Startseite
Sie sind hier: Home > Spiele > Tests & Previews >

Der virtuelle Krieg

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Faszination Ballerspiele  

Der virtuelle Krieg

28.03.2008, 12:34 Uhr | Medienagentur plassma / tz

Der virtuelle Krieg (Montage: T-Online)Der virtuelle Krieg (Montage: T-Online)“Killerspiele“ fördern die Gewaltbereitschaft, senken die Hemmschwelle bis ans Minimum, bereiten den Schüler auf seinen nächsten Amoklauf vor und gehören grundsätzlich verboten. Seit dem Amoklauf in Erfurt im April 2002, als 16 Menschen ums Leben kamen, gelten die sogenannten “Killerspiele“ oder auch “Kriegsspiele“ als Sündenbock für eine Vielzahl von Problemen, und es folgt eine Verbots-Maßnahme auf die Nächste. Welche Titel gehören in diese Kategorie? Erhöht der Konsum von Gewalt verherrlichenden Spielen und Ego-Shootern wirklich die Aggressivität? Kann durch diese Medien gar das Schießen mit scharfen Waffen erlernt werden? Die Spiele-Redaktion geht dem problematischen Thema auf den Grund und beantwortet einige der interessantesten Fragen.

Artikel-Show Der virtuelle Krieg - Militärs spielen zu Trainingszwecken

Einsatz im Militär

Marine Doom (Bild: id Software)Marine Doom (Bild: id Software)Es existiert eine schier unglaubliche Zahl von Gerüchten, die durch die Medien verbreitet werden. Eines davon besagt, dass “Kriegsspiele“ von der U.S. Army und auch der deutschen Bundeswehr eingesetzt werden, um den Soldaten sowohl die Hemmschwelle zu nehmen als auch ihnen das möglichst effektive Zielen und Schießen im Gefecht zu vermitteln. Dabei handelt es sich allerdings nur um die halbe Wahrheit. Fakt ist, dass bereits 1996 beim US-Militär Marine Doom eingesetzt wurde, das eine speziell modifizierte Version des Ur-Ego-Shooters darstellt und mit speziellen Karten Taktik und Teamwork fördern sollte. Durch die internen Mehrspieler-Partien konnten sich die Soldaten gezielt absprechen und sich taktisch klug gemeinsam durch die Karten kämpfen. Piloten setzen sich wiederum in die Maschinen des Microsoft Flight Simulator - dem bislang authentischsten Flugsimulator, da er beinahe sämtliche Funktionen eines Hubschraubers oder Flugzeugs enthält.

Magazin Heldensagen - Die edlen Recken der Spiele-Welt

Spielerisch Soldaten rekrutieren

America’s Army (Bild: MOVES Institute)America’s Army (Bild: MOVES Institute)Der Taktik-Ego-Shooter America’s Army wurde sogar eigens von der U.S. Army in Auftrag gegeben - mit zweierlei Zielen. Einerseits wird er ähnlich wie Marine Doom den Soldaten zur Verfügung gestellt, damit sie sich ungewöhnlichen Situationen stellen müssen und auf Dauer raffinierter entscheiden und agieren können. So wird immerhin die theoretische Ausbildung mit minimalen finanziellen Mitteln ermöglicht. Andererseits befand sich 1999 die Zahl neuer Rekruten in einem Tief, so dass man das Spiel kostenlos öffentlich zugänglich machte, um das Interesse zahlreicher potenzieller Soldaten zu wecken. Das Besondere an America’s Army liegt darin, dass der Spieler zunächst ein längeres Tutorial absolviert, das anschließend durch einen Multiple-Choice-Test abgerundet wird. Erst dann wird er in den Online-Kampf geschickt und darf sich gegenüber der Welt beweisen.

Magazin Horror-Spiele: Im Herzen der Finsternis

Überzogene Darstellungen

Rainbow Six (Bild: Ubisoft)Rainbow Six (Bild: Ubisoft)Wie viel Realismus steckt nun aber in einem solchen “Kriegsspiel“? Ein-Mann-Shooter wie Call Of Duty oder Medal Of Honor sind definitiv am weitesten von der Realität entfernt anzusiedeln. In diesen Kino-Spielen schlüpft man in die Rolle des Supersoldaten, der es mit der gefühlten halben Welt aufnimmt und nur selten Unterstützung braucht. Anders sieht es bei den beliebten Taktik-Shootern aus, die weniger Wert auf eine großartige Präsentation oder die Darstellung von besonders viel Gewalt und Blut legen. Zu diesem Genre zählen Titel wie Rainbow Six, Operation Flashpoint und Fleet Command. Ebenfalls dazu gehört das in der Öffentlichkeit stark gescholtene Counter-Strike, das einige Zeit die Wurzel aller bösen Computerspiele darstellte und dessen „Ziel es ist, möglichst viele Menschen blutig niederzumetzeln“ (Die Zeit, 04.05.2002). Um diese populistische Aussage zu widerlegen, genügt es, sich fünf Minuten dem Spielablauf zu widmen. Der rote Lebenssaft ist in den wenigsten Titeln dieser Gattung enthalten, sondern es stehen grundsätzlich zunächst der Spielspaß und der gemeinsame Wettkampf im Mittelpunkt. Der Medienpädagoge und Spieleforscher Professor Jürgen Fritz vergleicht den Spielablauf in einem Interview mit dem Spielemagazin MAN!AC (02/2007) mit einem Schachspiel: „Wer am meisten trainiert und die Schemata des Spiels am besten beherrscht, der gewinnt. Auch im Schachspiel müssen Sie Spielzüge kalkulieren und sind nicht empathisch im Spielgeschehen. Sie sind der Spieler und übertragen Ihre Entscheidungen auf eine Spielfigur.“

>> Weiter zur Seite 2 von "Der virtuelle Krieg"
#

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige


Anzeige
shopping-portal