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Große Gefühle auf Knopfdruck (Teil 1)

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Hollywood-Spiele  

Große Gefühle auf Knopfdruck (Teil 1)

02.01.2008, 15:36 Uhr | Medienagentur plassma / tz

Shrek, Spiderman, Beowulf: Die großen Helden des Kinos führen ein Doppelleben auf Videospielkonsolen, Handhelds und PCs. Doch meist stellt der Spieler fest: Der Film war besser. Wir liefern einen Report über die nicht immer fruchtbare Hassliebe zwischen Hollywood und der Spiele-Industrie und ein grundlegendes Missverständnis.

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Fragwürdiger Bienenspaß 

Bee Movie – Das Game (Bild: Activision)Bee Movie – Das Game (Bild: Activision)Eine Drohne namens Barry verklagt die Menschheit, weil diese Bienen den Honig mopst. Dabei freundet sich Barry mit einer Floristin an und leitet später eine Rechtsberatung für ausgebeutete Tiere im Hinterzimmer des Blumenladens. Die Story des Films Bee Movie: Das Honigkomplott ist ausgesprochen abstrus, doch bereits vor Drehbeginn stand fest: Es wird ein Videospiel mit der Bee Movie-Lizenz geben, Inhalt: zweitrangig. Denn zu jedem Hollywood-Animations-Film wird eine Videospiel-Umsetzung gemacht. Bei Bee Movie darf der Spieler die Flug-Sequenz des Films nachfliegen, sein geflügelter Spielheld saugt selbst Nektar aus den Blüten und sitzt zwischen den Mini-Spielchen im Fernsehstudio, um von seinen Heldentaten zu berichten. Das ist, zumindest für Kinder, recht spaßig; doch es stellt sich die Frage, ob Hersteller Activision nicht besser in eigene, erfolgreiche Serien investiert hätte, anstatt dieses durchschnittliche Game auf den Markt zu bringen.

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Atari-Flop: E.T.

Seit über 25 Jahren, genauer gesagt seit E.T.,  kaufen Atari, Konami, Electronic Arts & Co. für mehr oder minder große Dollar-Beträge Film-Lizenzen. E.T., das Videospiel für die Atari 2600-Konsole, war einfallslos und langweilig. Atari hatte in Windeseile eine dürftige Sammel- und Geschicklichkeitsübung produziert in der Hoffnung, dass allein der Name des viel gepriesenen Kinohits für ordentliche Verkäufe sorgen würde. Doch E.T. wurde einer der größten Flops in der an Flops reichen Atari-Geschichte. Hingegen freuten sich Universal Pictures und Produzent Steven Spielberg, denn zusätzlich zu den fetten Einnahmen an den Kinokassen erhielten sie von Atari saftige Lizenzgebühren.


Die Matrix Hollywoods

Harry Potter (Bild: Electronic Arts)Harry Potter (Bild: Electronic Arts)Bis heute funktioniert das Geschäftsmodell in dieser Form: Die Spiele-Firma, etwa Activision, kauft die Lizenz für die Versoftung eines Films, beispielsweise Bee Movie. Dann produziert sie eilig ein Videospiel für Wii, Xbox 360, Playstation 3 und andere Plattformen, bringt es möglichst zeitgleich mit dem Kino-Start in die Läden - und hofft, dass Spieler den Film mögen oder dass sich Kinogänger zum Kauf des Spiels verleiten lassen, um das Kino-Vergnügen ins Wohnzimmer zu verlängern. In einigen Fällen gelingt dies durchaus: Die Videospiele zu Shrek 2 (Activsion), Die Unglaublichen (THQ) und  Reservoir Dogs gehören qualitativ mindestens zur gehobenen Mittelklasse, Spiderman: The Movie (Activision), Star Wars: Battlefront (LucasArts) und Enter the Matrix (Atari) verkauften sich millionenfach, und wegen der Spiel-Umsetzung zum Kinohit Findet Nemo schloss der US-Hersteller THQ sein Geschäftsjahr 2003 mit einem unerwartet hohen Gewinn ab. Meistens jedoch ist die Resonanz auf die Videospiel-Umsetzung von Kinoknüllern wie Stirb langsam und Shrek 3 eher Enttäuschung oder gar Empörung: Da kaufen Erwachsene ihren Kindern oder Enkeln vermeintlich angemessenes Futter für die Playstation 2 oder den DS, und dann ist Shrek 3 eine müde Hüpferei; oder der Spieler schaut fassungslos auf den PC-Bildschirm, auf dem das Spiel zu Dirty Dancing läuft und fragt sich, warum er für diesen Quatsch den Geldwert von einem halben Dutzend Kinokarten ausgegeben hat. Dennoch: Vivendi, THQ, Ubisoft und all die anderen Hersteller balgen sich um die Lizenzen von Kinofilmen. Sogar alberne Filmchen wie Tell gibt’s als Spiel, wenn auch nur als kostengünstigen PC-Titel für den deutschen Markt.

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Story und Spielregeln

Der Goldene Kompass (Bild: Sega)Der Goldene Kompass (Bild: Sega)Neben der Aussicht auf eine starke, durch den Film etablierte Marke und damit verbundene Monster-Umsätze locken die Filmstoffe mit tollen Bildern: Der liebenswerte Oger Shrek erscheint wie geschaffen, damit ihn Videospieler gegen allerlei fantastische Kreaturen kämpfen lassen. Als Ideal-Besetzung für ein Xbox 360-Spiel erscheint Beowulf, Held des gleichnamigen Action-Films, der bereits im Film eine digitale Figur ist. Was liegt näher, als ihn zum Helden eines Metzel-Spiels zu machen? Doch ein Spiel ist kein Film. Wer einen Film genießen möchte, der macht es sich im Sessel bequem und  schaut. Wer ein Videospiel spielt, der muss Befehle geben, auf Knöpfchen drücken oder gar die Wii-Fernbedienung durch die Luft schwingen wie im kommenden Star Wars: The Force Unleashed. Diese Produktion selbst steht weniger unter Zeitdruck als gewöhnliche Spiel-Umsetzungen von Filmen, die Entwickler können sich darauf konzentrieren, den Filmstoff auszubeuten, statt ein parasitäres Nebenprodukt zu schaffen, das nur durch den ständigen Verweis auf die Vorlage genießbar ist. Für einen guten Film sind drei Dinge nötig: Story, Charaktere, Dramaturgie. Ein Spiel braucht keine Story – Pac-Man kommt ohne sie aus. Charaktere sind gut, doch nicht nötig: Tetris und Sonys Motorstorm machen Spaß, obwohl sie sich auf Klötzchen beziehungsweise Fahrzeuge beschränken. Und die Dramaturgie des Films taugt nicht für jedes Spiel: Tomb Raider besteht zum größten Teil aus einer Reihung von Sprung- und Hüpf-Aufgaben, das Spiel dauert mindestens zwölf Stunden, eine Peripetie, also einen Handlungsumschwung, gibt es nicht, da die Handlung aus einer Sequenz von Geschicklichkeitsübungen besteht. Der Spieler muss Lösungen finden, er muss nachdenken, er muss im richtigen Augenblick die richtige Entscheidung treffen. Und er muss die Spielregeln beachten.


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