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Schiedsrichter beim E-Sport  

Der Spielerflüsterer

02.05.2008, 13:29 Uhr | GEE / Mathias Hamann / vb, jr, t-online.de

Antony Seedhouse ist 20 Jahre alt, Brite und E-Sport-Schiedsrichter bei den Counter-Strike-Turniern der "Electronic Sports League" (ESL). Und das aus Leidenschaft zum Sport.

Antony Seedhouse (Bild: GEE)Antony Seedhouse (Bild: GEE)Er redet leise, auch wenn um ihn herum Kugeln fliegen und Schreie durch die Luft gellen. Er trägt ein gestreiftes Hemd, um seinen Hals baumelt keine Pfeife, sondern ein Datenspeicher in Form eines USB-Sticks. Das muss so sein, denn Antony Seedhouse ist Schiedsrichter im E-Sport, fachsprachlich auch „Admin“ genannt. Bis vor zwei Jahren lebte der 20-Jährige noch in Fareham, dann zog er aus dem Vereinigten Königreich nach Köln und überwacht nun für die Electronic Sports League  (ESL) nationale und internationale Matches bei Counter-Strike.

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Mehr Berater als Eingreifer

Ein ESL-Teilnehmer spielt Counter-Strike gegen ein anderes Team  (Bild: dpa)Ein ESL-Teilnehmer spielt Counter-Strike gegen ein anderes Team (Bild: dpa)E-Sport-Schiedsrichter sind ihren bekannten Kollegen in vielem ähnlich. Wie der DFB-Spitzen-Referee Markus Merk ist auch der Admin nicht alleine, mindestens zwei Kollegen stehen ihm zur Seite. Und wie Merk muss auch Seedhouse vor Spielbeginn die Rahmenbedingungen überprüfen. Wo im Fußball Rasen, Tore und Schuhe kontrolliert werden, überprüft Antony Seedhouse die Technik. Dafür dient ihm sein Halsgebaumel - ein USB-Stick: „Der enthält die Daten und Treiber für die PC-Systeme.“ Daher auch die Bezeichnung Admin, von „System-Administrator“. Seedhouse ist als Admin eher Ansprechpartner oder Berater denn Eingreifer. Er kennt sich mindestens so gut wie die Spieler mit der Technik aus und gibt den Athleten Tipps, wie sie ihre Lieblingseinstellungen eingeben können: „Für die ist es sehr wichtig, mit dem gleichen Setup das Match zu bestreiten, das sie von zu Hause kennen“, sagt er.

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Die Monitore im Blick

Vor dem Match geht er herum und guckt jedem der Profizocker über die Schulter: Passt das Keyboard, läuft die mitgebrachte Maus ordentlich, fließt die Grafik butterweich? Dabei bleibt alles ruhig und entspannt. Auch für Antony Seedhouse. Das unterscheidet ihn von seinen Fußballkollegen: Er muss nicht mit rennen, dafür aber die Übersicht behalten. „Am Anfang steht der obligatorische Münzwurf“, sagt er, „damit bestimmen die Teams ihre Startposition. Dann geht es los.“ Danach kann Seedhouse wie ein Tennis-Referee seinen Platz einnehmen und seine Monitore in Blick behalten „Ist ein Spieler getroffen worden, darf er sein Team manchmal noch unterstützen, manchmal aber nicht“, erklärt Seedhouse. Bemerkt der Admin einen Regelverstoß, spricht er den Spieler leise an oder tippt ihm leicht auf die Schulter.

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Referee aus Leidenschaft

In Zweifelsfällen begutachtet der Schiedsrichter mit seinen Kollegen nach dem Match einen Film, die so genannte Demo, die Aufzeichnung der Bewegungen jedes Spielers, mit allen Daten und Parametern. Mit diesem Film lässt sich das Spielgeschehen überprüfen. Im Fußball wird über den Fernsehbeweis noch gestritten, im E-Sport ist er längst Alltag: „Kommt es zu Problemen, entscheiden wir als Schiedsrichter-Team, was zu tun ist“, sagt Seedhouse. Die Aufzeichnung sei daher elementar, „jeder Spieler muss sofort eine Demo bereitstellen, ansonsten wird er hart bestraft." Verstöße kommen recht selten vor. Daher macht das Leben als E-Sport-Schiri dem Briten auch viel Spaß. Ein Schiedsrichter verdient zwar nicht viel, auch Antony Seedhouse muss noch nebenher arbeiten, „aber E-Sport-Referee ist man aus Leidenschaft. Das ist wie ein Ehrenamt“, sagt er. Und was macht ihm mehr Freude: selber zu spielen oder dabei zuzusehen? „Ganz klar: selber zocken.“

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Die häufigsten Regelverstöße

Die häufigste „Fouls“ in der ESL sind fehlende „Matchmedias“, also Screenshots oder Demo-Replays. Diese müssen die Spieler unmittelbar nach der Partie bereitstellen. Früher folgte auf Platz zwei der Unsportlichkeiten das Cheating. Da aber heute nicht mehr so viel betrogen wird, sind die zweithäufigsten Regelverstöße nun Beleidigungen anderer Spieler. Auf Platz drei folgen gefälschte Spielerkonten. Die Strafen für sportliches Fehlverhalten reichen von Ermahnung über die Wiederholung einzelner Matches bis zur kompletten Disqualifikation eines Clans aus der Liga. Zu den spektakulärsten Fällen in der ESL Deutschland gehörte die Cheating-Sperre von Thomas „Xektor“ Koletzek, die sogar vor dem Amtsgericht Köln verhandelt wurde. „Xetor“ verlor den Prozess, sein Clan "Coldgame" musste die Liga verlassen.

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