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Das Ende des Spiele-PC - Teil 3: Der PC bleibt im Ring (2)

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Das Ende des Spiele-PC (Teil 3)  

Der PC bleibt im Ring (2/2)

25.01.2008, 13:16 Uhr | Medienagentur plassma / jr

Lost (Bild: Ubisoft)Lost (Bild: Ubisoft)Konsolen-Versionen von PC-Titeln werden meist vollständig überarbeitet, damit der Spieler die richtige Waffe auswählen und zielen kann, während er gleichzeitig die Kamera so einrichtet, dass er seinen Gegner gut sehen kann. Umgekehrt fehlt diese Sorgfalt des Öfteren bei der Konvertierung vom Videospiel zum PC-Spiel. In Renn- und Sportspielen werden grobe Konsolen-Menüs für die PC-Fassung übernommen, und Geschicklichkeitsspiele unterstützen meist keine Maus-Eingabe. "Für Lost haben wir genau so viel Mühe in die PC-Fassung investiert wie in die Fassung für Xbox 360", sagte Produzent Gadi Pollack von den Montrealer Ubisoft-Studios. Doch Lost ist eine Ausnahme: Das Spiel wird für Fans der TV-Serie produziert, und "viele von denen sind keine Spieler und besitzen höchstens einen PC“, so Pollack. Gerade hier, im Markt für Gelegenheitsspieler, werden sich PC-Spiele behaupten. Die Entwickler müssen dabei beachten, dass Gelegenheitsspieler nur alle fünf bis sechs Jahre einen neuen PC kaufen und selbst bei guten, aber nicht zur High-End-Klasse zählenden Titeln wie Die Siedler den Regler für den grafischen Detailgrad weit nach links schieben müssen.

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PC-Experten vor

Das rasante Hardware-Entwicklungstempo hat auch Konsequenzen für die Entwickler-Studios: Für PC-Spiele brauchen sie teure Entwickler-Hardware und Fachkräfte, die sich mit allen möglichen Chips und Laufwerken auskennen. Hinzu kommt die jahrelange Nachsorge bei großen PC-Titeln. Karsten Lehmann, Sprecher der Firma Ubisoft (Assassin's Creed), erklärt: "Bei Die Siedler ist es so, dass ein Kernteam dafür zuständig ist: Sie bearbeiten allerdings nicht nur Bugfixes, das Team bringt komplette Updates raus, etwa einen Karteneditor und die Vegetarier-Edition." Das kostet Geld, was im Falle des hoch prämierten und hunderttausendfach verkauften Bestsellers kein Problem ist, bei minder erfolgreichen Titeln aber durchaus ein Risiko darstellt.

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Online-Plattform

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)Doch die Nachsorge kann besonders bei Online-Spielen gleichzeitig als Vorsorge-Maßnahme dienen. World of Warcraft, Herr der Ringe Online und das neue Everquest sind dann erfolgreich, wenn möglichst viele Spieler möglichst langfristige Abonnements abschließen und so für stetige Einnahmen sorgen. Dazu sind ständige Erweiterungen und Ergänzungen gefragt, um das Interesse der Spieler hoch zu halten. Russell Williams, Chef des US-Entwicklers Flying Lab (Pirates of the Burning Sea), erklärt im Interview: "Die Zukunft des PC ist eindeutig das Online-Spielen. Wenn ich kein Online-Spiel machte, würde ich vermutlich für Spiele auf PS3 oder die Xbox 360 arbeiten." Unterhalb von großen Titeln wie Everquest etablieren sich gerade günstige Sonderformate wie World of Soccer, das in der Grundversion kostenlos ist. Wer seine Fußball-Mannschaft jedoch an die Spitze der Liga bringen möchte, muss Sammelkarten kaufen, deren Code frei rubbeln und online eintragen. Bei Online-Games spielt der PC nach der Genauigkeit seinen zweiten gravierenden Vorteil aus: Der Zugang zum weltweiten Netz ist häufig schon vorhanden oder selbst von weniger erfahrenen Anwendern blitzschnell einzurichten. Wer schon einmal mit dem Controller über virtuelle Tastaturen gesurft ist, um eine Konsole ins Internet zu bringen, dürfte diese Fummelei dagegen als wenig komfortabel empfunden haben.

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Konkurrenz-Druck

Spore (Bild: Electronic Arts)Spore (Bild: Electronic Arts)Außer von den Konsolen droht dem Spiele-PC auch noch aus anderer Richtung Gefahr. So hat EA angekündigt, sein Spiele-Portfolio auf Mac OS X zu portieren. Eine Umsetzung des Evolutionsspiels Spore von Sims-Erfinder Will Wright soll parallel zur Windows-Version heraus kommen. Das Ganze ist eher ein Nadelstich: Der Marktanteil der Rechner mit Apple-Betriebssystem wächst zwar, ist aber im Verhältnis zur dominierenden Windows-Welt noch sehr klein. Eine sehr viel wichtigere Rolle kommt da dem mobilen Gaming und dem Handy-Spielemarkt zu. Wie der Industrie-Verband Bitkom mitteilt, verfügen 77 Prozent der deutschen Haushalte über einen PC, doch in mehr als vier Fünfteln aller Haushalte gibt es wenigstens ein Handy. Darauf werden lustige Zwischendurch-Spiele wie Linerider und Solitär gespielt. Und bei niedrigen fünfstelligen Produktions-Budgets für ein durchschnittliches Handy-Spiel und einem jährlichen Marktwachstum von über 50 Prozent erscheint die kleine Plattform äußerst attraktiv. John Romero, der einst selbstherrliche Doom-Level-Designer, bestreitet heute seinen Unterhalt mit Handy-Spielen.

Fazit

Auch wenn die Konsolen im Vormarsch sind: In bestimmten Spiele-Genres (wie zum Beispiel bei Ego-Shootern und Echtzeit-Strategiespielen) hat der Spiele-PC wegen der größeren Bediengenauigkeit klare Vorteile und bietet im Vergleich zu Konsolen das hochwertigere Spielerlebnis. Dazu kommt ungebrochene technische Innovationskraft, die freilich bezahlt werden will. Dass viele neue Spiele ihr Schwergewicht auf Online- und Mehrspieler-Vergnügen legen, stärkt ebenfalls die Rolle des PC. Als umfassendes Kommunikationstalent hat er hier klare Startvorteile gegenüber den häufig kostenpflichtigen Communities der Konsolen-Hersteller. Ein drittes Argument spricht für den Spiele-PC: der aufstrebende osteuropäische Markt. In Litauen spielen beispielsweise 94 Prozent aller Spieler hauptsächlich am PC, wie die Marktforschungsfirma Nielsen in einer Studie herausfand. Da zudem zahlreiche Spiele-Projekte à la Stalker im Osten umgesetzt werden, kommt auch noch der Heimvorteil (Lokalisierung, Release-Termin) ins Spiel und verbessert die Absatzchancen. Da wird auch der Nintendo nicht so rasch die PC-Dominanz beenden können.

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