuierlich zurück, während der Konsolen-Markt von einem Umsatz-Rekord zum nächsten eilt.

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Immer mehr Games Konsolen-exklusiv

Crysis Warhead (Bild: Crytek)Crysis Warhead (Bild: Crytek)Tatsache ist: Zunehmend mehr Top-Titel erscheinen exklusiv für Spielkonsolen, die PC-Portierungen erscheinen Monate, im Falle Halo 2 gar Jahre später. Oder die Entwickler sparen sich gleich die PC-Version. Schlich Kapuzenmann Garrett in den Abenteuern Thief (Eidos, 1998) und Thief 2 (2000) ausschließlich unter Windows durch dunkle Gassen, so leben aktuelle Spielfiguren in Konsolengehäusen: Uncharted-Held Drake schlägt sich exklusiv auf der PS 3 durch den Dschungel, die irren Kaninchen in Rayman Raving Rabbids 2 (Ubisoft) schreien auf den Nintendo-Geräten Wii und DS, und die Muskelmänner in WWE SmackDown vs. Raw 2008 (THQ) prügeln auf jeder aktuellen Spiel-Plattform - außer auf dem PC. Neuestes Beispiel ist Crysis Warhead. Das Action-Game wird das letzte von der Spiele-Schmiede Crytek entwickelte Spiel sein, das exklusiv für die PC-Plattform erscheint. Bereits vor einiger Zeit hatte Crytek-Chef Cevat Yerli angekündigt, künftig nicht mehr ausschließlich für den PC entwickeln zu wollen, und auf den hohen Anteil an Raubkopien bei PC-Spielen verwiesen


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Die Welt spielt mit dem Gamepad

Mass Effect (Bild: Bioware)Mass Effect (Bild: Bioware)Die neuen Konsolen beflügeln den Spielmarkt: Im Jahre 2007 gaben die Deutschen etwa 1,7 Milliarden Euro für digitale Spiele und Spielgeräte aus, eine Playstation 3, Call of Duty 4 und Legend of Zelda stehen auf Millionen von Wunschzetteln. Allerdings zieht es die meisten deutschen Spieler eher an den Heim-Computer, so dass Deutschland das einzige wirtschaftlich hoch entwickelte Land der Erde ist, in dem der PC eine nennenswerte Bedeutung als Spielplattform hat. In den USA sind sechs von sieben verkauften Spiele-Titeln solche für stationäre und mobile Konsolen. US-Hersteller wie THQ, Electronic Arts und Take 2 konzentrieren sich zunehmend auf die Entwicklung von Titeln für Xbox 360 & Co. Der PC, so scheint es, taugt nur noch als Plattform für komplizierte Strategie-Titel und Ego-Shooter. In Japan ist der PC traditionell ein Arbeitsgerät, Marktführer Nintendo produziert dort ausschließlich Spiele für die eigenen Konsolen, und bei Branchengrößen wie Capcom, Namco, Sega und Konami ist die PC-Entwicklung von marginaler Bedeutung. Ein Sprecher der deutschen Abteilung von Konami erklärte auf Anfrage von www.t-online.de/Spiele, dass die PC-Versionen der Fußball-Serie Pro Evolution Soccer hauptsächlich als deutsche Extrawurst hergestellt werden.

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Windows-Verdruss

PES 2008 (Bild: Konami)PES 2008 (Bild: Konami)Diese Ausrichtung der Hersteller auf die Spielkonsolen hat gute Gründe: Der internationale PC-Spielmarkt schrumpft, da die Menschen in Japan, Kanada und England lieber an einer PS 3 oder mit Wii spielen. Bei Nintendos Konsole reicht ein Knopfdruck aus, um Super Mario Galaxy zu starten. PC-Spieler hingegen drücken sich beide Daumen wund während des minutenlangen Installationsprozesses, damit das Spiel starten möge. Was es meist nicht ohne Murren tut, so dass es nötig ist, Grafik-, Sound- und DVD-Laufwerks-Treiber zu aktualisieren, Patches von der Herstellerseite herunter zu laden und dann zu hoffen, dass das System leistungsfähig genug ist. Gelingt das nicht, braucht der Spieler eine neue Grafikkarte, die ungefähr so viel kostet wie eine neue Spielkonsole. Diese ist vergleichsweise ein Schnäppchen mit Preisen von 250 Euro für die Wii, 300 – 450 Euro für Xbox 360 und 400 Euro für die PS3.

