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Horror-Spiele: Im Herzen der Finsternis (2)

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Darum ist Fürchten unterhaltsam  

Im Herzen der Finsternis (2/3)

21.04.2008, 16:21 Uhr | GEE / Oliver Klatt / vb

Clock Tower (Bild: ASCII Entertainment)Clock Tower (Bild: ASCII Entertainment) Wohl wahr. Daheim auf dem Sofa, im Schutz des Wohnzimmers, gibt es jedoch kaum ein Spielerlebnis, das es an Intensität mit einem guten Survival-Horror-Game aufnehmen kann. Obwohl ich weiß, dass ich den Fernseher jederzeit ausknipsen und an die frische Luft gehen kann - aus dem Keller in die Sonne. Das Spiel ist aus, und alle Monster sind verschwunden. Aber wie fühlt sich das an, wenn man zwei Jahre an einem Spiel wie Condemned 2 arbeitet und tagein, tagaus von verstümmelten Körpern und Monstern umgeben ist? Was macht das mit einem? "Du stumpfst ab“, gesteht der Spieldesigner, dann schnellt seine Hand nach vorne: "Aber versteh mich nicht falsch: Reale Gewalt, wie ich sie in den Nachrichtenbildern aus Kriegsgebieten zu sehen bekomme, macht mir immer noch eine Heidenangst. Ich kann nur keinen Horrorfilm mehr ansehen, ohne dabei an etwas anderes zu denken als an die Technik und die Tricks, mit denen da gearbeitet wird.“ Schön, wenn man Fiktion und Realität so klar auseinanderhalten kann, denke ich mir. Ob die Spieler von Condemned 2 dazu auch in der Lage seien, frage ich ihn noch. "Davon bin ich fest überzeugt.“ Das ist seine knappste Antwort.

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Angst, made in Japan

Obscure (Bild: DreamCatcher Interactive)Obscure (Bild: DreamCatcher Interactive) Ich bin alleine zu Hause, draußen ist es Nacht. Ich suche aus meiner Sammlung alte Spielstände von Silent Hill 2 und Forbidden Siren heraus. Und fange an zu spielen. Immer wieder erkenne ich die Quellen des Grusels, aber immer mehr merke ich auch: Ich bin noch nicht auf dem Grund meiner Fragen angelangt, ich muss tiefer bohren. Warum, zum Beispiel, kommen eigentlich so viele der besten Horrorspiele aus Japan? Auch Frank Rooke inspirieren am meisten die Spiele der Resident Evil-, Project Zero- und Silent Hill-Reihen. Alles japanische Titel. Es hilft nichts: Ich muss mich erneut an einen Spezialisten wenden. Diesmal frage ich Chris Pruett. Der Kalifornier ist studierter Japanologe und hat schon mehrere Artikel und Abhandlungen zum Thema "Survival Horror“ veröffentlicht. Der müsste mir helfen können. Also los.

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Wirken auf das Diesseits

Forbidden Siren (Bild: Sony Computer Entertainment)Forbidden Siren (Bild: Sony Computer Entertainment)"Japaner lieben Spukgeschichten. Denn viele von ihnen glauben, dass es mehr gibt auf der Welt, als wir mit den Augen sehen können“, sagt Chris Pruett, "das liegt an der Religion. Diesseits und Jenseits sind nicht so stark voneinander getrennt wie im christlich geprägten Westen.“ Und was hat das mit Horror zu tun? "Ganz einfach,“ sagt Chris, "wer so denkt, glaubt auch an die Möglichkeit, dass zum Beispiel ein Fluch aus dem Jenseits in unsere Welt hineinwirkt. Dass Gefühle auch dann noch unser Leben beeinflussen, wenn die Person, die diese Gefühle hegte, lange tot ist.“ Hervorragender Stoff also für Gänsehaut. Gibt es noch mehr Unterschiede zwischen West und Fernost? "In westlichen Erzählungen müssen die Bösen immer zur Hölle geschickt werden und die Guten triumphieren,“ erklärt Chris, "das ist in japanischen Legenden nicht zwangsläufig der Fall. Akira Yamaoka, der Produzent der Silent Hill-Spiele, sagt, dass japanische Horrorgeschichten so traurig und beunruhigend seien, weil sie uns dazu bringen, Mitleid mit dem Bösen zu empfinden.“ Das verstehe ich sofort und sehe mich in der Geisterstadt von Silent Hill auf der Straße stehen. Verrenkte Kreaturen greifen mich an, aber sie können nichts dafür. Ich bringe sie um, aber ich fühle mich schuldig. Ich nehme Anteil an ihren Schmerzen und fühle mich ganz und gar nicht wohl in meiner eigenen Haut. Die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt.

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Verarbeitung des Schreckens

Resident Evil (Bild: Capcom)Resident Evil (Bild: Capcom)"Eins noch“, sagt Chris und wird ernst: "Einen großen Einfluss auf die japanische Psyche hatten natürlich die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Das Thema des Überlebens angesichts totaler Zerstörung ist in der Populärkultur allgegenwärtig. Du findest es in den Godzilla-Filmen, in Manga-Comics wie Akira und in Zeichentrickfilmen wie Prinzessin Mononoke.“ Und eben auch in den zerstörten Städten und mutierten Gestalten des Survival-Horrors. Die Endzeitvision der Resident Evil-Spiele mit ihren Massen an Zombies, denen die Haut vom Leib fällt: offenbar ein wichtiger Teil der Verarbeitung des Schreckens von 1945. Es ist nur ein Spiel! Es ist nur ein Spiel!

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>> weiter zu Teil 3 von "Im Herzen der Finsternis"
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