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Software-Doping: Amtsgericht Köln entscheidet über "Counterstrike"-Wettbewerb (2)

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Computerspiel-Bundesliga streitet über Software-Doping (Teil 2)

21.01.2008, 17:00 Uhr | Spiegel Online / tz, t-online.de

Von Konrad Lischka


Objektive Anti-Cheat-Tools zur Beweissicherung wie das Programm Aequitas können die menschlichen Beobachter nicht ersetzen. Sie sind ein gutes Werkzeug zur Beweissicherung, aber sie können nur bereits bekannte Ansatzpunkte für Cheating-Tools beobachten. Experte Müller-Rodic: "Es liegt aber in der Natur der Sache, dass immer wieder neue Cheating-Werkzeuge programmiert werden, deren Funktionsprinzip nicht allgemein bekannt ist. Das ist ein dynamisches Problem, deshalb sind menschliche Beobachter notwendig."

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Deutscher Computerspiel-Liga droht Prozess-Lawine

Counterstrike Meisterschaft (Bild: Spiegel Online)Counterstrike Meisterschaft (Bild: Spiegel Online)Müller-Rodic sieht vor diesem Hintergrund wenig Alternativen: "Spieler müssen den ESL-Gremien einfach mehr vertrauen, auch ohne totale Transparenz. Eine andere Lösung sehe ich derzeit nicht." Doch das Vertrauen in die Betreiber der Computerliga scheint bei einigen Zockern zerrüttet zu sein. Anwalt Beltran-Fernandez vertritt in ähnlichen Fällen wie dem aktuell in Köln verhandelten drei von der ESL gesperrte Spieler. Außerdem habe man Kontakt zu vielen weiteren Betroffenen: Je nachdem, wie sich die derzeit laufenden Verfahren entwickeln, wird es weitere Prozesse geben." Denn so schnell wie das Sponsoring haben sich die Strukturen im eSport offensichtlich nicht professionalisiert. Alexander Müller-Rodic vom internationalen Clan-Verband G7 sieht darin ein "grundsätzliches Problem, mit dem jeder junge Sport" kämpfe: Der eSport sei so schnell gewachsen, dass die Institutionen "zur Klärung solcher Konflikte vielleicht noch nicht weit genug entwickelt" seien.

Hardware

Schlichtungsinstanz nicht vorhanden

Wer soll über Betrugsvorwürfe im eSport entscheiden? Da gehen die Meinungen weit auseinander:
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  • Die Firma Turtle Entertainment als Ligabetreiber, argumentiert deren Pressesprecher Ibrahim Mazari: "Wie im klassischen Sport besitzen wir ein Regelwerk mit klar formulierten Kontroll- und Beurteilungskriterien, das wir durchsetzen."
  • Ein Sportverband, findet Frank Sliwka, Geschäftsführer des Deutscher eSport-Bundes. Er erwartet vom Kölner Urteil ein "deutliches Signal, dass Schiedsgerichte nicht bei privatwirtschaftlichen Unternehmen, die dazu noch diese Ligen betreiben, liegen können."
  • Bloß nicht deutsche Richter, warnt Alexander Müller-Rodic vom internationalen Clan-Verband G7: "Es ist schlecht für den Sport, dass dieser Konflikt nicht von den eSport-Institutionen geklärt werden konnte. Nach diesem Fall kann es sein, dass andere Mitspieler vor Gericht gehen."


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Mangelnde Rechsprechungskompetenz der Richter

Counterstrike Meisterschaft (Bild: Spiegel Online)Counterstrike Meisterschaft (Bild: Spiegel Online)Eine Horrorvorstellung für den Profi-Spieler Müller-Rodic: "Ich glaube nicht, dass deutsche Richter sachgerecht über Aimbots, Wallhacks und so weiter urteilen können." Er hofft darauf, dass sich Ligabetreiber, Spieler und Verbände noch zusammenraufen. Dass das noch klappt, da ist Müller-Rodic "verhalten optimistisch". Schließlich gebe es bei der ESL heute schon vielversprechende Ansätze, die Spieler einzubeziehen. Zum Beispiel die Möglichkeit, dass wegen Cheatings gesperrte Spieler ihre Strafe mildern, wenn sie einen Aufsatz darüber schreiben, warum Cheating schlecht für den Sport ist und diesen veröffentlichen. Müller-Rodic: "Gibt es so etwas in anderen Sportarten? Ich glaube kaum, dass wir so einen Essay je von einem Doping-Sünder lesen werden."

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