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Betrug in "WoW": Millionenschaden durch Roboter-Tool? (2/2)

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Betrug in "WoW": Das Spielen ersparen  

Millionenschaden durch Roboter-Tool? (2/2)

21.04.2008, 13:09 Uhr | Spiegel Online (Christian Stöcker) / jr, t-online.de

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)Um bei einem "Raid", einer großen Attacke auf ein schwieriges Ziel, seinen Elf oder Zwerg stehen zu können, muss man in bester Verfassung sein - und dazu braucht man vor allem Spielgeld: Um Zaubertränke zu kaufen oder die eigene Ausrüstung reparieren zu lassen, denn all das ist kostenpflichtig. Wer das eigene Team nicht enttäuschen will, muss also "farmen" - der soziale Druck verwandelt einen Gutteil der Freizeitbeschäftigung in notwendige Arbeit. Ob das schon reicht, um von einer Online-Rollenspielsucht zu reden, wird unter Psychologen und Psychiatern derzeit intensiv diskutiert. Wirth ist sich jedenfalls sicher: "Es gibt viele, die schon WoW-süchtig sind - der Bot ist eine gute Möglichkeit, ein bisschen wegzukommen."

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Dealer im Spiel

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)Manche nutzen ihn allerdings auch zum Geldverdienen: weil man WoW-Werte, etwa bei eBay, durchaus in echtes Geld umsetzen kann. Über die Auktionsplattform und andere, speziell für diesen Zweck eingerichtete Webseiten kann man sich Spielgeld kaufen - es wird der eigenen Spielfigur dann in der Spielwelt von einem Mittelsmann übergeben. Das verbietet Blizzard eigentlich - kann es aber augenscheinlich nicht unterbinden. "Wir haben bei uns im Forum auch einige, die das gewerblich machen", sagt Wirth. Bis zu sechsmal könne man WoW auf einem schnellen Rechner parallel laufen lassen - und mit einer "Elite"-Lizenz kann Glider vier Spielfiguren parallel führen. Grob überschlagen kann man mit sechs parallel laufenden Accounts mit ein bisschen Geschick 20 Euro am Tag oder mehr verdienen. Das ist ein schönes Extra-Taschengeld, auch wenn man die Abonnementkosten abzieht.

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Konkurrenz zu "Goldfarmern" aus China

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)Die Profi-"Botter" gefährden sogar Arbeitsplätze - in China. Denn dort ist "Goldfarming" ein echter Beruf, Spezialunternehmen verkaufen Spielgeld für echtes. Wenn sein Produkt diesen Unternehmern schade, sei ihm das durchaus recht, sagt Donnelly. Die Art, wie sie im Spiel für ihre Dienste werben, "widert uns an", sagt der Unternehmer, der eigenen Angaben zufolge immer noch viel WoW spielt und zahlreiche parallele Accounts unterhält. Obwohl das - ebenso wie der Einsatz von Bots wie Glider - gegen die Nutzungsbedingungen verstößt, gibt es diesen Markt, Zeit gegen Geld, seit langem. Viele WoW-Spieler sind von alledem dennoch gar nicht begeistert. Blizzard führt über 460.000 Beschwerden ins Feld, die man von zahlenden Kunden über die Bot-Benutzer bekommen habe. Ein Problem sieht man dort aber auch im Finanziellen: Die automatisierte Spielhilfe verkürze die Zeit, die ein Spieler braucht, um ans Ziel zu kommen, so die Anwälte des Spielebetreibers.

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Schaden von 10,5 Millionen Dollar?

World of Warcraft (Bild: Blizzard)World of Warcraft (Bild: Blizzard)"Ein typischer menschlicher Spieler, der im Schnitt zwei Stunden am Tag spielt, würde acht Monate brauchen, den höchsten Level zu erreichen", so der Antrag der Anwälte, "ein Glider-Nutzer kann den Bot laufen lassen und den gleichen Level in weniger als einem Monat erreichen." Verrechnete man das mit den Abonnementgebühren, käme man bei 100.000 verkauften Glider-Programmen auf einen ein Schaden von 10,5 Millionen Dollar. Blizzard will deshalb nicht nur, dass Donnelly aufhört, Glider zu vertreiben - das Unternehmen will auch seine gesamten Einkünfte einziehen. Zu diesem Zweck bemühen die Blizzard-Anwälte eine ungewöhnliche juristische Konstruktion: Weil Glider angeblich Teile der WoW-Zugangssoftware in den Arbeitsspeicher des Nutzers kopiert, bringe Donnelly seine Kunden zu einer Copyright-Verletzung. Und wer eine solche nachweisen kann, hat nach US-Recht auch Regressansprüche. Am 24. April geht der Prozess in die nächste Runde - Donnellys Anwälte haben einen Gegenantrag gestellt und hoffen auf Abweisung der Klage. Am Ende wird Glider möglicherweise trotzdem Geschichte sein - aber bis dahin wird der Roboter womöglich noch dem einen oder anderen World of Warcraft-Arbeiter ein bisschen Freizeit verschaffen. Christoph Wirth sagt: "Viele schaffen den Ausstieg aus dem Spiel erst durch den Bot - weil sie merken, wie sinnlos es ist. Aber man will eben oben dabei sein."


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