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MMOG: Heldensagen aus "WoW" und anderen Rollenspielen (2)

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Berühmt werden als Spiele-Held  

Heldensagen (2/2)

25.03.2008, 14:27 Uhr | GEE / Tim Rittmann / vb

Ultima Online (Bild: EA)Ultima Online (Bild: EA)Die Hecken im Palastgarten sind akkurat gestutzt. Die Gittertore sind hochgezogen und lassen jeden freien Mann durch das prächtige Anwesen wandern. Einiges Volk hat sich versammelt, starrt gebannt auf die Zinnen der Mauer und wartet darauf, dass sein Herrscher zu ihm spricht. Die Wachen lehnen am Mauerwerk und dösen vor sich hin. „Bitte weitergehen“, ruft ein Ungeduldiger, der in dem Pulk stecken geblieben ist. Just in diesem Moment erscheint Lord British, Herrscher von Britannia. Das Volk liebt ihn ob seiner Gerechtigkeit. So hat er keinen Grund zur Furcht, als er an den Rand der Balustrade tritt und seine Stimme erhebt. Im Publikum steht jedoch ein Mann mit einer anderen Sicht auf die Dinge. Rainz ist Mitglied der Gilde „Ravens Of Fate“, die sich umstürzlerischen Gedanken hingibt. Geschickt durchsucht der Dieb die Taschen der Umstehenden, bis er findet, was er braucht: Eine magische Rolle des Feuerfeldes. Damit ist es ihm ein Leichtes, einen Flächenbrand zu verursachen.

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Special World of Warcraft
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Der König ist tot

Ultima Online (Bild: EA)Ultima Online (Bild: EA)Jetzt muss alles schnell gehen. Als er die Rolle aktiviert, geht direkt über ihm der blanke Stein in Flammen auf. „Jetzt wird mich das Strafgericht treffen“, denkt sich Rainz noch. Denn nicht wirklich rechnet er damit, dass British unvorbereitet ist auf ein Attentat. Jemand ruft: „Netter Versuch, Junge!“ Ein anderer: „Lord British ist unverwundbar. Feuer wird ihm nicht schaden!“ Doch dann: Ein Schmerzensschrei, die Menge in Aufruhr. „Er ist tot!“, brüllt jemand. Und tatsächlich: Der Körper des Herrschers von Britannia liegt zusammengekrümmt in einem Flammenmeer. Wahnsinnig lachend bahnt sich der Attentäter einen Weg durch die Menge. Gerade noch kann er fliehen, denn das Strafgericht in Form von vier eilig herbeigerufenen Dämonen verbrennt auf der Jagd nach dem Täter nicht nur die akkurat gestutzten Hecken.

Wegen Bug-Nutzung verbannt

Eigentlich sollte Lord British, der Avatar von Ultima-Schöpfer Richard Garriott, tatsächlich unverwundbar sein, als er zum Ende der Beta-Phase von Ultima Online eine Ansprache halten wollte. Doch der Server stürzte 20 Minuten zuvor ab, und sämtliche Schutzfunktionen mussten neu aktiviert werden. Anscheinend vergaß Garriott, das Häkchen unter „unsterblich“ zu machen. Rainz wurde  kurz darauf von der Beta ausgeschlossen. Nicht wegen des Mords, sondern angeblich wegen des Ausnutzens von Bugs. Das ist den Attentätern in unserer letzten Geschichte nicht passiert. Sie hat sich zugetragen im fernen Science-Fiction-Universum von Eve Online.

Mit Geduld und Tücke

Eve Online (Bild: CCP Games)Eve Online (Bild: CCP Games)Manchmal kommt der Tod mit Verspätung. Ein ganzes Jahr lang wartet der stets unrasierte und missmutig dreinschauende Istvaan Shigatsu auf eine günstige Gelegenheit, um aus der Deckung hervorzukommen und das Leben von Mirial zu beenden. Ein Jahr, um ein Komplott gegen die Geschäftsführerin der Wirtschaftskorporation Ubiqua Seraph zu schmieden. Ein Konkurrent Mirials hatte Shigatsu beauftragt, ihm ihren Leichnam zu überbringen. Das Motiv: Hass und Neid. Der Lohn: Eine Milliarde Interstellare Krediteinheiten. Zwölf Monate lang infiltrieren die Mitglieder von Shigatsus „Guiding Hand Social Club“ Mirals Firmennetzwerk. Sie werden gerne aufgenommen, denn sie sind verlässlich und haben gute Handelskontakte. Immer mehr Schlüsselpositionen besetzen sie, die Attentäter erhalten Zugang zu den firmeneigenen Hangars, in denen Devisen und wertvolle Rohstoffe gelagert werden. Einer von ihnen ist sogar in den engsten Zirkel von Ubiqua Seraph aufgestiegen.

Nichts bleibt zurück

Eve Online (Bild: CCP Games)Eve Online (Bild: CCP Games)Als Mirial ihr Raumschiff am 18. April 2005 gegen fünf Uhr morgens aus dem Sternentor in das Haras-System lenkt, schlägt er zu: Der engste Berater Mirials, Arenis Xemdal, wendet die Bordgeschütze seines „Imperial Apocalypse“ gegen seine Herrin. Nur zwei Raumschiffe dieser prächtigen Klasse existieren überhaupt, sie sind in der Lage, ganze Flotten aufzuhalten. Milial hat keine Chance gegen den Verrat, sie stirbt sofort. Unmittelbar nach ihrem Tod transferiert jeder Doppelagent den Inhalt eines Hangars auf sein Depot. Nicht nur, dass Mirial ihr Schiff verliert und wertvolle Körperimplantate: Ihre Korporation wird um über 30 Milliarden Krediteinheiten betrogen. Wo sich der Reichtum der Ubiqua Seraph anhäufte, bleibt nichts zurück. Nichts außer dem neuen Wissen um die eigene Verwundbarkeit und einer Notiz, es handele sich um das Werk des „Guiding Hand Social Club“. Die Kunde der  Tat verbreitet sich schneller durch die Weiten der 5000 Sonnensysteme als das Licht und macht Istvaan Shigatsu so unsterblich wie Leeroy Jenkins, Fansy und Rainz. Von ihren Taten wird noch in Generationen gesprochen werden, selbst wenn die Welten, in denen sie gelebt haben, bis dahin vielleicht selbst Geschichte sind.

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