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Handy-Shooter: Abschießen per Telefon

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Abschießen per Telefon

04.02.2008, 15:18 Uhr | Medienagentur plassma / vb

Gphone (Bild: Google)Gphone (Bild: Google)In David Cronenbergs Kinofilm eXistenZ stöpseln Spieler eine biologische Konsole in ihr Rückenmark und werden Teil einer verfremdeten Spiel-Wirklichkeit, deren Spielregeln sie - mit drastischen Mitteln - lernen. Der Film illustriert auf künstlerische Weise das Verlangen vieler Menschen, möglichst viel erfahrbare Wirklichkeit in ein Spiel zu zwängen. In "normalen" PC- und Konsolen-Spielen ist das ein Problem. Aktuelle Ego-Shooter zwar sind technisch in der Lage, menschliche Bewegungen einigermaßen überzeugend darzustellen, doch der Spieler sitzt dabei weiterhin vor einem Monitor und schiebt eine Maus über den Schreibtisch oder drückt auf die bunten Knöpfchen eines Gamepads. WiFi Army hingegen kommt der eXistenZ-Erfahrung deutlich näher. Das Spiel transportiert das Ego-Shooter-Prinzip in die Wirklichkeit: Statt eines PC benötigt der Spieler ein Handy, als Übertragungs-Technik kommt GPS (= Globales Positionierungs-System) zum Einsatz, und als Waffe dient keine virtuelle Minigun, sondern eine Handy-Kamera. Damit schießt ein Spieler den anderen ab, wenn er ihn mittels GPS geortet und tatsächlich erspäht hat. Bislang befindet sich das Spiel des amerikanischen Herstellers W2Pi Entertainment im Beta-Stadium, über Youtube-Videos wird das einfache Funktionieren von WiFi Army präsentiert.

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Online-Registrierung ist ein Muss

Gphone (Bild: Google)Gphone (Bild: Google)Damit das Spiel gelingt, muss sich der Möchtegern-Duellant auf der Hersteller-Homepage unter www.wifiarmy.com registrieren. Dabei legt er eine Art Steckbrief an - inklusive Porträt-Foto, denn er soll ja von Fremden identifiziert werden können. Dann benötigt er ein GPS-fähiges Handy. Im Betastadium setzt die Firma auf Geräte mit dem Handy-Betriebssystem "Android". Dieses System wurde von Suchmaschinen-Gigant Google entwickelt. Es soll den Handy-Software-Entwicklern eine verlässliche Plattform bieten. "Android" lässt sich im Prinzip auf jedem Mobiltelefon installieren, allerdings nur als exklusives Betriebssystem. Echte "Gphones", also von Herstellern veröffentlichte Handys mit "Android" als Betriebssystem, werden nicht vor Mitte 2008 erwartet. Zwar reicht die Palette der "Gphone"-Unterstützer von T-Mobile bis hin zu Intel, doch Prototypen wurden bislang nicht vorgestellt. Immerhin ist WiFi Army eine Anwendung, die im Zuge der Markt-Einführung als Beispiel für den spielerischen Nutzen von "Android" als Beispiel dienen könnte. Denn das Konzept ist einigermaßen originell.

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Streifschuss an der Haltestelle

Real-Life-Shooter (Montage: plassma)Real-Life-Shooter (Montage: plassma)Hat sich der Spieler registriert, ermittelt das System automatisch, welche anderen registrierten Spieler sich gerade in der Umgebung befinden. Ist das der Fall, wird das Foto des möglichen Gegners aufs Handy geschickt. Jetzt kann der Spieler über den Online-Dienst "Google Maps" ermitteln, wo sich der andere Spieler befindet und ihm auflauern. Wer zuerst den anderen "abschießt", hat die Runde gewonnen. Dabei gibt es unterschiedliche Formen des Schießens. Laut Hersteller gilt nur ein einwandfreies Bild des Gesichts des Gegners als Volltreffer ("Headshot"), unscharfe Fotos gelten als Streifschüsse. Fotos von Körperteilen werden je nach Schärfe beurteilt und danach, wie gut sich der Gegner identifizieren lässt. Den besten Schnappschuss des Gegners lädt der Spieler auf den Server der WiFi Army-Hersteller und gibt ihn zur Auswertung frei. Als Kriegsschauplätze können alle öffentlichen Plätze gelten, wobei noch nicht geklärt ist, ob Schulgebäude, Krankenhäuser und andere halb-öffentliche Orte freigegeben werden sollen.

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Kein ernsthaftes Spiel?

Android-Phone (Bild: Google) Android-Phone (Bild: Google) Wie im Falle von Streitigkeit verfahren wird, hat der Hersteller noch nicht bekannt gegeben. Maximal 500 Menschen sollen pro Großstadt registriert werden, damit es nicht zur Störung der öffentlichen Ordnung kommt, wenn sich Horden mit Handys bewaffneter Menschen gegenseitig durch die Fußgängerzone jagen. Wer eine Handy-Kamera mit 10-fach-Zoom besitzt, ist gegenüber einem Spieler im Vorteil, der nur ein altes Ein-Megapixel-Handy besitzt. Das Spiel selbst wird werbefinanziert und soll im Basispaket kostenlos verfügbar sein. Allerdings braucht der Spieler ein gutes Mobilgerät, und er muss die Kosten für die beständige Internet-Verbindung während eines Duells tragen. Zu derartigen Problemen schweigen die Hersteller noch. Wohl auch deshalb monieren zahlreiche Kritiker, WiFi Army sei eher Aufmerksamkeits-Heischerei für Googles "Android" und kein ernsthaftes Spiel, das jemals das Betastadium verlassen wird.

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Gefloppter Vorläufer

Doch so unwahrscheinlich ist das Ganze gar nicht. Bereits im Jahr 2005 gab es für kurze Zeit ein Spielgerät mit GPS- und GPRS-Technik. Das "Gizmondo" genannte Handheld sah ähnlich aus wie Nintendos erster Gameboy Advance und sollte das Spielen revolutionieren. Auf der Cebit 2005 sagte der deutsche PR-Manager Klaus Kock gegenüber T-Online-Spiele: "Einige der "Gizmondo"-Spiele geben ein ganz besonderes Spiel-Feeling, weil die Realität viel stärker berücksichtigt wird als bei herkömmlichen Spielen." Besonders Colors, eine Art mobiles GTA, machte Gebrauch von der GPS-Technik. Der Spieler sah auf dem Sichtfeld eine Karte des Stadtteils, in dem er sich tatsächlich gerade befand. Das Spiel wollte also echte Daten nutzen, um sie ins Spielgeschehen einzufügen. Der "Gizmondo" wurde nie in Deutschland veröffentlicht, und selbst im Spiele-Boom-Markt Großbritannien stellte die Hersteller-Firma Tiger Telematics nach enttäuschenden Verkaufszahlen die Produktion ein.

Bekannte Konsolen besser aufgestellt

Die virtuellen Welten sind scheinbar weniger gut geeignet für die primären Spielkonsolen. Nintendo und Konsorten wissen ganz offensichtlich um den Geschmack der breiten Spielermasse, die eben nicht durch den Wald laufen und andere Spieler orten möchte, sondern lieber bequem auf der Couch sitzt und Klempner Mario die anstrengende Arbeit erledigen lässt. Wifi Army hingegen setzt auf die Bewegungsfreundlichkeit der Spieler - und auf ihre Ortskenntnis. Vielleicht mahnen besorgte Mütter demnächst: "Jetzt mach mal endlich die Playstation aus geh ein bisschen nach draußen zum Handy-Ballern!"

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