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Software-Doping: Amtsgericht Köln entscheidet über "Counterstrike"-Wettbewerb (1)

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Computerspiel-Bundesliga streitet über Software-Doping

21.01.2008, 16:53 Uhr | Spiegel Online / tz, t-online.de

Von Konrad Lischka



Counter-Strike (Bild: Sierra)Counter-Strike (Bild: Sierra)Sechsstellige Preisgelder und Sponsoring-Millionen - wenn Counterstrike-Spieler in die Profiliga kommen, haben sie erstmal ausgesorgt. Ein Zocker soll mit Helfer-Programmen betrogen haben und wurde vom Ligabetreiber gesperrt. Ein Fall für das Amtsgericht Köln.
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Geplatzte Träume

Counterstrike-Spieler Thomas K. schleicht als "XektoR" um eine Ecke, schießt auf die schwarz maskierten Gegner - fünf Kopfschüsse in wenigen Sekunden, so schnell und effektiv wie XektoR in dem Videomitschnitt töten nur wenige Spieler virtuell. Dieses Geschick hätte die deutsche Counterstrike-Mannschaft Coldgame bei einem Wettkampf im vorigen November beinahe auf einen Aufstiegsplatz in die lukrative Profiliga gebracht - dorthin, wo Sponsoren wie Intel oder Ati die Teams großzügig unterstützen und die Preisgelder sechsstellig sind. Aus dem Aufstieg ist nichts geworden - denn nun muss das Amtsgericht Köln ab dem 22. Januar beim ersten derartigen Prozess in Deutschland entscheiden: Hat der 17-jährige Thomas K. (Name auf Wunsch der Eltern geändert) wirklich so gut gezielt, oder hat er mit Software-Doping betrogen? Das wirft dem Spieler der Betreiber der deutschen eSport-Liga "Electronic Sports League" (ESL) vor.

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Spieler setzt sich zur Wehr

Die Kölner Firma Turtle Entertainment hat Thomas K. für zwei Jahre aus der Liga ausgeschlossen. Begründung: "Aimbot-Einsatz" und Nutzung eines "Walllhacks/ESP". Auf Deutsch: Der Spieler soll verbotene Helfer-Programme genutzt haben, die beim Zielen helfen und ihn durch die Wände sehen lassen. Das Team des Spielers wehrt sich per einstweiliger Verfügung gegen die Sperre.

Anwalt: "Sperr-Entscheidungen sind Willkür"

Juan Beltran-Fernandez, Anwalt des Teams Coldgame, will das laufende Verfahren nicht detailliert kommentieren. Grundsätzlich schätzt er denn Fall so ein: "Die Sperr-Entscheidung des Ligenbetreibers ist willkürlich." Dieses harsche Urteil begründet der Anwalt so:
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  • Es gibt bei derartigen Sperren wegen Cheating vorab keine Abmahnung, stattdessen wird sofort gesperrt.
  • Dem Gesperrten wurde das Urteil eines zweiten, unabhängigen Gutachters nicht zugestanden.
  • Und, so Beltran-Fernandez: "Die ESL begründet Ihre Entscheidung nicht einmal. Den betroffenen Spielern werden weder Indizien noch Beweise zugänglich gemacht."


In der Tat ist die Beweislage schwierig: Für Software-Doping im eSport gibt es kaum mit Bluttests vergleichbare harte Beweise. Die Sperr-Entscheidung beruht vor allem auf der Einschätzung der als Video dokumentierten Spielszenen durch Experten der Liga. ESL-Pressesprecher Ibrahim Mazari erklärt: "Wir sind uns sicher, dass unsere Vorgehensweise in solchen Fällen korrekt ist und keine Willkür vorliegt." Die Spezialisten im Bereich Cheating hätten nach mehrfacher Prüfung "unrechtmäßige Hilfsmittel" erkannt.

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Menschliche Beobachter müssen entscheiden

Counterstrike Meisterschaft (Bild: Spiegel Online)Counterstrike Meisterschaft (Bild: Spiegel Online)An welchen Beobachtungen verdächtiger Verhaltensweisen im Spiel sie das festmachen, führt die Entscheidung nicht auf. Wegen dieser undurchsichtigen Begründung wittern viele Spieler Willkürentscheidungen. Allerdings gibt es für die mangelnde Transparenz auch andere Gründe. Alexander Müller-Rodic, Sprecher des unabhängigen Verbandes G7, einer internationalen Vereinigung von zehn professionellen eSport-Clans, erklärt gegenüber Spiegel Online: "Ich kann beide Positionen in diesem Fall nachvollziehen." Gewiss könne man ESL-Entscheidungen als intransparent kritisieren. Aber man müsse bedenken: "Wenn die ESL öffentlich im Detail aufzählen würde, an welchen Indizien sie Cheating festmacht, wäre das eine Anleitung für alle Cheater, wie sie demnächst besser, verdeckter betrügen können."


>> Weiter zum zweiten Teil von "Streit über Software-Doping"


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