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Betrug in" WoW": Millionenschaden durch Roboter-Tool? (1/2)

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Betrug in "WoW": Das Spielen ersparen  

Millionenschaden durch Roboter-Tool? (1/2)

21.04.2008, 12:18 Uhr | Spiegel Online (Christian Stöcker) / jr, t-online.de

Ein Gerichtsverfahren der eher bizarren Sorte: Ein Spielebetreiber verklagt den Anbieter einer Software, die Online-Gamern das Spielen abnimmt. Der World of Warcraft-Roboter hat seinem Schöpfer Millionen eingebracht - und die will das Unternehmen Blizzard nun haben.

Anderen das Spielen ersparen

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)Harte Zeiten für Mike Donnelly und seine Firma MDY: " hat etwas Paradoxes geschafft. Er verdient Geld damit, dass er anderen das Spielen eines Computerspiels erspart. So wie andere dafür bezahlt werden, im Winter vor anderer Leute Haustür Schnee zu schippen. Mike Donnelly verkauft einen World of Warcraft-Roboter, einen "Bot" - und verdiente Millionen damit. Deshalb geht Blizzard, der Betreiber des Online-Rollenspiels World of Warcraft (WoW), jetzt juristisch gegen ihn vor. Der Roboter, schreiben die Blizzard-Anwälte in einem Antrag an das Bezirksgericht in Arizona, "beschädigt schwerwiegend die WoW-Spielerfahrung für andere Spieler". Mehr noch, das Programm zerstöre "das Eintauchen in das Spiel und seine sozialen Aspekte" und unterminiere zudem das WoW-interne Wirtschaftssystem. "Opportunistische Betrüger" nutzten den Spielroboter und verdürben so "Blizzards loyalen und regeltreuen Kunden" den Spaß. Außerdem verletze "Glider", so heißt der Bot, das Urheberrecht von Blizzard.

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Eintöniges Spiel

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)110.000mal hat Donnelly "Glider" nach eigenen Angaben bislang verkauft und damit über 2,8 Millionen Dollar verdient. WoW hat über 10 Millionen zahlende Nutzer. Die Frage ist: Wenn das Spiel so viel Spaß macht, wie man bei Blizzard glaubt, warum geben so viele Menschen dann nicht nur Geld für die monatlichen Abonnementgebühren aus - in Deutschland sind es 11 bis 13 Euro im Monat -, sondern bezahlen dann noch ein zweites Mal, damit ihnen ein Stück Software das Spielen abnimmt? Glider kostet 25 Dollar, die "Elite"-Version mit einigen Extras noch einmal fünf Dollar Abogebühr pro Monat. Für Christoph Wirth ist die Sache klar: "Das Spiel besteht hauptsächlich aus eintönigem Gefarme, eintönigen Quests", sagt der Neunzehnjährige. Wirth ist Glider-Wiederverkäufer - er betreibt ein deutsches Webforum, über das er für 30 Euro pro Stück Kopien von Donnellys Software vertreibt. "Farming" nennen WoW-Spieler das wiederholte Ausführen bestimmter Aufgaben, um an Spielwerte wie Gold zu kommen: immer wieder an einer bestimmten Stelle im Spiel Mineralien abbauen oder immer wieder in einer bestimmten Region Monster erschlagen.

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Neues nur für High-Level-Gamer

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)Viele neu hinzukommende Spielinhalte, schrieb Donnelly, seien erst mit der derzeit höchsten Spielstufe zugänglich, Level 70. Es sei, erklärte der Entwickler, als ob diese Inhalte für sehr fortgeschrittene Spieler "unter einem Haufen Schnee vergraben" sei. "Die Leute sind einfach nur für eine gewisse Zeit bereit zu graben, bis sie eine Schaufel kaufen möchten." Das "eintönige Gefarme" nimmt Glider dem Spieler ab - der Roboter verdient gewissermaßen Spielgeld, während der Spieler schläft, Hausaufgaben macht oder sich mit Freunden trifft. Das Programm steuert die Spielfigur auf einem vorgegebenen Pfad und führt an den richtigen Stellen immer wieder die gleichen Aktionen aus. Tiger erschlagen - Fell verkaufen zum Beispiel. Das Programm habe den Effekt, "als ob ich davor sitze und die Tasten drücke", erklärt Wirth.

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Den Anschluss nicht verlieren

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)Aber sollte das Tastendrücken nicht eigentlich Spaß machen? Ist das nicht der Witz an einem Computerspiel? Von Blizzard war, unter Verweis auf den laufenden juristischen Vorgang, kein Kommentar zum Thema zu bekommen. Christoph Wirth, der inzwischen kaum noch aktiv WoW spielt, sagt: "Die meisten wollen einfach den Anschluss nicht verlieren, die Kollegen in der Gilde nicht im Stich lassen." Das ist ein Thema, das auch Deutschlands Jugendschützer im Augenblick vermehrt umtreibt: Gerade Online-Spiele haben durch ihre soziale Komponente auf manchen Spieler eine Sogwirkung, die dafür sorgt, dass immer mehr Zeit in das Spiel investiert wird. Die üblichen Klischees vom quasi autistischen Gamer vor dem Monitor greifen hier aber nicht. Was die Spieler bei der Stange hält, sind die Kollegen: die anderen Spieler in der eigenen Gilde. Das ist ein Zusammenschluss von Spielern, der gemeinsam Jagd auf immer größere und gefährlichere Monster macht.


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