Teuer und schnell veraltet

Auf einer Veranstaltung des amerikanischen Grafikkarten-Herstellers Nvidia wurde die Befürchtung geäußert, der Spiele-PC könne zum Auslaufmodell werden, sollte sich der Trend zur Konsole als Leit-Plattform für die Spiel-Entwicklung fortsetzen. Als Gründe wurden die zunehmenden Hardware-Anforderungen von Spitzentiteln wie Crysis, Far Cry 2 und TimeShift genannt, die Spieler nur mit mindestens 1500 Euro teuren PC-Konfigurationen in erträglicher Form genießen können, wobei sie im Hinterkopf behalten müssen, dass selbst ihr 2.000-Euro-PC in spätestens 18 Monaten eine Mittelklasse-Kiste sein wird. Währenddessen kann der PS3-Besitzer für 400 Euro fünf bis sechs Jahre lang Top-Titel spielen, die im Laufe einer Konsolen-Generation gar zunehmend besser aussehen.

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Wii-Manie

Singstar (Bild: Sony)Singstar (Bild: Sony)Wegen der niedrigen Preise, der Internet-Fähigkeit und des guten Spiele-Angebots machen die Konsolen selbst in Deutschland Boden gut. In den 1990er Jahren wurden mehr als doppelt so viele PC-Spiele verkauft wie Konsolenspiele. Heute beträgt der Umsatz-Anteil der PC-Titel hierzulande etwa 50 Prozent. In der Vorweihnachtszeit 2007 verkaufte Nintendo in Deutschland Woche für Woche etwa 70.000 DS-Geräte und etwa 20.000 Wii-Konsolen. Selbst von Sonys in die Jahre gekommener Playstation 2 und der aktuellen Playstation 3 wurden jeweils rund 20.000 Stück verkauft. Das ist wenig verglichen mit England, wo drei bis vier Mal so viele Konsolen über den Ladentisch gehen. Dass gerade die Nintendo-Geräte deutsche Spieler begeistern, mag an deren Steuerung liegen: Der Stift des DS und die bewegungsempfindliche Fernbedienung der Wii-Konsole ähneln der Maus-Eingabe am PC. Zudem werden für diese Konsolen Vertreter von Spiele-Genres umgesetzt, die bislang als typische PC-Genres galten: Adventure, Strategie, Ego-Shooter.


Internet, Filmfunktion, punktgenaue Steuerung

Uncharted (Bild: Sony)Uncharted (Bild: Sony)Neben der verbesserten Steuerung der Konsolen ist es vor allem die Internet-Funktion, die PC-Spieler zu Dissidenten macht: Im Spiele-Netz von Xbox Live tummeln sich Millionen Spieler, auf den Servern ist häufig mehr los als auf Unreal Tournament-Rechnern. PS3-Besitzer laden mit ein paar Knopfdrückern Demos, Erweiterungen und Songs für das Karaoke-Spiel Singstar aus dem Online-Shop, während Wii-Fans sich begeistert durch den Meinungskanal und die Design-Wettbewerbe klicken, bei denen sie gegenseitig ihre "Mii"-Figuren bewerten. Doch was ist mit der sprichwörtlichen Multimedia-Fähigkeit von PCs? Die gibt es ebenso bei den aktuellen Konsolen: Die PS 3 besitzt von Haus aus ein Blu-Ray-Laufwerk für hoch auflösende Filme, und in der schwarzen Xbox 360 Elite steckt eine 120 Gigabyte große Festplatte, ein HDMI-Kabel für HD-Filme liegt bei. Dabei gelingt die Film-Wiedergabe ohne technische Fachkenntnisse, was beim Filmegucken am Windows-Rechner nicht selbstverständlich ist.

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Microsoft fokussiert Xbox 360

Halo Wars (Bild: Ensemble Studios)Halo Wars (Bild: Ensemble Studios)Microsoft selbst investiert dreistellige Millionenbeträge, um seine Xbox 360 zu vermarkten, während das im Jahre 2006 vorgestellte Qualitäts-Siegel “Games for Windows“ eher beiläufig erwähnt wird. Dies sollte Käufern signalisieren, dass das jeweilige Spiel ohne Probleme unter Windows XP oder Vista läuft. De facto signalisiert das Logo gar nichts, denn Microsoft kümmert sich nicht um alle der über eintausend PC-Spiele, die jedes Jahr erscheinen. Microsoft veröffentlichte folgerichtig das hervorragende Action-Rollenspiel Mass Effect nur für seine Xbox 360, die PC-Version kommt Monate später. Ein Microsoft-Mitarbeiter erklärte, eine zeitgleiche Veröffentlichung hätte den Erfolg des Spiels behindert, mindestens geschmälert. Immerhin werden vorrangig PC-Spiele illegal kopiert und verbreitet, denn deren Kopierschutz-Mechanismen lassen sich vergleichsweise leicht aushebeln, während die Konsolen überwiegend nur Originale schlucken.

>> weiter zu Teil 2 von "Das Ende des Spiele PC"


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